Alleinerziehende in Geschichte und Gegenwart

Am 10. Mai 2017 eröffnete das Gleichstellungsbüro in der Stadtbibliothek, Peterstraße 3 die Wanderausstellung „Single Moms“ des Frauenmuseums Bonn. Diese wurde bis zum 20. Juni gezeigt sein und von einem Begleitprogramm ergänzt.

Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen bei nur einem Elternteil auf – meist bei der Mutter. Fast jede fünfte Frau mit Kindern ist allein erziehend. Halber Lohn und doppelte Verantwortung kennzeichnen den Alltag vieler Alleinerziehender.

Auch in früheren Jahrhunderten zogen viele Mütter infolge von Krieg und Naturkatastrophen ihre Kinder allein groß. Das war akzeptiert, solange die Moral gewahrt blieb. Als uneheliche hatten sie jedoch unter Vorurteilen, harter Bestrafung und staatlicher Vormundschaft zu leiden.

Die Ausstellung öffnet den Blick auch auf andere Länder. Allein in Europa waren die Gegensätze groß: Während allein erziehende Mütter in der Gesellschaft der DDR integriert waren, durfte in Irland in den 1960er Jahren nicht öffentlich darüber diskutiert werden, dass es ledige Mütter gab. Das Spektrum aus den anderen Kontinenten reicht von Rebecca Lolosolis erstem Frauendorf Afrikas, über Flüchtlingsmütter aus Jordanien bis zum „Single Mother’s Day“ in Korea. Aus Lateinamerika werden spezielle Arbeitsplätze für „Madres solteras“ vorgestellt und aus den USA „Single Mothers by Choice“, ein Verband, der allein stehende Frauen berät, wie sie Mütter werden können.