Kommunaler Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt

Oldenburg stellt sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt auf

Einstimmig hat der Rat der Stadt Oldenburg am 28. September 2020 einen umfassenden Aktionsplan beschlossen, der Gewalt gegen Frauen* und Häusliche Gewalt in Oldenburg stärker in den Blick rücken, sie verhüten und bekämpfen soll. Eine 100 Seiten starke Analyse der bestehenden Hilfesysteme, ihrer Lücken und empfohlener Maßnahmen, bildet die strategische Planung zur Umsetzung der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene.

Die Istanbul-Konvention vor Ort

Deutschland ratifizierte am 1. Februar 2018 das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“, die sogenannteIstanbul-Konvention, und legte seitdem auf Bundes- sowie auf Landesebene Konzepte zur Umsetzung vor.

Oldenburg geht, initiiert durch einen fraktionsübergreifenden Antrag, nun mit dem kommunalen Aktionsplan in die ganz konkreten Details vor Ort. So stehen ganz oben auf der Agenda beispielweise die Schaffung einer Koordinierungs- und Beratungsstelle gegen geschlechtsspezifische Gewalt, eine stärkere Förderung von Schutz- und Gewaltberatungsstellen, die Einrichtung einer BISS-Beratungs- und Interventionsstelle für von Häuslicher Gewalt (mit-)betroffene Kinder, verbunden mit einer Notrufnummer und elternunabhängiger Beratung, sowie die Weiterentwicklung der Täter*innenarbeit vor Ort.

Die Stadt Oldenburg als Vorreiterin

„Bislang gibt es zwar einen Bundesaktionsplan und Landesaktionspläne, jedoch bundesweit noch keinen einzigen Kommunalen Aktionsplan. Daher bin ich sehr stolz, dass wir hier Vorreiter sind. Dank der vorausgegangenen intensiven Arbeit des Gleichstellungsbüros, stoßen wir damit eine gewaltverurteilende Debatte in Oldenburg an, die weit über unsere Stadtgrenzen hinaus Wirkung zeigen wird“, betont Oberbürgermeister Jürgen Krogmann die Bedeutung des Beschlusses. Zwei Jahre hat das Gleichstellungsbüro gemeinsam mit dem Präventionsrat und Schutz- und Fachberatungsstellen am Aktionsplan gearbeitet.

„Die intensive Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex zeigt, dass Oldenburg zwar auf einem guten Weg gegen geschlechtsspezifische Gewalt ist, aber auch noch viel getan werden muss“, ergänzt Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. „Genau da setzt der Aktionsplan an. Ich freue mich, dass es nun in die Umsetzungsphase geht, damit wir präventiv noch breiter aufgestellt sind und Betroffenen zukünftig noch bessere Unterstützung bieten können.“

Version für Bürgerinnen und Bürger geplant

Geplant ist auch eine übersichtlichere Version des Aktionsplans, welche die Thematik im Allgemeinen, aber auch die ganz konkreten vielfältigen Weisen von Gewalt gegen Frauen* aufzeigen und die Handlungswege Oldenburgs aufzeigen soll. Über das Erscheinen informiert das Gleichstellungsbüro auf diesen Seiten.