Feuerwehreinsatz beim AWB – Entsorgungsbetriebe warnen vor Gefahrstoffen im Abfall

Ätzend: Entsetzen über Salzsäure-Vorfall

Aus gegebenem Anlass weist der Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Oldenburg (AWB) nochmals darauf hin, dass die Abfallbehälter nur mit den für sie zugelassenen Abfällen befüllt werden dürfen. Was passieren kann, wenn sich Müllsünder nicht daran halten, bekam der AWB Mitte Mai 2020 bei einem Vorfall mit Salzsäure vor Augen geführt. Nur mit Glück konnte Schlimmeres auf der Anlage in Neuenwege verhindert werden.

„Vor einigen Tagen kam es zu einem außergewöhnlichen Feuerwehreinsatz in der Abfallbehandlungsanlage“, berichtet Volker Schneider-Kühn, Betriebsleiter des AWB. „Ein mit Abfällen beladener Container wurde in der Anlieferungshalle entleert. Dabei kam es plötzlich zu einer so starken Dampfentwicklung, dass die Brandmeldeanlage ausgelöst wurde. Die dadurch alarmierte Berufsfeuerwehr war schnell vor Ort“, so Schneider-Kühn weiter. Es stellte sich heraus, dass in einem relativ großen, weißen und unbeschrifteten Kanister hochkonzentrierte Salzsäure enthalten war, die beim Entleerungsvorgang des Containers ausgelaufen ist. Die Feuerwehr hat die Säure mit einem geeigneten Mittel gebunden. „Zum Glück waren unsere Mitarbeiter bei dem Vorfall nicht in unmittelbarer Nähe, so dass niemand zu Schaden gekommen ist“, stellt Schneider-Kühn erleichtert fest.

Appell an alle

Wir sind immer sehr erschrocken, wenn solche oder ähnliche Vorfälle passieren“, sagt Schneider-Kühn. „Insbesondere sind wir um unsere Mitarbeiter besorgt.  Ich appelliere daher an alle Abfallerzeugerinnen und Abfallerzeuger, Abfälle oder Substanzen, die nicht eindeutig als ungefährlich identifiziert werden können, niemals in einen Container oder anderen Abfallbehälter zu geben, sondern den Mitarbeitenden an der Schadstoffannahmestelle in Neuenwege für eine Analyse zu übergeben“, sagt Schneider-Kühn.

Solche Ereignisse betreffen aber nicht nur den Abfallwirtschaftsbetrieb. Auch private Entsorgungsbetriebe im Stadtgebiet sowie im Umland stellen fest, dass immer wieder gefährliche Abfälle in Abfallbehältern oder Containern entsorgt werden. Trauriger Höhepunkt war am 6. Mai dieses Jahres der Großbrand in einem Metjendorfer Entsorgungsbetrieb, der durch das unsachgemäße Entsorgen von Akkus im Altpapier entstanden war.

Folgende Grundregeln sollten beachtet werden

Damit solche Unglücksfälle vermieden werden können, rät der AWB dazu, folgende Grundregeln unbedingt zu beachten:

  • Elektrogeräte, Akkus, Batterien und Knopfzellen dürfen niemals in den Restmüll. Sie können zum Teil im Einzelhandel (Rücknahmekartons), in größeren Elektrofachgeschäften oder auf jeden Fall bei den Annahmestellen des AWB abgegeben werden.
  • Sofern Produktverpackungen Gefahrensymbole enthalten, sind die auf der Verpackung angegeben Hinweise zwingend zu beachten. Verpackungen von Produkten mit Gefahrensymbolen können über den gelben Sack oder die gelbe Tonne entsorgt werden, wenn diese vollkommen restentleert sind (zum Beispiel Haarspraydosen, Lackdosen, Farbeimer). Verpackungen mit Restbefüllungen sind ausschließlich über die Schadstoffsammlung beziehungsweise über die Schadstoffannahme des AWB an der Wertstoffannahmestelle Neuenwege, Barkenweg 6, zu entsorgen.

Verantwortungslos und schockierend

Nicht minder verantwortungslos und schockierend ist die „Entsorgung“ von (lebenden) Tieren, mit der der AWB mitunter konfrontiert wird: So hatten Unbekannte vor kurzem acht Katzenbabys in einem Karton an der Elektrogarage der Wertstoffannahmestelle Langenweg deponiert. Der Katzen-Nachwuchs war zum Glück wohlauf und wurde in die Obhut des Tierheims übergeben. Derzeit werden die mittlerweile etwa fünf Wochen alten Tiere in einer Pflegestelle versorgt, bevor sie in gute Hände weitervermittelt werden.