Walter Kempowski Preisträger 2021

Kurt Drawert

Mit dem Walter Kempowski Preis für biografische Literatur zeichnet das Land Niedersachsen seit 2019 Autorinnen und Autoren aus, denen es mit ihren literarischen Arbeiten gelingt, die Einflüsse und Auswirkungen zeitgeschichtlicher Ereignisse auf die individuelle Biografie darzustellen. Der zweite Preisträger ist der Schriftsteller und Lyriker Kurt Drawert. „Als ‚Bewegungen in Richtung des Schweigens‘ hatte Kurt Drawert seine Poetik als junger Lyriker beschrieben. Diese zunächst paradox anmutende Strategie der Sprach-Verweigerung erwuchs nicht zuletzt aus der biografischen Erfahrung des Verstummens, die Drawert unter anderem in seinem ersten Roman Spiegelland (1992) beschreibt. Ein existenzieller Zweifel an Sprache, die schließlich jedem, und auch der Gewalt dient, prägt bis heute Lyrik und Prosa des Autors. Dieses erzählerisch zu entfalten, heißt für einen Schreibenden vor allem Selbstzweifel und schonungsloses Betrachten. … Kurt Drawerts autobiografisches Erzählen erreicht in Dresden. Die zweite Zeit eine Tiefenschärfe, die vergleichbare Romane zur Wendezeit weit hinter sich lässt“, heißt es in der Begründung der Jury.

Kurt Drawert liest aus seinem jüngsten Roman und spricht mit der Literaturwissenschaftlerin und Journalistin Gabriela Jaskulla.

Kurt Drawert, 1956 in Hennigsdorf bei Berlin geboren, lebt als Autor von Lyrik, Prosa, Dramatik und Essays in Darmstadt, wo er auch das Zentrum für junge Literatur leitet. Sowohl für seine Prosa als auch für seine Lyrik wurde er mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er 2017 den Lessingpreis des Freistaates Sachsen und war 2018 Dresdner Stadtschreiber.