Jubiläum im Amt für Jugend und Familie

25 Jahre Soforthilfe für gefährdete Kinder

Es ist kein einfaches Arbeitsgebiet, aber ein sehr wichtiges. Die Soforthilfe für gefährdete Kinder besteht 2021 seit 25 Jahren in Oldenburg. Ein guter Zeitpunkt, um eine Bilanz zu ziehen.

Auch in der Stadt Oldenburg leiden Kinder nämlich unter Gewalt in der Familie, Missbrauch und Vernachlässigung. Ihre Eltern sind oftmals überfordert, drogenkrank, übergriffig oder psychisch hoch belastet. Manchmal ist die Not der Kinder so groß, dass sie sofort, von einer Stunde auf die andere, aus ihrem Umfeld genommen werden müssen. Dafür zuständig ist seit 25 Jahren der Arbeitsbereich „Familiäre Bereitschaftsbetreuung“ im Amt für Jugend und Familie.

447 Kinder haben die beiden Mitarbeiterinnen Carola Gienke und Gerda Hinrichs-Emken seitdem aus akuten familiären Krisensituationen heraus in eine ausgewählte Notfamilie mit pädagogischer Qualifikation vermittelt. Dort bleiben die Kinder nur vorübergehend für einige Wochen oder Monate, ehe sie entweder zurück zu ihren Familien, in eine Pflegefamilie oder in eine Wohngruppe wechseln.

Startschuss im Jahr 1996

„Deutschlandweit gab es damals kaum Erfahrungen mit dieser Art von Krisenintervention“, berichtet Carola Gienke, die vor 25 Jahren mit dem Aufbau des Projektes begann. Auch Konzepte anderer Kommunen lagen nur bruchstückhaft vor. Dennoch gelang es, ein Konzept zu entwickeln, erste Familien zu finden und im November 1996 wurde erstmals ein vierjähriger Junge in eine Bereitschaftspflegestelle aufgenommen. Weitere Familien kamen dazu; das Profil des Projektes wurde ausdifferenziert und erweitert und seit 2000 verstärkte Gerda Hinrichs-Emken als weitere Mitarbeiterin die Bereitschaftspflege. Heute heißt das Projekt „Familiäre Bereitschaftsbetreuung“ und ist als ein fester Bestandteil der Jugendhilfelandschaft der Stadt Oldenburg etabliert.

Herzliches Dankeschön an FBB-Familien

„Zum 25-jährigen Jubiläum der ,Familien Bereitschaftsbetreuung‘ möchten wir ein herzliches Dankeschön an alle ehemaligen und aktuellen ,FBB-Familien‘ richten, die mit viel Engagement und ihrer wohlwollenden Art den aufgenommenen Kindern ein vorübergehendes Zuhause bieten, in dem sie zur Ruhe kommen, Schutz und Geborgenheit erfahren und sich einer zuverlässigen Versorgung sicher sein können,“ sagt Amtsleiter Frank Lammerding.

In den vergangenen 25 Jahren haben 45 Notfamilien ihr Zuhause vorrübergehend für Kinder geöffnet. Mit großem Einsatz wurden unzählige Kontakte zwischen den Kindern und ihren Eltern oder Übergänge für die Kinder mitbegleitet. Die Familien benötigen eine pädagogische Ausbildung oder umfassende pädagogische Erfahrung. Sie werden kontinuierlich betreut, fortgebildet, fachlich beraten und finanziell entschädigt. Gegenwärtig stehen sieben Familien in Oldenburg bereit, um kurzfristig gefährdete Kinder aufzunehmen.

Wer möchte Kindern ein Zuhause bieten?

Das Amt für Jugend und Familie sucht aktuell weitere Familien, Paare oder Einzelpersonen, die bereit sind, Kindern bis zum Alter von zehn Jahren vorübergehend ein Zuhause zu bieten. Wer Interesse hat, Kindern vorübergehend ein zu Hause zu bieten, kann sich gerne bei den Kolleginnen der Familiären Bereitschaftsbetreuung melden: Infos unter 0441 235-2844 (Gerda Hinrichs-Emken) und 0441 235-3608 (Carola Gienke)

Weitere Informationen gibt es auch im Bereich Bereitschaftsbetreuung »