Was ist eigentlich ... das Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung?

Dass Kinder und Jugendliche ein Recht darauf haben, zu spielen, ist super! Dieses Recht hat man später als Erwachsener nämlich nicht mehr und deshalb sollte man es gut nutzen, so lange man noch jung ist :) Spielen ist für eine gesunde Entwicklung von Kindern unheimlich wichtig und beim Spielen lernt man eben spielerisch viel über sich und seine Umwelt und kann sich deshalb besser in ihr zurecht finden.

Wir haben ja bereits über das Recht auf Bildung informiert und ihr wisst, wie wichtig es ist, zur Schule zu gehen und Hausaufgaben zu machen – aber danach ist es eben mindestens genauso wichtig, dass man sich auch erholt von dem anstrengenden Schulalltag, der in den meisten Schulen ja inzwischen auch schon bis in die Nachmittagsstunden hineingeht und somit über die Hälfte eures Tages in Beschlag nimmt! Das ist ganz schön lang!

Daher ist das Recht auf Spiel und Freizeit auf der einen Seite, aber auch das Recht auf Erholung auf der anderen Seite für euch wahnsinnig wichtig! Das tolle daran ist auch, dass ihr selbst bestimmen sollt, wie, was und mit wem ihr spielen möchtet oder wie ihr euch am besten erholen könnt. Es geht um eure selbstbestimmte Freizeit und nicht die verplante Freizeit durch Erwachsene. Na klar haben eure Eltern am Ende meist auch ein Wörtchen mitzureden, aber ihr sollt diejenigen sein, die euren Eltern eure eigenen Ideen hierzu unterbreiten. Das Spielen soll hierbei keinen bestimmten Zweck erfüllen – es geht also nicht um die Teilnahme am Musikschulunterricht oder den Sportverein.

Ebenso wie beim Recht auf Bildung ist besonders wichtig, dass alle Kinder die gleichen Möglichkeiten bekommen zum Beispiel an Freizeitangeboten wie Kunst und Kultur (also Theater- oder Kinobesuche, Ausstellungen und so weiter) teilzunehmen.

Auch Spielplätze sind für eure Freizeitgestaltung gedacht. Auf Spielplätzen sollt ihr spielen und toben und euch ausprobieren, alleine oder mit Freundinnen und Freunden. Für Jugendliche gibt es meistens ebenso Treffpunkte wie beispielsweise Bolzplätze, Skateanlagen oder Basketballplätze, auf denen sie sich ungestört mit Anderen treffen können. Bei der Gestaltung von solchen Plätzen oder Flächen sollen Kinder und Jugendliche daher auch nach ihrer Meinung gefragt werden – in Oldenburg ist der Fachdienst Stadtgrün hierfür zuständig und arbeitet mit dem Kinder- und Jugendbüro zusammen, das euch im Vorfeld nach euren Anregungen und Wünschen fragt. Meistens geschieht dies in einer sogenannten Spielplatzbeteiligung direkt auf dem Platz oder so wie beispielsweise zu Corona-Zeiten online.  

Ihr wollt euch online informieren und entspannen?

Auf den Kinderinternetseiten findet ihr alle Spielplätze in Oldenburg » und darüber hinaus natürlich auch noch alle anderen Angebote der Stadt, wie Freizeitstätten, Bibliotheken und Gemeinwesenarbeiten »

Vielleicht findet ihr hier noch die eine oder andere Anregung für eure Freizeitgestaltung :)

Zum Entspannen gibt es hier Mandala-Malvorlagen ». Viel Spaß dabei!

Was ist eigentlich ... das Recht auf Privatsphäre?

Hast du schon mal eine Freundin oder einen Freund dabei erwischt, wie sie oder er deine Nachrichten auf deinem Handy anschaut? Oder öffnen deine Eltern Post, die ausdrücklich an dich adressiert ist? Das ist eine Verletzung der Privatsphäre. Die Privatsphäre beschreibt deinen persönlichen Lebensbereich. Auch in deinem Zimmer, deiner Tasche oder einem Tagebuch hat niemand etwas zu suchen – es sei denn, DU erlaubst das. Das gilt auch für Einträge auf digitalen sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder Whatsapp. Auch das ist deine Privatsphäre und nur du bestimmst, wer was sehen soll.

Das alles gilt auch für deine Eltern. Sie dürfen dir zwar aus bestimmten Gründen den Zugang zum Computer verbieten, dürfen aber nicht lesen, was du schreibst und was andere an dich schicken. Wenn allerdings deine Eltern in Sorge sind, dass du in Gefahr bist, dürfen sie sich darüber hinweg setzen. Aber sie sollten auf jeden Fall mit dir darüber reden.

Und denke bitte auch daran, dass du Geheimnisse haben darfst, es aber auch schlechte Geheimnisse gibt, etwa wenn dich jemand unter Druck setzt oder Dinge von dir verlangt, die du nicht willst.

Woran Eltern oder Geschwister auch oft nicht denken ist, dass dein Zimmer ein Teil deines persönlichen Lebensbereiches ist. Du hast das Recht, dort ungestört zu sein, wenn du mal allein sein möchtest. Wir haben hier eine Kinderzimmerordnung » (PDF, 160 KB) für dich. Drucke sie aus und schreibe auf, welche Regeln in deinem Zimmer gelten oder was du nicht haben möchtest.

Was ist eigentlich ... das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht?

Für die meisten Kinder und Menschen hier in Deutschland ist das Thema Krieg ganz weit weg und gottseidank sind wir in den letzten Jahrzehnten davon verschont geblieben, aber in vielen anderen Ländern zählt der Krieg leider zum Alltag. Auch zum Alltag von Kindern und Jugendlichen.

In einigen Ländern müssen sich Jugendliche sogar als Soldaten mit Gewehren am Krieg beteiligen – das ist dann besonders schlimm. In der Kinderrechtskonvention konnte man sich nämlich leider nicht mit allen Ländern darauf einigen, dass Kinder und Jugendliche dies nicht dürfen, weil eben in vielen der Länder, die an der Kinderrechtskonvention mitgearbeitet haben, Krieg herrscht und die Länder nicht garantieren wollten, dass sie sich auch daran halten können. Deshalb konnte man sich nur darauf verständigen, dass Jugendliche unter 15 Jahren nicht in den Krieg geschickt werden
sollen. Aber auch daran halten sich nicht alle und so kommt es leider doch auch immer mal wieder vor, dass sogar jüngere Kinder für den Krieg eingezogen werden. Könnt ihr euch das vorstellen???

Es wäre also oft besser für die Kinder, das Land zu verlassen – zu flüchten, wenn dort wo sie leben, der Krieg tobt. Und genau das tun auch viele Kinder und Jugendliche, obwohl es nicht leicht ist, seine Heimat zu verlassen und dann womöglich auch noch alleine ohne seine Eltern wegzugehen, wenn man gar nicht so genau weiß, wohin. Auch das kann man sich hier im behüteten Deutschland wohl eher nicht vorstellen. Doch wenn es einem so schlecht geht, dass man kein Essen mehr hat und man in ständiger Angst lebt vor Bomben, Gewehren und Gewalt, dann gibt es oft keinen anderen Ausweg. Und dann ist es besonders wichtig, dass Kinder und Jugendliche besonders geschützt werden, sobald sie in ein Land kommen, das sie aufnimmt. Das Land darf die Kinder auf keinen Fall zurück in den Krieg schicken und es soll sie genauso behandeln, wie die anderen Kinder, die in dem Land leben. Wenn die Kinder alleine geflüchtet sind, soll das Land die Eltern ausfindig machen und zu den Kindern holen, damit sie wieder als Familie zusammenleben können.

Kinder und Erwachsene, die einen Krieg miterlebt haben, haben oft schlimme Dinge gesehen und viel Angst gehabt – auch eine Flucht ist sehr anstrengend und mit großen Ängsten verbunden und deshalb brauchen die Familien dann auch eine besondere Betreuung und viel Hilfe, vor allem mit der Sprache, denn meistens kommen sie in ein Land, in dem eine ganz andere Sprache gesprochen wird, die sie gar nicht verstehen. Neue Freunde zu finden, zur Schule zu gehen oder mit all den neuen Eindrücken klar zu kommen ist nicht leicht und braucht Zeit und Geduld.

Ihr wollt mehr darüber erfahren?

Hier findet ihr eine interessante App », die drei Jugendliche vorstellt, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind. Die Jugendlichen erzählen ihre Geschichten und es werden viele Fragen zu Flucht, Asyl und den Menschenrechten beantwortet. Die App ist eher für Jugendliche geeignet.

Auf der Unicef-Homepage » gibt es nicht nur viele Infos zu den Kinderrechten und anderen Hilfsprojekten, sondern auch einen Einblick in die Flucht und das Leben von vier der jüngsten unbegleiteten Flüchtlingen in Deutschland.

Und hier gibt es noch mehr Geschichten »

Auswahl von Hilfen und Beratungsstellen in Oldenburg

Kinder- und Jugendbüro: 0441 235-3690
Kinderschutzbund: 0441 84590
Kinderschutzzentrum – Vertrauensstelle Benjamin: 0441 17788
Wildwasser: 0441 16656
Allgemeiner Sozialdienst: 0441 235-4444 (ServiceCenter der Stadt Oldenburg)

Im Internet findest du noch mehr Hilfsmöglichkeiten. Dort kannst du auch die oben genannten Stellen finden und schauen, welche dir zusagt.