Kommunaler Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt

Sensibilisierung

Bestehende Struktur

Auf Bundesebene wurde 2013 das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ eingerichtet, das zu jeder Zeit sowohl telefonisch als auch online in 19 Sprachen Betroffene, Angehörige und Fachkräfte berät. Es bietet eine Lotsenfunktion zu Beratungs- und Schutzstellen vor Ort. Zudem initiiert es Kampagnen und veröffentlicht umfangreiches Informationsmaterial.

Gleichstellungsbüro

Auf kommunaler Ebene kann die Gleichstellungsbeauftragte einen Teil dieser Aufgaben übernehmen. Sie ist über die örtlichen Beratungsangebote informiert und leitet Ratsuchende an die Fachberatungsstellen weiter. Dies geschieht durch die Herausgabe von Broschüren, der Organisation von Veranstaltungen, Tagungen und Fortbildungen, Vernetzung mit und von Beratungseinrichtungen und Institutionen, die Planung und Durchführung von Projekten. Dabei spielt immer das Hinterfragen von Geschlechtsrollenstereotypen und sich daraus ergebenden Handlungen eine wesentliche Rolle. Das große Themenfeld „Gewalt gegen Frauen*“ war von Beginn an einer der Schwerpunkte im städtischen Gleichstellungsbüro.

16-Tage-Kampagne

Seit 2001 wird jährlich rund um den „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ in Oldenburg mit Aktionen in der Innenstadt, Pressearbeit, Filmen und Fahnen- und Plakataktionen auf das Thema „Gewalt gegen Frauen*“ aufmerksam gemacht. Seit einigen Jahren verknüpft sich mit diesem Gedenktag die sogenannte 16-Tage-Kampagne, die vom 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag an dem der Friedensnobelpreis verliehen wird, andauert. In diesem Zeitraum wird auf vielfältige Weise das Thema „Gewalt gegen Frauen*“ angesprochen.

„Donnerstags in Schwarz“.

Die Evangelische Frauenarbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Oldenburg bietet jährlich zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ Veranstaltungen an und unterstützt die internationale Kampagne „Donnerstags in Schwarz“. Mit dieser Kampagne ruft der Ökumenische Rat der Kirchen zum Protest gegen sexuelle und geschlechtsbezogene Gewalt auf.

ONE BILLION RISING und Internationaler Frauentag

ONE BILLION RISING wird seit 2016 in Oldenburg organisiert. Hierbei handelt es sich um eine Solidaritätskundgebung, die sich ebenfalls gegen Gewalt an Frauen* richtet. Das Oldenburger Organisationsteam hat in den Jahren verschiedene Schwerpunkte gesetzt, wie beispielsweise „Gewalt gegen Frauen* mit Behinderungen“, „Gewalt gegen LSBTI*Q“ und „Gewalt gegen Mädchen*“ sowie Alltagssexismus.

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 8. März – dem Internationalen Frauentag – wird ebenfalls immer wieder für die Gewaltproblematik sensibilisiert.

Charta der Vielfalt

Die Stadt Oldenburg hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet und trägt seit 2013 den Diversity-Tag gemeinsam mit Kooperationspartner*innen aus. Ziel ist es, eine vielfältige und tolerante Unternehmenskultur voranzubringen, die ein wertschätzendes und respektvolles Miteinander fördert. Auch das von der Stadt implementierte Diversity-Netzwerk, in dem alle Betriebe und Unternehmen, die ebenfalls die Charta der Vielfalt unterzeichnet haben, Mitglied sind, unterstützt das Vorhaben. Mit der Anerkennung von Vielfalt als Chance sensibilisieren sowohl der jährlich stattfindende Diversity-Tag, als auch das regelmäßig tagende Diversity-Netzwerk unter anderem zu den Themen Gleichstellung der Geschlechter, respektvolles Miteinander, Toleranz gegenüber vielfältigen Lebensentwürfen.

Das ist zu tun

  • Fortführung und Ausbau von Kampagnen und Maßnahmen zur Sensibilisierung
  • Stärkere Einbindung von Verwaltung, Institutionen, Zivilgesellschaft und Akteur*innen aus dem kulturellen Bereich bei der Umsetzung