Informationen über Kinderrechte

Über Schulpflicht, Fridays for future und eure Meinung

Hier erfahrt ihr mehr über zwei Rechte, die euch eigentlich ständig begleiten sollten und die unheimlich wichtig für euch und euer späteres Leben sind: das Recht auf Bildung und das Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung. Was es mit den beiden Rechten auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Was ist eigentlich ... das Recht auf Bildung?

In Deutschland müssen alle Kinder zu Schule gehen, denn es gibt eine Schulpflicht. Das bedeutet, dass man ab der Vollendung des 5., 6. oder 7. Lebensjahres (das ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt) in eine öffentliche Schule oder eine anerkannte Privatschule gehen muss. Privatschulen sind zum Beispiel die Freie Waldorfschule, die Paulusschule oder die Liebfrauenschule in Oldenburg – auch Internate zählen dazu. Für Privatschulen müssen die Eltern in der Regel ein Schulgeld bezahlen – an eine öffentliche Schule zu gehen kostet hingegen kein Geld. Das ist auch gut so, denn in Deutschland sollen ALLE Kinder die Chance haben, eine Schule zu besuchen, auch wenn sie vielleicht nicht viel Geld haben.

Wenn man zur Schule geht, lernt man. Und das ist wichtig, damit man herausfinden kann, was einem gut liegt und was man eher nicht so gerne mag.  In der Schule sollst du deine Talente und Fähigkeiten herausfinden und verbessern können, denn dann bekommst du eine Idee davon, was du später mit deinem Leben einmal machen möchtest und welcher Beruf für dich in Frage kommt. Außerdem lernst du in der Schule viele andere Kinder kennen, machst Ausflüge und Klassenfahrten und bekommst so die Möglichkeit, auch mal etwas ohne deine Eltern zu unternehmen ;)

Wie ist es in anderen Ländern?

Das Recht auf Bildung bedeutet auch, dass alle Kinder ähnliche Chancen bekommen sollen und nicht benachteiligt werden, weil sie nicht lernen dürfen oder können. Das ist in manchen anderen Ländern so, vor allem wenn dort Kriege herrschen oder es Klimakatastrophen oder große Armut gibt. In Liberia, dem Südsudan, Afghanistan und Nigeria gehen zum Beispiel weniger als die Hälfte der dort lebenden Kinder in die Schule. Das bedeutet, dass all diese Kinder keinen Zugang zu Bildung haben und es somit sehr schwer für sie wird, später eine Ausbildung zu machen oder einen richtigen Beruf zu ergreifen. Oftmals müssen die Kinder mit für die Familie sorgen, harte Arbeiten erledigen oder auf ihre Geschwister aufpassen und deswegen wollen die Eltern gar nicht, dass sie in eine Schule gehen und etwas lernen, weil sie dann vielleicht die Familie verlassen, um woanders eine Ausbildung zu machen. Für diese Kinder zählt meist nur, dass sie lernen, in ihrer Heimat zu überleben.

Du willst mehr erfahren?

Hier findet ihr ein kurzes Video über einen tollen Film, der zeigt, wie schwer der Weg zu einer Schule für manche Kinder in anderen Ländern ist ». Toll, wenn sie ihn trotzdem gehen! Falls er euch gefällt, könnt ihr den Film übrigens in der Kinderbibliothek beim PFL ausleihen »

Was ist eigentlich ... das Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung?

„Die Zeit rennt und ihr pennt!“
„Es gibt keinen Planeten B!“

Bevor uns das Coronavirus seit März 2020 fest im Griff hatte, konnte man diese Sprüche häufig auf großen Plakaten geschrieben auf den sogenannten „Fridays for future“ Demonstrationen finden. Und damit sind wir auch schon beim Thema: jedes Kind (und auch jeder Jugendliche) hat das Recht auf freie Meinungsäußerung! Und so eine Demonstration ist ein Beispiel dafür, für etwas einzustehen, an das man glaubt und das man für so wichtig hält, dass man es eben der ganzen Welt mitteilen möchte. Besonders toll an den Fridays for future Demonstrationen war es übrigens, dass sich viele Kinder und Jugendliche nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen Ländern der Welt zusammengetan haben und gemeinsam für umfassende und schnelle Klimaschutzmaßnahmen auf die Straße gegangen sind, denn gemeinsam erreicht man oft mehr als alleine.

Die Meinung von Kindern ist genauso wichtig wie die Meinung von Erwachsenen, nur leider sehen das viele Erwachsene anders. Viel zu häufig entscheiden vor allem Eltern einfach über die Köpfe ihrer Kinder hinweg. Kennt ihr das auch? Klar, manchmal müssen die Eltern Entscheidungen für die Kinder treffen, aber sie sollten die Kinder unbedingt nach IHRER Meinung fragen! Denn keiner weiß doch besser was ihr wollt, als ihr selbst, oder? Eben! Eure Hobbys, die Wahl eurer Kleidung oder was ihr gerne Essen möchtet – bei all diesen Dingen solltet ihr die Chance haben, mitzuentscheiden. Okay, jeden Tag Pizza essen oder im Winter mit Sandalen draußen spielen ist jetzt vielleicht eine blöde Idee und da kann es natürlich schon sein, dass eure Eltern etwas dagegen haben. Das ist aber auch gut so, denn das verlangt ja schließlich auch das Recht auf elterliche Fürsorge und das Recht auf Gesundheit von ihnen ;)

Eure Meinung ist gefragt!

Wichtig ist, dass eure Meinung gehört und ernst genommen wird! Und für dieses Recht könnt und sollt ihr natürlich auch eintreten. Manchmal ist das aber schwer, vor allem wenn man noch jünger ist und gar nicht so genau weiß, an wen man sich eigentlich mit einem Anliegen wenden soll. In den meisten Städten gibt es hierfür eine Anlaufstelle oder eine Person, die sich dann für euch einsetzt.

Hier in Oldenburg ist das unter anderem das Kinder- und Jugendbüro ». Hier ist eure Meinung gefragt und hierhin könnt ihr euch wenden, wenn ihr euch beispielsweise für Kinderrechte stark machen wollt, euch um euren Stadtteil sorgt oder euch sonst irgendwie engagieren möchtet. Das Kinder- und Jugendbüro macht auch Spielplatzbeteiligungen und lädt euch dazu ein, mitzuentscheiden, was ihr auf einem Spielplatz wichtig findet. Wir hören eure Ideen und versuchen, diese auch gegenüber anderen Erwachsenen durchzusetzen. Auch Politiker und Bürgermeister sollen sich Zeit nehmen, Kindern zuzuhören und ihre Ideen und Anregungen aufzunehmen.

Auswahl von Hilfen und Beratungsstellen in Oldenburg

Kinder- und Jugendbüro: 0441 235-3690
Kinderschutzbund: 0441 84590
Kinderschutzzentrum – Vertrauensstelle Benjamin: 0441 17788
Wildwasser: 0441 16656
Allgemeiner Sozialdienst: 0441 235-4444 (ServiceCenter der Stadt Oldenburg)

Im Internet findest du noch mehr Hilfsmöglichkeiten. Dort kannst du auch die oben genannten Stellen finden und schauen, welche dir zusagt.