Worum geht es? Amphibien in Oldenburg

Artenschutz gemäß der Agenda 21: Lebensräume für bedrohte Amphibien sollten auch bei wirtschaftlicher Nutzung von Feuchtgebieten soweit wie möglich erhalten bleiben. Ersatzlebensräume sind direkt vor Ort anzulegen.

Unsere heimischen Amphibien (Lurche) gehören zu den bedrohten Tierarten. Die Hauptursache für die Bedrohung ist das Verschwinden geeigneter Biotope mit adäquaten Laichgewässern und das Zerschneiden der Lebensräume durch den Straßenbau.

In Oldenburg-Wechloy haben wir bisher 6 Arten nachgewiesen:
Seefrosch (Rana ridibunda), Grasfrosch (Rana temporaria), Erdkröte (Bufo bufo), Bergmolch (Ichthyosaura alpestris), Teichmolch (Lissotriton vulgaris) und den Fadenmolch (Lissotriton helveticus). Alle heimischen Amphibien stehen nach der Bundesartenschutzverordnung unter Schutz. Auf der „Roten Liste Niedersachsen“ sind Fadenmolch, Bergmolch und Seefrosch als gefährdet eingestuft (Stufe 3).

Was ist zu tun?

Zukunftsfähige Planung gemeinsam mit der Verwaltung und der Politik

  • Erhalt der Feuchtgebiete fördern
  • Anlage ortsnaher Ersatzlaichgewässer und Landlebensräume
  • Dauerhafte Leiteinrichtungen beim Straßenbau in Amphibiengebieten

Gefährdung

Seit 1992 ist Gabriele Röhr bereits in Oldenburg-Wechloy am „Heidbrook“ und in anderen Gebieten Oldenburgs aktiv und setzt sich für Schutzmaßnahmen für den Bestand der Amphibien ein. Im Jahre 2002 wurde ihr dafür der Umweltpreis der Stadt Oldenburg verliehen.

Zum Wohle der – zweifellos auch sehr wichtigen – Wirtschafts- und Stadtentwicklung sind sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart die Biotope der Amphibien zerstört worden. Besonders das Zuschütten von Kleingewässern (Teichen, Regenrückhaltebecken, Gräben) ist problematisch, da die meisten Amphibien-Arten für die Fortpflanzung das Gewässer bevorzugen, in dem sie selbst geboren wurden.

Die Gruppe Amphibienschutz

Im Jahre 2003 gründete sie die Gruppe „Amphibienschutz“. Unsere Gruppe engagiert sich seitdem sowohl in Oldenburg-Wechloy am Heidbrook und im Umfeld der Haareniederung als auch in anderen Bereichen der Stadt. Unser Ziel ist, die Populationen der bereits vorhandenen Arten zu sichern, die durch Baumaßnahmen stark reduziert sind oder deren Laichgewässer verloren gegangen sind. Hierzu sind geeignete vor Ort angelegte Ersatzlaichgewässer notwendig.

Die Gewöhnung der Tiere an die neuen Gewässer ist ein mühsamer mehrjähriger Prozess, den wir lenken und überwachen. Schwerpunkt unserer Arbeit sind der Amphibienschutz am Heidbrook in Wechloy sowie eine Bestandserfassung der aktiven Tiere. In diesem Gebiet leben Erdkröten, Grasfrösche, Teich- und Bergmolche, und seit 2004 wird der Seefrosch regelmäßig gesichtet. Auch einzelne Exemplare des Fadenmolches wurden in Wechloy gefunden. Die Laichgewässer dieser Arten befanden sich ehemals auf dem jetzigen Gewerbegebiet Wechloy.

Wanderung im Frühjahr

Da die meisten Amphibienarten auf das Laichgewässer geprägt sind, in dem sie selbst aufgewachsen sind, wandern sie im Frühjahr aus ihren Überwinterungsquartieren immer zu den ehemaligen Teichen, die zugeschüttet sind, in Richtung auf das Einkaufszentrum.

Um zu verhindern, dass die Tiere aus ihrem Lebensraum Wald über die Straße wandern, auf der sie überfahren werden, hat die Stadt Oldenburg einen Fangzaun aufgestellt, der von uns regelmäßig kontrolliert und abgesammelt wird. Außerdem hat die Stadt als Ersatz-Laichgewässer ein Regenrückhaltebecken an der Waldseite erweitert. Die eingesammelten Lurche bringen wir zur Laichzeit in das Ersatzgewässer und außerhalb der Fortpflanzungszeit in den Wald. Die Betreuung erfolgt auch nach der Wanderzeit im Frühjahr, da dann auch Jungtiere der verschiedenen Arten unterwegs sind. Zu den Hauptwanderzeiten kümmern wir uns ebenfalls um andere Amphibienvorkommen in Oldenburg, zum Beispiel am Tegelbusch und am Drögen-Hasen-Weg.

Wer macht mit?

Die Gruppe besteht aus vier naturwissenschaftlich qualifizierten Mitgliedern mit Langzeiterfahrung im Naturschutz. Zu den Hauptwanderzeiten der Amphibien werden wir regelmäßig von interessierten Bürgerinnen und Bürgern unterstützt: Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Mitglieder der Universität Oldenburg und andere fleißige Helferinnen und Helfer unterstützen das Gelingen des Projektes.

Unsere Gruppe freut sich über Interessierte jeden Alters. Weitere Interessierte sind jederzeit willkommen.