Tag des Stotterns

Wenn die Worte nicht raus wollen

Am Freitag, 22. Oktober, ist der Welttag des Stotterns. Weil das Stottern auch bei Kindern häufig vorkommt, wird an diesem Tag vor allem in Schulen darüber gesprochen. Der Bundesverein Stottern und Selbsthilfe e.V. (BVSS) möchte viele Ehrenamtliche an Schulen in ganz Deutschland ausbilden, die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer über Stottern aufklären. So soll vermieden werden, dass stotternde Kinder im Unterricht geärgert werden oder Angst haben, etwas zu sagen. Hier beantworten wir dir einige Fragen zum Stottern.

Was genau ist eigentlich Stottern?

Es ist eine Störung des Redeflusses, die Worte wollen also nicht so aus dem Mund herauskommen, wie die Person es eigentlich gerne sagen möchte. Schuld daran ist das Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften. Das funktioniert bei stotternden Menschen anders als bei flüssig Sprechenden. Es gibt übrigens noch keine genaue Erklärung, wieso Menschen stottern, dafür aber verschiedene Theorien.

Wie viele Menschen stottern?

In Deutschland stottern laut der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V. (BVSS) mehr als 830.000 Menschen. Rund 115.000 von ihnen gehen noch zur Schule. Übrigens: Man kann niemandem ansehen, ob er oder sie stottert. Erst beim Reden zeigt sich das Problem.

Wann beginnt das Stottern?

Das Stottern beginnt meist ohne offensichtlichen Anlass im Alter zwischen zwei und fünf Jahren. Es lässt sich nicht vorhersagen, ob Kinder das Stottern wieder verlieren oder beibehalten. Jungs stottern übrigens etwa doppelt so häufig wie Mädchen.

Können Stotterer problemlos singen?

Tatsächlich ist das bei vielen Stotterern der Fall. Warum? Weil beim Singen andere Regionen im Gehirn aktiviert werden, als beim Sprechen. Das „Gesangszentrum“ ist vom Stottern also meist nicht betroffen.

Welche Probleme haben Stotternde?

Das Stottern begleitet sie immer. Besonders im Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen, bei Treffen mit Freundinnen und Freunden oder auf Veranstaltungen stellt das Stottern ein Hindernis für sie dar: Denn sobald gesprochen wird, zeigt sich ihr Problem – und nicht selten werden Stotterer von anderen ausgelacht, ausgegrenzt oder benachteiligt. Viele Betroffene entwickeln deshalb Vermeidungsstrategien und wählen andere Wörter, bei denen sie nicht so leicht ins Stottern geraten. Doch auf Dauer ist dieses ständige Kreisen ums Stottern und die dauerhafte Anspannung nicht gut.

Was kann man gegen das Stottern tun?

Zum Beispiel eine qualifizierte Stottertherapie bei einer Logopädinnen oder einem Logopäden oder bei einer Sprachtherapeutin oder einem Sprachtherapeuten besuchen. So kann der Redefluss verändert und erleichtert werden.

Wie gehe ich als Stotterer mit meinem Handicap um?

Wer selbst stottert, sollte vor allem eines versuchen: Sein Selbstvertrauen stärken und eine positive Einstellung zum Stottern entwickeln. Je selbstbewusster und offener du selbst damit umgehst, desto mehr wirst du Vorurteile anderer entkräften können. Wenn du dich hingegen versteckst, einigelst und wenig sprichst, belastet dich das – und kann zu weiteren Problemen führen.

Wie sollte ich auf einen Stotterer reagieren?

Normal und menschlich. Am besten guckst du den Stotterer im Gespräch weiter freundlich an, hörst aufmerksam und gelassen zu und lässt ihn ausreden. Versuche nicht, für ihn die gesuchten Wörter zu finden – denn das würde ihn traurig machen.

Über den Welttag des Stotterns

Seit 1998 gibt es den Welttag des Stotterns, der immer auf den 22. Oktober fällt. Betroffene, Angehörige und Fachleute weltweiter Verbände hatten die Idee dazu. Viele Selbsthilfegruppen bieten einen Tag der offenen Tür an oder machen mit unterschiedlichen Aktionen auf das Stottern aufmerksam.

Du willst mehr erfahren?

Weitere Informationen bekommst du auch auf der Website der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V. » und bei Stottern und Schule ».