Aktionen und Veranstaltungen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Oldenburg zeigt Flagge

Gewalt gegen Frauen ist eine spezifische Form von Gewalt. Sie richtet sich nicht gegen ein willkürliches Opfer, sondern geschieht, weil die Betroffene explizit weiblich ist. Eingängige Beispiele sind Zwangsprostitution und Sextourismus, Genitalverstümmelung, Vergewaltigung und die Tötung weiblicher Föten und Säuglinge wegen eines „geringeren Wertes“.

Die UNO geht davon aus, dass jede dritte Frau einmal in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder anderweitig missbraucht wird. 2017 wurden weltweit 87.000 Frauen gewaltsam getötet. Davon 50.000 durch den eigenen Partner oder Familienangehörige. In Deutschland geschieht dies jeden zweiten bis dritten Tag. Das Thema Häusliche Gewalt wird dabei auch heute noch häufig bagatellisiert: als Privatsache oder Familiendrama, Einzelschicksale. Dass dem nicht so ist, zeigt auch die repräsentative Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ von 2004. Demnach hat jede vierte Frau in Deutschland mindestens ein Mal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Partnerschaftsgewalt erlebt. Psychische, ökonomische und soziale Gewalt in Form von Kontrolle über Aufenthaltsorte, Finanzen und Kontakte, Erniedrigung, Drohungen oder Isolation sind dort nicht einmal berücksichtigt.

Die Zahlen müssen alarmieren, denn auch Töchter, die diese Gewalt miterleben, haben in der Folge ein doppelt so hohes Risiko, später selbst Gewalt in der Partnerschaft zu erfahren.

Der Gedenk- und Aktionstag am 25. November soll die Öffentlichkeit daran erinnern, dass Frauen und Mädchen weltweit Opfer von spezifischer Gewalt und Diskriminierung sind. Die Ursachen von Gewalt gegen Frauen liegen in gesellschaftlichen Strukturen begründet und es bedarf  der öffentlichen Aufmerksamkeit und Unterstützung, diese Gewalt zu beenden!

Hintergrund

Am 25. November 1960 wurden drei Schwestern vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet. Ihre Untergrundaktivitäten gegen die brutale Trujill-Diktatur, unter der die Bevölkerung über 30 Jahre zu leiden hatte, waren ihnen zum Verhängnis geworden.

Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. Rund 20 Jahre später wird der 25. November ein internationaler Gedenktag: 1981, auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen in Bogotá, Kolumbien, würdigten die Teilnehmerinnen diese Frauen und riefen das Todesdatum der drei Schwestern zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus.

Sind Sie selbst von physischer oder psychischer Gewalt betroffen oder unsicher, ob Sie es sind, dann finden Sie hier Ansprechpartnerinnen »