Stadt testet Boden-Aschenbecher an stark frequentierten Bussteigen am Lappan

Kippen-Gully: Hier ist Fallenlassen ausdrücklich erlaubt

Einfach mal die Zigarettenkippe wegschnipsen oder die Reste des Glimmstängels irgendwo auf dem Boden austreten – gegen diese Unsitte geht die Stadt Oldenburg jetzt mit einem Modellversuch vor. Am Lappan testet der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) seit März 2021 zum ersten Mal Aschenbecher, die in den Boden eingelassen sind. Diese Boden-Aschenbecher sollen Raucherinnen und Raucher animieren, ihre Stummel ganz gezielt in den Kippen-Gully fallen zu lassen.

Großes Problem durch Zigarettenkippen für Umwelt und Stadtbild

Noch immer sind in vielen Städten achtlos weggeworfene Zigarettenkippen ein großes Problem, so auch in Oldenburg. Dabei ist wohl den wenigsten Raucherinnen und Rauchern bewusst, dass das Wegwerfen von Zigarettenstummeln eine Ordnungswidrigkeit darstellt und mit 50 Euro Bußgeld geahndet werden kann. „Gerade an Bushaltestellen werden Zigarettenreste schnell mal am Boden ausgetreten, wenn der ersehnte Bus sich der Haltestelle nähert“, weiß AWB-Leiter Volker Schneider-Kühn.

Aber weggeworfene Zigarettenreste tragen nicht nur zu einem unschönen Stadtbild bei, sie belasten zudem auch stark das Grundwasser. Das Nervengift Nikotin ist gut wasserlöslich, wird sehr schnell aus den Kippen ausgewaschen und sickert so in das Grundwasser. Wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass eine Zigarettenkippe ungefähr 40 Liter Grundwasser verunreinigen kann. „Wir haben daher an der Bushaltestelle Lappan einen Modellversuch gestartet, um dieses Umweltproblem zu vermindern“, erklärt Schneider-Kühn. An den dortigen Bussteigen A, B und D als besonders gut frequentierte Bereiche wurden insgesamt fünf sogenannte Boden-Aschenbecher in die Pflasterung eingelassen. Diese Behälter haben eine Größe von 40 mal 40 Zentimetern und sind damit so groß wie die vorhandenen Betonsteine. „Raucherinnen und Raucher können dort ihre Glimmstängel durch einen Gitterrost in einen Auffangbehälter fallen lassen, der regelmäßig von uns entleert wird“, erläutert der AWB-Chef. Die Leerung erfolgt einmal pro Woche.

In vielen Ländern bereits erfolgreich eingesetzt

Solche Boden-Aschenbecher werden schon seit vielen Jahren in den Benelux-Ländern erfolgreich im öffentlichen Bereich eingesetzt. Wenn dieser Versuch auch in Oldenburg positiv verläuft und von den Raucherinnen und Raucher angenommen wird, sollen weitere Stellen im Stadtgebiet mit solchen Aschenbechern ausgestattet werden.
Zusätzlich hat der AWB in der Fußgängerzone Abfallbehälter mit separaten Einwurf-Öffnungen für Zigarettenkippen aufgestellt. Zur Finanzierung dieser Entsorgungsmaßnahmen wurden vom Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima 10.000 Euro bereitgestellt.