Jahresausblick 2019

Horst-Janssen-Museum
Das Horst-Janssen-Museum startet mit einer ungewöhnlichen Ausstellung, die vor allem auch die Museumsgäste involvieren möchte. Insa Winkler, die in der Region keine Unbekannte ist, steht mit ihren Kunstprojekten für die Verbindung von Kunst, Natur und Nachhaltigkeit. In „Natur schöpfen. Eine wachsende Ausstellung“ geht es darum, Pigmente zu gewinnen und Papier herzustellen.  Das alte Wissen darum wird unter der kuratorischen Leitung der Künstlerin neu gelernt, vermittelt und angewendet.

Mit Jorinde Voigt ist es gelungen, einen internationalen Star der Szene zu gewinnen. Ihre Zeichnungen beruhen auf Notationen, mit denen die Künstlerin Phänomene aus der sie umgebenden Welt  in visuelle Systeme übersetzt. Die großformatigen Arbeiten, die oft in Werkzyklen zusammengefasst sind, sind von poetischer Schönheit und farbiger Opulenz.

Am 14. November 2019 jährt sich dann der Geburtstag von Horst Janssen zum 90. Mal. Das ist der Anlass für das Horst-Janssen-Museum, eine große Ausstellung als Kooperationsprojekt mit der Kunsthalle Emden aufzuziehen: Kosmos Janssen“. In Oldenburg wird es um „Janssen und die Literatur“ gehen, dabei wird der Künstler  als Schriftsteller und Literaturliebhaber gleichermaßen vorgestellt. Manuskripte, Porträts von bewunderten Poeten und von ihm eingelesene Texte werden in Oldenburg im Mittelpunkt stehen. In Emden beginnt bereits im September die Ausstellung „Janssen und die Bildende Kunst“.

Stadtmuseum Oldenburg
Die beiden Hauptausstellungen des Stadtmuseums sind bereits eng mit den Fragen der inhaltlichen Ausrichtung des Neubauprojektes verknüpft. „Standpunkte. Das Bild der Stadt in der Kunst“ widmet sich der Frage nach ästhetischen Perspektiven auf Oldenburg in Vergangenheit und Gegenwart. Historische Ansichten und zeitgenössische Positionen spiegeln prototypisch den städtischen Wandel der vergangenen 500 Jahre wider. Mit der Ausstellung „Kult! Angesagte Orte in Oldenburg“  macht sich das Museum in der zweiten Jahreshälfte auf die Suche nach identitätsstiftenden Orten, Ereignissen oder anderen typischen Merkmalen, die für die Oldenburgerinnen und Oldenburger individuell besondere Emotionen wecken und sie mit der Stadt verbinden.

Die weiteren Ausstellungen widmen sich Malerei und Fotografie aus Oldenburg und der Region: Anlässlich seines 70. Geburtstages widmet sich im Sommer erstmals eine größere Retrospektive dem Werk des in Oldenburg tätigen Lichtbildners Ennow Strelow.  In der Reihe Crossover präsentiert das Museum in diesem Jahr den ästhetischen  Dialog der beiden mit der Region verbundenen Künstler Edeltraut Rath und Johannes Oberthür.

Edith-Russ-Haus für Medienkunst
Das Edith-Russ-Haus zeigt drei Soloausstellungen und eine internationalen Gruppenausstellung, die mit künstlerischen Mitteln Aspekte unserer gesellschaftlichen Lebensrealität befragen. So untersuchen Nina Fischer & Maroan el Sani in der Ausstellung „The Active Guest“ Gesellschaften im Wandel. Im Zentrum ihrer Fotografien und Videoinstallationen stehen städtische Räume und zentrale Bauwerke, etwa ein Gebäude des italienischen Faschismus in Rom, eine künstliche Insel in Japan oder der Palast der Republik in Berlin. Die anschließende Gruppenausstellung „On Sex Work“ (Arbeitstitel) behandelt mit den Arbeitsbedingungen von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern ein intensiv diskutiertes Thema. Fünf künstlerische Positionen aus der ganzen Welt lassen die Betroffenen selbst zu Wort kommen.

Im Anschluss widmet sich das Edith-Russ-Haus Ho Tzu Nyen, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Singapurs. In seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland zeigt er seine von Barock, Tableaux vivant (französisch „lebendes Bild“) und Popkultur inspirierten Installationen, die die komplexen kulturellen Identitäten Südostasiens thematisieren. Der in London lebende Medienkünstler Zach Blas – in einer Ausstellung im Rahmen der „Oldenburg Begegnungen 2019 − United Kingdom“ – arbeitet mit großformatigen Installationen. Mit seinen künstlerischen Forschungen über die Ästhetik der digitalen Welt untersucht er Themen wie Überwachung, Algorithmen und digitale Machtpolitik und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper.