Jungen und Mädchen gleich behandeln

Das Gleichstellungsbüro

Im Alltag werden Jungen und Mädchen zum Teil unterschiedlich behandelt. Oft merken wir das nicht mal, obwohl es ungerecht ist. Dadurch kann ein Mädchen einen Nachteil gegenüber einem Jungen haben – oder umgekehrt. Dabei steht in Artikel 3 des Grundgesetzes, dass Männer und Frauen, also auch Jungen und Mädchen, gleichberechtigt sind. Das heißt, sie haben dieselben Rechte und dürfen nicht wegen ihres Geschlechts unterschiedlich behandelt werden. Alle in Deutschland müssen sich daran halten: Jeder Mensch, jede Behörde und jeder Betrieb – und natürlich auch die Schule.

Leider klappt das mit Gleichberechtigung noch nicht immer und überall. So passiert es, dass eine Frau als Handwerkerin nicht ernst genommen wird, weil man ihr keine anstrengende Arbeit zutraut. Umgekehrt kann es für einen Mann in einem Kindergarten schwieriger sein, weil er von manchen nicht mehr als „richtiger“ Mann angesehen wird oder Eltern der Kindergartenkinder ihm nicht vertrauen.

Typisch Junge? Typisch Mädchen? Nein danke!

Solche Gemeinheiten merkt man auch in der Schule: Viele sagen, Mädchen können nicht gut rechnen und Kunst ist nichts für Jungs. Das wird so oft gesagt, dass Mädchen und Jungen das selber glauben und erst deshalb in diesen Fächern schlecht sind. Solche Vorurteile übernehmen Kinder von den Erwachsenen und behandeln sich untereinander dann auch nicht gleichberechtigt. Ein Junge, der sich mehr für Mode als für Fußball interessiert, wird schnell ausgegrenzt oder ein Mädchen wird gemobbt, weil sie keiner „Schönheitsnorm“ entspricht oder entsprechen will.

Das hat größere Auswirkungen als man zunächst denkt: Wir wissen, dass Mädchen im Durchschnitt besser in der Schule sind, sogar häufiger und besser studieren – die richtig gut bezahlten Jobs machen dann aber meistens Männer. Weil man mit Mathe mehr Geld verdient als mit Kunst und weil Frauen die Kinder bekommen. Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger. Das darf nicht sein.

Was macht das Gleichstellungsbüro?

Es ist wichtig zu erkennen, dass wir alle anders sind und wir selbst sein dürfen – egal, was wir gelernt haben, wie man als Mädchen oder Junge zu sein hat. Wir vom Gleichstellungsbüro organisieren deshalb Veranstaltungen und Projekte, damit mehr Menschen erfahren, wodurch Männer und Frauen ungerecht behandelt werden. Wir diskutieren und arbeiten mit vielen anderen Menschen zusammen, denn das Thema Gleichberechtigung gibt es überall: Im Job, in der Schule, im Alltag, in den Familien und auch unter Freundinnen und Freunden – die Arbeit des Gleichstellungsbüros nennt man deshalb eine „Querschnittsaufgabe“.

Was machen wir als Gleichstellungsbüro im Arbeitsalltag?

  • Wir veröffentlichen Informationen und Broschüren und führen Veranstaltungen zum Thema Gleichberechtigung durch.
  • Bei uns können sich Personen melden, die wegen ihres Geschlechts ungerecht behandelt werden.
  • Wir beraten zu Themen, die typisch sind für ein Geschlecht, zum Beispiel Mütter, die gerne wieder arbeiten möchten.
  • Zu bestimmten Themen nehmen wir an Arbeitskreisen teil. Dort treffen sich Menschen aus verschiedenen Bereichen und arbeiten gemeinsam an einem Thema. Dabei geht es zum Beispiel um Alleinerziehende, um Gesundheit, um Armut oder auch Gewalt.
  • Wir unterstützen die Stadt Oldenburg bei dem Ziel, dass mehr Männer und Frauen in untypischen Berufen arbeiten. Also, dass wir zum Beispiel mehr Frauen in den Computerbereich und zur Feuerwehr bekommen und mehr Männer in die Kindergärten und Schulsekretariate.
  • Wir erarbeiten Konzepte oder arbeiten mit an Konzepten für die Stadt, wenn es um Themen geht, die etwas mit Gleichberechtigung zu tun haben. Zum Beispiel haben wir das Frauenmobil » entwickelt. Damit können Frauen und Mädchen ab zwölf Jahren nachts günstiger mit einem Taxi in der Stadt Oldenburg nach Hause fahren, damit sie sicher ankommen.

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