Zeitzeugenbörse: Alt und Jung gemeinsam

„Wer seine Vergangenheit vergisst, verliert seine Wurzeln.“ (Willi Brandt)

Aus der Überlegung heraus, dass Zeitgeschichte an sich nicht erfahrbar ist, sondern als persönliche Geschichte von jedem anders erlebt wurde und nach dem Vorbild von weltweit bereits existierenden Zeitzeugenbörsen haben wir, einige Senioren und Seniorinnen, Anfang 2004 die Zeitzeugenbörse in Oldenburg gegründet.

Informieren und mitmachen

Die Oldenburger Zeitzeugenbörse vermittelt Zeitzeugen an Lehrer, Journalisten, Studenten und andere Interessierte. Und sie sucht selbst ständig Zeitzeugen, die ihre erlebten Geschichten zu aktuellen Themen, einer bestimmten Zeit oder einem speziellen Ort weitergeben möchten.

Die Zeitzeugenbörse ist eine Börse, bei der alle gewinnen:

Junge, weil sie Antworten auf ihre Fragen bekommen und im Dialog ihre eigene Meinung finden.

Alte, weil sie erfahren, wie aus ihren Geschichten Geschichte wird. Sie finden sinnvolle Aufgaben und Kontakte, die sie sonst nie bekommen hätten. Das Gefühl des sozial Aufgehobenseins und des eigenen Selbstwertes wird gestärkt durch die Erfahrung, dass die eigenen Lebenserinnerungen für andere interessant und wertgeschätzt sind.

Nutzerinnen und Nutzer, weil selbst erlebte und erzählte Erlebnisse Geschichte lebendiger und verständlicher machen.

Wer macht mit und kann zu welchem Thema erzählen?

Linda Abel
Schulanfang 1946, Berichte von der kargen Nachkriegszeit auf dem Lande, Berufsweg von der Volksschülerin zur Stationsschwester.

Eva Hagel
Kindheit im Krieg in Ostpreußen und später in Frankfurt/Oder, Vertreibung 1945 und Ankunft in Niedersachsen. „Die letzten Briefe meines Vaters von der Front.“

Hildegard Rose
Kindheit und Jugend im dritten Reich, Schule und Jungmädel und 1944 zum Kriegsdienst, 1945 Einmarsch der Russen in Sachsen, DDR-Besuche in Dresden und Bad Schandau.

Günther Zimny
Kindheit und Jugend in Schlesien, Vertreibung und Ankunft in Oldenburg, Bericht über die Anfänge der Bundeswehr.

Alle vier Zeitzeugen können auch über den Schwarzmarkt bis 1948 und über die Währungsreform berichten.

Seien Sie mit dabei!

Wir möchten unseren Kreis aber auch ständig erweitern und suchen daher Mitbürger unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Religion oder Herkunft. Sie müssen nur Freude haben am Erzählen, an dem Miteinander von Jung und Alt.

Kontakt:
Agenda-Büro der Stadt Oldenburg
Industriestraße 1 h
26121 Oldenburg
Telefon: 0441 235-3246
E-Mail: agenda21(at)stadt-oldenburg.de

Zeitzeugenbörse-Gründerin Ruth Hoting erhält Bünting-Förderpreis

Große Freude bei Ruth Hoting und der Zeitzeugenbörse: Am Donnerstag, 12. Mai 2011, ist die Gründerin der Oldenburger Zeitzeugenbörse der Lokalen Agenda 21 mit dem Johann Bünting-Förderpeis ausgezeichnet worden. Insgesamt verleiht die gleichnamige Stiftung in Leer vier mit je 5.000 Euro dotierte Preise für ehrenamtliches Engagement.