Kooperation als Schlüssel zum verbesserten Kinder- und Gewaltschutz

Dem Familiengericht sind sowohl der Kinderschutz, als auch der Gewaltschutz und die Wahrung der Elternrechte nach Art. 6 GG übertragen. Daher stecken Richterinnen und Richter in Fällen Häuslicher Gewalt häufig in einem Dilemma, dem aber durch gute interdisziplinäre Kooperation und eine enge Verzahnung von Gewaltschutz und Kinderschutz begegnet werden kann.

Dabei ist es wichtig, dass das Thema häusliche Gewalt in jeder Phase des Verfahrens angesprochen wird, um den besonderen Bedürfnissen von Müttern, Vätern und Kindern, die von Gewalt betroffen sind, Rechnung tragen zu können.

Denn Ziel der gemeinsamen Anstrengungen aller am familiengerichtlichen Verfahren beteiligter Professionen muss es sein, misshandelten Elternteilen und deren Kindern in einer oft komplexen, die Existenz bedrohenden Lage Schutz, Unterstützung, Hilfestellung und Mut zur Veränderung zu geben. Es darf weder der Hilfe- und Schutzbedarf misshandelter Mütter und Väter unterschätzt werden, noch der notwendige Kinderschutz hinter Elternrechten zurückstehen.

Vita

  • Richterin am Amtsgericht Saarbrücken seit 2007
  • Familienrichterin von 2008 bis 20018; seit September 2019 Betreuungsrichterin
  • zuvor Staatsanwältin, Strafrichterin und von 2005 bis 2007 Mitarbeiterin der „Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt“ im Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales des Saarlandes
  • von 2007 bis 2018 Mitglied des Saarländischen Runden Tisches gegen Häusliche Gewalt
  • von 2015 bis 2018 Vertreterin des Deutschen Juristinnenbundes in der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Häusliche Gewalt beim BMFSFJ