Gutachten sieht bis 2030 Bedarfe bei kleineren Wohnungen und Eigenheimen für Familien

Wohnungsbau in Oldenburg ist deutlich vorangekommen

Um auch weiter möglichst genau auf der Basis des realen Bedarfs planen zu können, hat Oberbürgermeister Jürgen Krogmann für die Stadt Oldenburg eine Wohnungsbedarfsprognose » (PDF, 1 MB) mit einem Schwerpunkt auf dem Markt für bezahlbares Wohnen bis zum Jahr 2030 erstellen lassen. Die Ergebnisse der Studie der InWIS Forschung & Beratung GmbH aus Bochum liegen jetzt vor und wurden am Donnerstag, 18. Juni 2020, im Ausschuss für Stadtplanung und Bauen vorgestellt.

Die Untersuchung zeigt, dass Oldenburg auf einem guten Weg ist, auch im Segment der bezahlbaren Wohnungen den erwarteten Bedarf mehr und mehr zu decken. Jährlich werden derzeit konstant mehr als 1.000 neue Wohneinheiten insgesamt fertiggestellt. Die intensive Wohnungsbauförderung von Rat und Verwaltung in den letzten Jahren schlägt sich hier deutlich nieder.

Instrumente der Wohnungsbauförderung wirken

„Wir sind in Oldenburg bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums im Geschosswohnungsbau deutlich vorangekommen. Das Gutachten der InWIS zeigt, dass unsere Instrumente gut wirken. Kürzlich haben wir die finanziellen Mittel für 2020 sogar um 800.000 Euro aufstocken müssen, so gut wurde die Förderung von Investoren angenommen. Hinzu kommen die Impulse durch die im „Bündnis Wohnen“ » beschlossenen Maßnahmen. Allein durch die Quotenregelung werden in den kommenden Jahren mehr als 700 bezahlbare Wohnungen zusätzlich errichtet werden, freut sich Krogmann. Allerdings bleibt die Nachfrage im kommenden Jahrzehnt auf einem nennenswerten Niveau. Das INWIS-Gutachten rechnet mit einem jährlichen Neubaubedarf von 600 Wohneinheiten. Es fehlt vor allem an kleineren Wohnungen bis 60 Quadratmeter.

Angespannte Nachfragesituation nach Einfamilien- und Reihenhäusern

Zu beachten sei aber auch der Hinweis aus dem Gutachten auf die angespannte Nachfragesituation insbesondere von Familien nach Einfamilienhäusern und Reihenhäusern. „Wir müssen aufpassen, dass die Abwanderung von Familien ins Umland in den nächsten Jahren nicht deutlich zunimmt“, sagt Krogmann. „Deshalb werden wir in der Stadtentwicklung diesen Aspekt wieder stärker in den Fokus rücken. Hier ist ökologisch eng abzuwägen zwischen dem Flächenverbrauch einerseits und verstärktem Pendlerverkehr aus dem Speckgürtel, der unsere Ausfahrtstraßen verstopft.“

Bevölkerungsprognose: Einwohnerzahl steigt auf 175.000 im Jahr 2030

Grundlage für die Wohnungsbedarfsprognose sind die Bevölkerungsprognosen der NBank und der Stadtverwaltung. Beide gehen auch künftig von einem Bevölkerungswachstum für Oldenburg aus. Geschätzt wird, dass sich die Einwohnerzahl bis ins Jahr 2030 je nach Prognose auf mindestens 175.000 erhöht. In beiden Prognosen zeigt sich der demografische Wandel mit einem steigenden Anteil an älteren Einwohnerinnen und Einwohnern.

Neue Baugebiete und Verdichtung

„Von 2019 bis 2030 ergeben sich auf Basis der beiden Prognosevarianten (mit Basisjahr 2018) Wohnungsbedarfe zwischen rund 5.550 und rund 7.450 Wohneinheiten. Gemäß beider Varianten besteht vor allem kurzfristig (bis 2025) noch ein erkennbarer Bedarf, um dem Nachfrageüberhang am Wohnungsmarkt begegnen zu können“, sagt Stadtbaurat Dr. Sven Uhrhan.

In den aktuelleren Bebauungsplänen können bereits rund 3.500 Wohnungen entstehen. Aber auch in den älteren Bebauungsplänen und im Innenbereich stehen viele Baulücken (etwa 1.400 Wohneinheiten) für eine Wohnnutzung bereit. „Verdichtung im Bestand ist aber ein sensibles Thema in Oldenburg. Man wird deshalb auch nicht alle Potenziale nutzen können. An der zumindest punktuellen Ausweisung neuer Baugebiete wird daher kein Weg vorbei führen“, so Uhrhan.