Unbürokratische Hilfe für Bedürftige

Corona-Notfallhilfe: Einkaufsgutscheine sollen helfen

Caritas, Diakonie und Kirchengemeinden haben im April 2020 in Kooperation mit der Stadt Oldenburg beschlossen, kurzfristig eine materielle Notfallhilfe zur Abmilderung von Coronafolgen auf den Weg zu bringen. Dieser Schritt wurde beschlossen, weil es die Befürchtung gab, dass viele Menschen infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie in den nächsten Wochen und Monaten in finanzielle Bedrängnis kommen werden.

    Die Umstände, die dazu führen können, sind durchaus vielfältig:

    • Der Teilzeit- oder Minijob, der weggefallen ist und mit dem bisher Raten beglichen werden konnten.
    • Kurzfristiger Verlust des Arbeitsplatzes und Überbrückung bis zur Bewilligung von Lohnersatz-Leistungen.
    • Der Wegfall der Lebensmittelausgabe durch die TAFEL Oldenburg.
    • Das Ruhen einer ehrenamtlichen Tätigkeit und damit Wegfall einer Aufwandsentschädigung.
    • Für Menschen in sehr prekären Lebenslagen ist es eine Katastrophe nicht mehr Flaschen sammeln zu können oder keine Straßenzeitung mehr verkaufen zu können. Auch Betteln in der Fußgängerzone fällt derzeit als Einnahmequelle weg.

    Was ist geplant?

    Es sollen durch eine zentrale Stelle in Oldenburg Einkaufsgutscheine als Nothilfe ausgegeben werden. Mit den Gutscheinen kann in allen Netto-Märkten in der Stadt Oldenburg eingekauft werden.

    Wie bekomme ich einen Einkaufsgutschein?

    Anfragen können ab sofort bis zum 30. April, danach jeweils ab Mitte des Monats (15. Mai, 15. Juni), beim Diakonischen Werk Oldenburg-Stadt (bitte ausschließlich telefonisch unter 0441 97093-0) gestellt werden. Betroffene rufen die genannte Telefonnummer an und schildern der Diakonie-Mitarbeiterin oder dem Diakonie-Mitarbeiter kurz die aktuelle Situation. Es werden die persönlichen Daten Name, Anschrift, Telefonnummer auf einem Kontaktformular erfasst und mit den Anruferinnen und Anrufern die Höhe der benötigten Notfallhilfe geklärt. Daraufhin wird ein entsprechender Gutschein, der auf den Namen der oder des Anrufenden ausgestellt ist, ausgedruckt und am gleichen Tag per Post verschickt. Es wird versucht, die Hilfen in Form von Einkaufsgutscheinen sehr kurzfristig zu gewähren. Eine persönliche Vorsprache ist ausdrücklich nicht vorgesehen.

    Während des Telefonats kann außerdem geklärt werden, ob es weitergehende Hilfen oder Unterstützungsmöglichkeiten für die oder den Anrufenden gibt (zum Beispiel Hinweis auf die Möglichkeit der Beantragung von ergänzenden staatlichen Leistungen wie Kinderzuschlag, Wohngeld oder ähnliches).

    Müssen Gutscheine erstattet werden?

    Nein, es handelt sich um eine Zuwendung als Sachleistung, die nicht erstattet werden muss.

    Werden die Gutscheine auf Sozialleistungen angerechnet?

    Nein, da es sich um eine zweckbestimmte Zuwendung seitens der freien Wohlfahrtspflege handelt. Dieses wurde auch mit dem Amt für Teilhabe und Soziales und dem Jobcenter Oldenburg im Vorfeld geklärt.

    Durch wen werden die Gutscheine finanziert?

    Die Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises, die Evangelische Landeskirche, Caritas, Diakonie und die Stadt Oldenburg teilen sich die Kosten und stellen Sondermittel dafür bereit. Dies soll ein Signal der Solidarität für die am stärksten betroffenen Menschen sein. Es soll all die Aktivitäten ergänzen, die ohnehin schon stattfinden, möglichst einfach und unbürokratisch und nicht mit zusätzlichen Kontakten durch Wege und Vorsprachen verbunden sein.