Stadt und Montag Stiftung unterzeichnen Vereinbarung

Am Dienstag, 7. Mai 2013, unterzeichneten Dagmar Sachse, Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg, und Barbara Brokamp, Projektbereichsleiterin Inklusion der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft (MJG), die Kooperationsvereinbarung „Inklusion vor Ort“. In den nächsten zweieinhalb Jahren bis November 2015 werden damit Prozessbegleiterinnen und -begleiter der MJG die Stadt auf ihrem Weg zur „Inklusiven Übermorgenstadt Oldenburg“ unterstützen.

Inklusion bedeutet Vielfalt
Grundlage für die Kooperation ist es, Inklusion als Vielfaltsansatz zu verstehen. Die Vision einer inklusiven Stadtgesellschaft geht dabei davon aus, dass alle Menschen willkommen geheißen und niemand ausgrenzt wird. „Inklusion beginnt mit einer Haltung des Respekts und der Wertschätzung gegenüber allen Menschen in ihrer Verschiedenheit, also unabhängig von persönlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten, unabhängig vom Alter, von Behinderung, von Herkunft und sozialem Status, vom Geschlecht oder der sexuellen Orientierung“, erklärt Dagmar Sachse. „Das Projekt Inklusion vor Ort hat zum Ziel, Inklusion als übergeordnete Leitidee für werteorientiertes Denken und Handeln auf lokaler, regionaler und kommunaler Ebene zu verbreiten sowie inklusive Veränderungsprozesse vor Ort weiterzuentwickeln und zu initiieren“, beschreibt Wiebke Lawrenz, Projektleiterin der Montag Stiftung, das Vorhaben.

Praxishandbuch „Inklusion vor Ort“
Die MJG berät bei der Entwicklung und Gestaltung inklusiver Prozesse und bei der Arbeit mit dem Praxishandbuch „Inklusion vor Ort“. Im Handbuch sind neben Umsetzungshilfen und Praxisbeispielen vor allem Fragen des Kommunalen Index für Inklusion zu finden. Konkret finanziert die MJG zwölf Beratertage pro Jahr vor Ort. Diese dienen unter anderem dazu, bei der Erstellung des kommunalen Aktionsplans zu unterstützen, ein Netzwerkmanagement aufzubauen sowie die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Initiativen und Institutionen, der Mitarbeitenden der Verwaltung und der Mitglieder des Rates zu organisieren. Auch die Begleitung der Steuerungsgruppe „Inklusive Übermorgenstadt Oldenburg“ gehört zu den Aufgaben der MJG. Vor allem die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ist den Projektpartnern hierbei besonders wichtig. „Alle Menschen sollen mit ihren Stärken und Talenten gleichberechtigt und aktiv an der Gesellschaft teilhaben können. Jede/r Einzelne ist zum Mitmachen eingeladen“, lautet eine Zielsetzung der Kooperationsvereinbarung.

Deutschlandweites Netzwerk knüpfen
Darüber hinaus finden einmal im Quartal Treffen des Projektteams (MJG, Beraterinnen und Berater sowie Vertreterinnen und Vertreter der drei Partnerkommunen Oldenburg, Saarbrücken und einer noch auszuwählenden Kleinstadt) statt. Zweimal jährlich wird diese Runde um Verantwortliche und Interessierte aus den Projektkommunen erweitert. „Hier wird auch Oldenburg Gastgeber sein. Die Öffentlichkeit kann dann einen intensiven Einblick in die Zusammenarbeit nehmen“, sagt Sozialamtsleiterin Inge Voigtländer. „Inklusion lebt von Netzwerken. Durch die Montag Stiftung kann das inklusive Netzwerk auch deutschlandweit geknüpft werden“, freut sich Susanne Jungkunz von der Oldenburger Fachstelle Inklusion.

Über die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft » ist eine unabhängige und gemeinnützige private Stiftung und seit einigen Jahren mit den beiden Projektbereichen „Inklusion und Bildungseinrichtungen“ und „Inklusion vor Ort“ Teil der Inklusionsbewegung in Deutschland. Mit der Übersetzung und Anpassung des Kommunalen Index für Inklusion auf deutsche Verhältnisse haben sie einen Standard gesetzt, der mit dem im November 2011 veröffentlichten Praxishandbuch „Inklusion vor Ort“ weite Verbreitung gefunden hat.