Marschwegstadion mit Flutlicht

Gutachten liegt vor – Mobile Anlage wurde am 8. August geliefert – Premiere gegen Elversberg

Am Marschweg kann unter Flutlicht gespielt werden

Der VfB Oldenburg kann seine Drittliga-Heimspiele im Marschwegstadion unter Flutlicht austragen. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Stadt Oldenburg in Auftrag gegebenes Lichtimmissionsgutachten. Demnach sind bis zur Winterpause, die in dieser Saison bereits Mitte November beginnt, Flutlicht-Spiele im Marschwegstadion zu bestimmten Tageszeiten möglich. Zum ersten Mal in der Geschichte der 1951 eröffneten Sportstätte wurde am Dienstag, 9. August 2022, gegen den SV Elversberg mit künstlichem Licht gespielt.

Auch die für die A28 zuständige Autobahn GmbH hatte zuvor ihr Okay gegeben. Die Zustimmung gilt zunächst für die bereits terminierten Spieltage bis einschließlich zum 17. September 2022. Für die danach folgenden Spieltage sollen weitere Abstimmungen und Überprüfungen vorgenommen werden.

„1:0 für den Fußballsport in Oldenburg! Ich freue mich, dass es so schnell gelungen ist, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der VfB möglichst viele Spiele im heimischen Stadion bestreiten und Oldenburg in TV-Übertragungen präsent sein kann. Hier haben das Sportbüro und unser Eigenbetrieb für Gebäudewirtschaft und Hochbau erstklassige Arbeit geleistet“, lobt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Die Euphorie-Welle nach Aufstieg und gutem Saisonstart kann weitergehen. Es zeigt sich aber auch, dass immenser Aufwand nötig ist, um die infrastrukturellen Nachteile des Standortes Marschwegstadion auszugleichen“, gibt Krogmann zu bedenken. VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg sagt: „Wir sind stolz und froh zugleich. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung haben wir innerhalb kürzester Zeit einen Meilenstein für den VfB Oldenburg erreichen können. Vielen Dank an alle Beteiligten! Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich auf spannende Heimspiele im Marschwegstadion freuen.“

Der VfB, der ansonsten in die als Ausweichstadion benannte Bundesliga-Arena von Hannover 96 umziehen müsste, benötigt für die 3. Fußball-Liga im Marschwegstadion an Spieltagen Flutlicht, um die anspruchsvollen Lizenzauflagen des Deutschen Fußball-Bundes zu erfüllen. Diese Anforderung gilt für jeden Spieltag, unabhängig von Anstoß- und Jahreszeiten. Dass am 1. Spieltag gegen den SV Meppen noch ohne künstliche Ausleuchtung gespielt werden konnte, war einer einmaligen Ausnahmegenehmigung des DFB zu verdanken.

Zwei Masten

Die Firma Musco Lighting Germany GmbH liefert die aus zwei Masten bestehende mobile Flutlichtanlage für die jeweiligen Spieltage an. Die Kosten dafür trägt der VfB. Zur Premiere gegen den SV Elversberg traf der Transport am Montag, 8. August, in Oldenburg ein. Die Masten wurden auf beiden Seiten der Haupttribüne platziert. Die Lichtpunkthöhe der Strahler beträgt auf der südlichen Seite 32 Meter, auf der nördlichen Seite sind es 30 Meter. Jeweils 30 Leuchten sorgen für fernsehtaugliches Licht. Die DFB-Vorgaben verlangen mittlere Beleuchtungsstärken von 800 Lux. Diesen Anforderungen soll das mobile Flutlicht gerecht werden.

Grenzwerte werden eingehalten

Das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro hat in einer Modellrechnung, die auf den Angaben der Betreiberfirma basiert, untersucht, welche Auswirkungen die Flutlichtanlage für die Anwohnerschaft im Bereich des Stadions sowie für den Verkehr auf den benachbarten Straßen und der A28 haben wird. Die Gutachter haben für drei Heim-Spieltage mit unterschiedlichen Spielzeiten Einzelfallbetrachtungen vorgenommen. Demnach können an den Spieltagen bis einschließlich zum 17. September (9. Spieltag, Anstoß 14 Uhr) bei der Bewertung der Blendgefahren die Grenzwerte auf allen Fahrwegen eingehalten werden. Mit Blick auf die Lichtimmissionen für Wohngebäude wird die künstliche Raumaufhellung als unbedenklich eingestuft.

Nachmessungen

Für den 17. Spieltag, der vom 11. bis 14. November stattfindet und der letzte im Marschwegstadion vor der Winterpause sein wird, empfehlen die Gutachter, das Flutlicht nur bis 16.15 Uhr zu betreiben, damit die Grenzwerte auf der A28 eingehalten werden können. Auch die für die Raumaufhellung geltenden Immissionsrichtwerte würden dann nicht überschritten werden. Gleichwohl gibt es bei allen drei Konstellationen aber Stellen in der Stadionumgebung, an denen die Leuchten als blendend wahrgenommen werden – berechnet wurden Werte für insgesamt 18 ausgewählte Immissionsorte. Die Gutachter raten dazu, nach der Errichtung der Flutlichtanlage in einigen Bereichen lichttechnisch nachzumessen, um die Berechnungen zu verifizieren. Die Kontrollmessungen sind für den 20. August geplant.