Redebeitrag von Meike Dittmar:

„Ich bin dabei, weil:
Ich mindestens zu einer der sogenannten Randgruppen gehöre; zum Beispiel bin ich gewähltes Mitglied im Behindertenbeirat der Stadt Oldenburg. Ich bin auch dabei weil ich eine Träumerin bin, der die Vision einer inklusiven Gesellschaft am Herzen liegt. Und ich bin dabei, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Offenheit Neuem und Anderem gegenüber, mich selbst und Andere weiter bringt und Entwicklung ermöglicht.

Inklusion bedeutet für mich: Gesellschaftliches Miteinander zu befördern, so dass ein gleichberechtigtes Zusammenleben entsteht, in dem das Wahrnehmen, Wertschätzen und Nutzen von Vielfalt selbstverständlich ist.

Die wichtigsten Werte im Oldenburger Inklusions-Prozess sind für mich:
Die Anerkennung von Ressourcen und die Anerkennung von Vielfalt als Bereicherung. Uns muss es gelingen, Bedingungen in unserer (Stadt-) Gesellschaft zu schaffen, diese vielfältigen Ressourcen einzubinden.

Am Oldenburger Inklusions-Prozess liegt mir besonders am Herzen:
Brücken zu bauen, Begegnungen und Kommunikation zu schaffen, so dass Aha-Erlebnisse, sowie neue Netzwerke entstehen und Vielfalt sich entfalten und gelebt werden kann.“

Oldenburger Akteure präsentieren sich in Hannover - ein Rückblick

Oldenburg gehörte zu den Gewinnern des niedersächsischen Wettbewerbs „Kommunale Modellvorhaben zur Stärkung der Inklusion auf der örtlichen Ebene“.

Mit dem Ziel, mehr inklusive Sozialräume auf kommunaler Ebene anzustoßen, hatte das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration beschlossen, herausragende Kommunen auf ihrem weiteren inklusiven Weg zu unterstützen – frei nach dem Grundsatz: „Lernen von besten Lösungen“.

Am 10. Juli 2014 wurden in der Endrunde fünf ausgewählte Kommunen in Hannover prämiert. Beworben hatten sich 31 Kommunen, kreisfreie Städte und Landkreise. Die fünf Kommunen der Endrunde stellten ihr jeweiliges Konzept in Hannover einer Jury vor. Für Oldenburg sprachen Thorsten Haupt vom LuST e.V.,  Liliana Mora aus der Arbeitsgruppe Inklusive Werte, Peter von der Dovenmühle von der Seniorenvertretung sowie Meike Dittmar vom Behindertenbeirat. Sozialdezernentin Dagmar Sachse dazu: „Wir leben Vielfalt und Beteiligung, indem alle Gruppen der Stadtgesellschaft bei uns aktiv am Prozess beteiligt sind. Und genau das zeigten wir in unserem Vortrag in Hannover, indem Akteurinnen und Akteure verschiedenster Gruppen unseren Inklusionsprozess vorstellten und ihre eigene Beteiligung dabei darstellten.“

Redebeitrag von Thorsten Haupt:

„Ich bin dabei, weil:
Mir als Mitglied des Lesben und Schwulen Tag e.V. die Sorgen und Nöte, aber vor allem die Rechte von LGBTs in Oldenburg, der Region und darüber hinaus sehr am Herzen liegen. Es muss mehr getan werden, als einmal jährlich den Christopher Street Day zu begehen, dessen Planung und Durchführung wir uns im Oldenburger Verein auf die Fahnen schreiben.

Inklusion bedeutet für mich:
Jeden Menschen objektiv zu betrachten, ohne Vorurteile aufgrund der Herkunft, der sexuellen Orientierung oder sonstigen Besonderheiten, die jemanden aus der breiten Masse hervorheben. Um nicht zu sagen: Jeden Menschen in der breiten Masse als eine Besonderheit zu erkennen.

Der wichtigste Wert ist für mich:
Die Gleichberechtigung. Nur durch gleiche Rechte lässt sich das Fundament für ein gleiches Verständnis von inklusiver Gesellschaft schaffen. Die Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe, sowie das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind dabei für mich von maßgeblichem Interesse.

Besonders am Herzen liegt mir:
Andere Menschen aufzurütteln und ihnen ihre Möglichkeiten der Mitgestaltung nahezulegen. Dazu zähle ich, neben der Teilhabe am Aktionsplan Inklusion, besonders die Mitgliedschaft in Vereinen. Denn wir sind vielfältig und wir sind viele!“

Redebeitrag von Liliana Mora:

„Ich bin im Inklusionsprozess dabei, weil ich aufgrund meiner Lebenserfahrung und meiner Arbeit mit Kindern mit Beeinträchtigung meine Ideen einbringen möchte.

Inklusion ist ein Prozess, ein gesellschaftlicher Veränderungsprozess. Da ich ein Teil der Gesellschaft bin, versuche ich natürlich Dinge positiv zu ändern.

Für mich bedeutet Inklusion die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an der Gestaltung eines gemeinsamen Miteinanders.
Die wichtigsten Werte sind Respekt und Wertschätzung allen Menschen gegenüber, unabhängig vom Alter, der Herkunft, der Familienform, einer Behinderung dem sozialen Status und der sexuellen Orientierung.

Meine persönliche Einstellung ist: Alle Menschen, auch wenn sie vielleicht anders sind als ich, sind gleichermaßen wertvoll. Am meisten am Herzen liegt mir, in einer Willkommenskultur mitzuarbeiten. Eine Kultur zu entwickeln, die es möglich macht, den Menschen als Mensch zu sehen und nicht seine Behinderung, Religion, Herkunft oder sozialen Status – sondern seine Einzigartigkeiten. Dies wird möglich, wenn alle für die Vielfalt sensibilisiert werden. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der Menschen wie ich, aber auch Menschen die anders sind, positiv angenommen werden.“

Redebeitrag von Peter von der Dovenmühle:

„Die gewählte Seniorenvertretung der Stadt Oldenburg ist zuständig für die über 25000 älteren Mitbürgerinnen und –bürger und beteiligt sich am Oldenburger Inklusionsprozess. Das Ziel ist ein friedliches Miteinander der Generationen.

Wir Älteren sollten die Menschen in ihrer Vielfalt so nehmen, wie sie sind und nicht verändern wollen. Sie sehen, wir verfolgen nicht nur die Interessen unserer älteren Generation, sondern haben alle Menschen im Auge, besonders Menschen mit Beeinträchtigungen. Einzelinteressen sollten keine Rolle spielen.

In unserer  Stadt wohnt die Hälfte der Einwohner allein, überwiegend Ältere.
Die Seniorenvertretung bemüht sich, die sozialen Netzwerke zu erhalten, um die Vereinzelung der Menschen aufzuhalten.
Die Stadt Oldenburg, Verwaltung und verantwortliche politische Parteien, unterstützen unsere Zielsetzung und wir sind deshalb auf dem richtigen Weg.
Inklusion/Teilhabe ist immer auf die Gutwilligkeit anderer Menschen angewiesen.

Wir Älteren sollten aufgrund unserer Lebenserfahrung Vorbild sein und Toleranz und Gelassenheit zeigen. Freundlichkeit kostet nichts und erleichtert ungemein unser Zusammenleben.“