Zigarettenkippen: Piktogramme weisen am Lappan auf Entsorgungsmöglichkeit hin

„Bodenascher“ fallen jetzt stärker ins Auge

Der am Lappan gestartete Modellversuch zur Entsorgung von Zigarettenkippen wird fortgesetzt: Piktogramme sorgen seit dem 1. Oktober 2021 dafür, dass die im Bereich der Bushaltestellen in den Boden eingelassenen Sammelbehälter noch stärker ins Auge fallen. Die Symbole wurden direkt neben die Gitterroste auf das Pflaster gesprüht. Die sogenannten Bodenaschenbecher sollen auf den Bus wartende Raucherinnen und Raucher animieren, ihre Zigarettenstummel nicht achtlos wegzuwerfen, sondern ganz gezielt durchs Gitterrost in den Sammelbehälter fallen zu lassen.

Vier Bodenaschenbecher für Modellversuch

Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) der Stadt Oldenburg hatte im Oktober 2020 zunächst fünf „Bodenascher“ installiert. Wegen des Lockdowns war die Testphase indes erst Mitte März 2021 offiziell eingeläutet worden und hatte ein großes Medieninteresse ausgelöst. Aus Sicht des AWB sind die vier unmittelbar an den Buswartebereichen eingebauten Bodenaschenbecher bisher gut genutzt worden. Ein weniger stark frequentierter Standort, der unter einem Baum gelegen und zu weit von Sitzgelegenheiten entfernt war, wurde mittlerweile wieder aufgelöst.

Großes Problem durch Zigarettenkippen für Umwelt und Stadtbild

Noch immer sind in vielen Städten achtlos weggeworfene Zigarettenkippen ein großes Problem, so auch in Oldenburg. Dabei ist wohl den wenigsten Raucherinnen und Rauchern bewusst, dass das Wegwerfen von Zigarettenstummeln eine Ordnungswidrigkeit darstellt und mit 50 Euro Bußgeld geahndet werden kann. „Gerade an Bushaltestellen werden Zigarettenreste schnell mal am Boden ausgetreten, wenn der ersehnte Bus sich der Haltestelle nähert“, weiß AWB-Leiter Volker Schneider-Kühn. Durchschnittlich sind – neben anderen kleinteiligen Abfällen – in den Behältern pro Woche jeweils 400 bis 500 Zigarettenkippen enthalten. Über die vier verbliebenen Bodenaschenbecher sind somit bis Mitte Juli zwischen 27 .000 und 34. 000 Kippen entsorgt worden, bilanziert AWB-Leiter Volker Schneider-Kühn. Die Auffangbehälter werden wöchentlich geleert – per Hand oder mit dem Sauger der Kehrmaschine.

Als positive Erkenntnis hält der AWB fest, dass die „Bodenascher“ im Umkreis von zwei bis drei Metern eine Wirkung auf Raucherinnen und Raucher entfalten. Ideal seien Standorte an Warte- und Eingangsbereichen, vor allem, wenn sie überdacht sind. Weggeworfene Zigarettenreste tragen nicht nur zu einem unschönen Stadtbild bei, sie belasten auch stark das Grundwasser. Das Nervengift Nikotin ist gut wasserlöslich, wird sehr schnell aus den Kippen ausgewaschen und sickert so in das Grundwasser. Wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass eine Zigarettenkippe ungefähr 40 Liter Grundwasser verunreinigen kann.

Weitere Standorte erst nach Auswertung des Modellversuchs

Ob auch an anderen Stellen in der Stadt „Bodenascher“ installiert werden, hängt vom weiteren Verlauf der Testphase ab. „Wir sammeln weiter Erfahrungen, über die wir Anfang 2022 berichten werden“, kündigt Schneider-Kühn an.