One Billion Rising 2020

Oldenburg erhob sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt

Bilder: Carsten Lienemann und Stadt Oldenburg

Oldenburg beteiligte sich auch 2020 wieder an der weltweiten Kampagne „One Billion Rising“ (übersetzt: Eine Milliarde erhebt sich). Die Protestaktion machte darauf aufmerksam, dass jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von physischer, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt ist. Am Valentinstag, 14. Februar, waren Oldenburgerinnen und Oldenburger dazu aufgerufen, sich um 16 Uhr auf dem Schlossplatz einem kollektiven Tanz gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für Respekt, Wertschätzung, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit anzuschließen. Zum Auftakt in die etwa eineinhalbstündige Veranstaltung spielte wie in den Jahren zuvor die Sambaschule Oldenburg-Eversten. Die Organisation von „One Billion Rising“ in Oldenburg übernimmt das Gleichstellungsbüro.

Diesjähriger Schwerpunkt: „Alltagssexismus und Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen“

„Gewalt gegen Frauen beginnt häufig dort, wo wir sie zum Teil gar nicht als solche wahrnehmen: Im Absprechen von Kompetenzen aufgrund des Geschlechts, in anzüglichen Witzen oder der Herabwürdigung von individuellen Empfindungen“, erklärt Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. „Deshalb fokussierten wir in diesem Jahr insbesondere den Alltagssexismus“. Aufgehängte Plakate mit Beispielen zeigten, was gemeint war: „Stell Dich nicht so an.“, „Du verstehst wohl keinen Spaß.“, „Sind die echt?“, „Jetzt sei mal ein Mann!“, „Heul nicht wie ein Mädchen!“. „Erst wenn wir die Anfänge von Gewalt erkennen und bekämpfen, können wir auch die Eskalationsstufen besiegen“, erläutert Wiebke Oncken den diesjährigen Ansatz.

Slam-Poetin Rita Apel brachte Gastbeiträge zum Thema Alltagssexismus ein

Wo der Sexismus den Alltag von Frauen sonst noch begleitet, brachte Rita Apel auf die One-Billion-Rising-Bühne. Von kalten Füßen über die mathematisch unbegabte Frau in der dritten Lebenshälfte bis zum an Fakten gemessenen geflügeten Wort „Frauen und Kinder zuerst“ deckte die Slam-Poetin mit Humor und schmerzhafter Genauigkeit blinde Flecken in der Wahrnehmung auf. Danach wurde mit zwei Tänzerinnen eine Choreographie einstudiert und im Anschluss gemeinsam getanzt – nicht nur in Oldenburg, sondern in vielen Städten deutschland- und weltweit.

Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit. Die Information dient dem Rückblick.