Gleichstellung weltweit auf dem Prüfstand

Jedes Jahr nimmt das Weltwirtschaftsforum (WEF) die Gleichstellung von Mann und Frau im globalen Vergleich unter die Lupe und erstellt daraus ein Ranking. Welche Länder sind Vorreiter in Sachen Gleichstellung? Wo gibt es noch viel zu tun? Und wie sieht der aktuelle Trend aus?

Für Deutschland ist insbesondere die letzte Frage eine bittere. Beim ersten Ranking im Jahr 2006 erreichte Deutschland Platz 5, 2017 war es noch Platz 12 ,2018 reicht es nur noch für Platz 14. Die Spitzenposition übernimmt erneut Island, dann folgen Norwegen, Schweden, Finnland, Nicaragua, Ruanda, Neuseeland, die Phillipinen, Irland, Namibia, Slowenien und Frankreich.

Vier Faktoren untersucht das Weltwirtschaftsforum für den Index: Wirtschaft, Politische Mitwirkung, Bildung und Gesundheit.

Dabei ist festzustellen, dass die Gleichstellung insgesamt stockt oder gar rückläufig ist. So ist beispielsweise die politische Teilhabe ein weltweites Problem. Im Durschnitt liegt der Frauenanteil in den Parlamenten bei 24 Prozent. Zwar liegt Deutschland mit aktuell etwa 30 Prozent Frauenanteil im Bundestag darüber, doch ist auch hier die Entwicklung seit Jahren rückläufig. Außerdem bereitet die Erwerbsbeteiligung Sorgen. Weltweit geht die Teilhabe der Frauen am Arbeitsmarkt zurück. In Deutschland ist weniger die Erwerbstätigenquote an sich das Problem, vielmehr liegt im hohen Anteil an Teilzeittätigkeit unter den Frauen eine der Hürden zur finanziellen Unabhängigkeit. Auch der Wegfall von Arbeitsplätzen durch Digitalisierung betrifft vermutlich häufiger Arbeitsstellen von Frauen. Außerdem blickt die Studie in den MINT-Bereich und stellt fest, dass Frauen dort nicht nur deutlich unterrepräsentiert sind, sondern die Frauen, die gut qualifiziert sind und dort arbeiten, die niedrigeren Arbeitsstellen mit weniger Einkommen bekleiden. Die Empfehlung lautet, Frauen in diesem Bereich stärker zu unterstützen und zu schulen.

Details und Download der Studie auf den Seiten des Weltwirtschaftsforums »