Entscheidung am 27. Februar

Oberbürgermeister Krogmann stellt Beschlussvorschlag zum Stadion-Neubau vor

Dem Profi-Fußball eine Zukunft geben

Wenn der Stadtrat am Montag, 27. Februar 2023, in einem Grundsatzbeschluss über den Neubau eines modernen Stadions in Oldenburg entscheidet, geht es darum, dem Profi-Fußball in Oldenburg eine Zukunft zu geben. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hat am Donnerstag, 19. Januar 2023, einen dreiteiligen Beschlussvorschlag vorgelegt, der den Startschuss zur Schaffung einer Drittliga-tauglichen Spielstätte an der Maastrichter Straße geben soll. Über den Beschlussvorschlag wird ab dem 1. Februar in mehreren Fachausschüssen diskutiert, bevor der Rat dann dazu das letzte Wort haben wird. „Wenn der Rat diesem Weg folgt, können wir dem Profi-Fußball in unserer Stadt eine Perspektive ermöglichen. Wenn er das nicht tut, hat sich dieses Kapitel in der Oldenburger Sportgeschichte auf absehbare Zeit erledigt“, zeigt Krogmann die Bedeutung des angestrebten Ratsbeschlusses auf.

Im städtischen Marschwegstadion können auch durch umfangreiche Ertüchtigungsmaßnahmen Nutzungseinschränkungen bei Anstoßzeiten und gravierende infrastrukturelle Nachteile nicht ausgeglichen werden. Der Ausbau zu einer Spielstätte, die alle Vorgaben des Deutschen Fußball-Bundes im Lizenzierungsverfahren für den Drittliga-Betrieb erfüllt, ist an dieser Stelle nicht möglich. Der mit dem Drittliga-Aufstieg in den Profi-Fußball zurückgekehrte VfB Oldenburg kann dort in der Saison 2022/2023 nur unter Auflagen spielen und hatte, um die Lizenz zu erhalten, ein Ausweichstadion (Hannover) benennen müssen. Die in direkter Nachbarschaft zum Weser-Ems-Hallen-Gelände und in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof gelegene Fläche an der Maastrichter Straße war dagegen in einem Standortauswahlverfahren als eindeutiger Favorit hervorgegangen.

Zwei Ausbauvarianten plus Reserve

Der Oberbürgermeister schlägt dem Rat nun vor, zu beschließen, dass die Stadtverwaltung die Planung für den Bau eines Fußballstadions an der Maastrichter Straße aufnimmt, das in zwei Varianten eine Kapazität von 7.500 und 10.000 Plätzen vorsieht und eine Ausbaureserve auf bis zu 15.000 Plätze beinhaltet. Neben diesen Rahmendaten finden auch Klimaschutzaspekte im von Krogmann vorgeschlagenen Beschlusstext Berücksichtigung: So soll die Vermeidung, Reduzierung und Kompensation von CO2-Emissionen durch energetische Maßnahmen – unter anderem durch Photovoltaikanlagen auf den Tribünendächern und durch Verzicht auf fossile Brennstoffe – eine besondere Rolle in der Planung spielen, heißt es in der Beschlussvorlage. Das Stadion-Bauprojekt soll im Einklang mit den klimapolitischen Zielen der Stadt stehen. „Profi-Fußball kann hier Doppelpass mit ökologischer Nachhaltigkeit spielen“, betont Krogmann.

Klimaneutraler Betrieb und kreatives Betriebskonzept

In den Erläuterungen wird ausgeführt, dass die Planung Möglichkeiten für eine möglichst klimaneutrale Herstellung von Stadion und Außenanlagen und für einen klimaneutralen Betrieb der Arena aufzeigen soll. Parallel zur Planung soll ein „zeitgemäßes und kreatives“ Nutzungs- und Betriebskonzept erstellt werden, das zur Stadionauslastung beitragen und weitere wirtschaftliche Potentiale heben soll. Eine neue Arena könne durch Events und Veranstaltungen zu einem besonderen Ort für die ganze Stadt werden. Die zur Klimaneutralität und multifunktionalen Nutzung gewonnenen Erkenntnisse sollen die Basis für konkretere Kostenschätzungen sein. Ein endgültiger Umsetzungsbeschluss im Rat wird für Oktober 2023 anvisiert.

Umsetzung durch Stadion-GmbH

Für die endgültige Entscheidung über einen Stadion-Neubau sind noch verschiedene planerische und kaufmännische Vorarbeiten notwendig. Oberbürgermeister Krogmann empfiehlt, diese von einer flexibel agierenden „Stadion-Realisierungsgesellschaft mbH“ erarbeiten zu lassen. Grünes Licht für die Vorbereitung zur Gründung dieser Gesellschaft soll der Rat nach Krogmanns Vorschlag ebenfalls in seiner Sitzung am 27. Februar geben. Der Gründungsbeschluss soll dann in der Sitzung am 20. März 2023 folgen. Die Stadion-GmbH könnte später auch mit dem Bau und dem Betrieb des Stadions beauftragt werden.

Bauleitplanverfahren aufnehmen

Der dritte Punkt des Beschlussvorschlags für die Ratssitzung am Montag, 27. Februar 2023, sieht vor, das Bauleitplanverfahren für die 7,6 Hektar große Fläche an der Maastrichter Straße, die südöstlich der Weser-Ems-Hallen liegt, Fahrt aufnehmen zu lassen. Bislang gibt es nur einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.

Wie kam der Ball ins Rollen?

Die Diskussion um die Alternativen – Ertüchtigung des Marschwegstadions oder Neubau an anderer Stelle – reicht bis ins Jahr 2014 zurück. Schon damals hatte der Rat beschlossen, dass die Verwaltung die Möglichkeit eines Neubaus eines drittligatauglichen Fußballstadions an einem geeigneten Standort prüft. Diesem Beschluss folgte eine Potentialanalyse durch ein Fachbüro, bei der neun Standorte untersucht wurden. Am Ende sammelte das Gelände an der Maastrichter Straße in der Nachbarschaft der Weser-Ems-Hallen die meisten Pluspunkte. Eine Machbarkeitsstudie hat 2017 die Eignung des Standortes untermauert und in einer im Jahr 2022 aktualisierten Funktionalplanung bestätigt.

Übergangslösung am Marschweg

Über die Vor- und Nachteile eines neuen Stadions gegenüber dem drittligatauglichen Ausbau des Marschwegstadions sowie über nötige Investitionen für eine Übergangslösung haben Politik, Verwaltung und Fachleute in 2022 in einem zweiteiligen „Stadion-Workshop“ diskutiert. „Im Fazit war festzustellen, dass auf der Grundlage der derzeitigen Erkenntnisse und der rechtlichen Vorgaben das Marschwegstadion zu keiner vollständig drittligatauglichen Spielstätte ausgebaut werden kann und damit eine Grundlage für eine dauerhafte Lizensierung fehlt“, fasst Krogmann zusammen.

Die per Ratsbeschluss vom 7. November 2022 eingeleiteten Ertüchtigungsmaßnahmen (Flutlichtanlage, Sicherheitsbeleuchtung, Videoüberwachungsanlage, Einzelsitze für die Tribüne) dienen dazu, überhaupt befristete Ausnahmeregelungen vom DFB zu erhalten, um Spiele am Marschweg für eine Übergangszeit durchführen zu können, bis eine drittligataugliche Spielstätte zur Verfügung steht. Darüber hinaus gehende Veränderungen würden am Marschweg indes ein neues Baugenehmigungsverfahren notwendig machen – und neue, nicht lösbare Probleme mit sich bringen: So lässt sich hier nach heutiger Baurechtspraxis bei weitem nicht die erforderliche Zahl an Parkplätzen realisieren.

Wie geht es weiter?

Im Frühjahr 2023 steht das Lizensierungsverfahren für die Vereine der 3. Liga für die Saison 2023/24 an. Bis zum 1. März 2023, 17 Uhr, sind die Unterlagen vom VfB Oldenburg beim DFB einzureichen. Damit der VfB weiterhin mit diversen Ausnahmegenehmigungen am Marschweg seine Spiele befristet austragen kann, sind neben den eingeleiteten Ertüchtigungsmaßnahmen auch klare Signale für eine grundlegende Lösung für eine drittligataugliche Spielstätte notwendig. Als ein solches Signal soll die für den 27. Februar 2023 angestrebte Ratsentscheidung dienen.

Wo kann ich mehr erfahren?

Weitere Informationen über das Marschwegstadion und einen möglichen Stadion-Neubau sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier »

Zuletzt geändert am 1. Februar 2023