Schon viel erreicht – noch viel mehr vor!

5 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention/Zahlreiche Projekte in Oldenburg

„Alle Menschen haben Rechte. Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen. Überall auf dieser Welt.“ Mit diesen drei Sätzen in einfacher Sprache ist die Kernbotschaft der 2006 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Behindertenrechtskonvention umrissen. Deutschland hat sich ihr am 26. März 2009 völkerrechtlich verpflichtet – im September 2014 wird der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen erstmals prüfen, wie Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention umsetzt. Sozialdezernentin Dagmar Sachse dazu: „Auch für uns in Oldenburg ist dieses Datum Anlass nachzusehen, wie weit wir mit unseren Zielen auf dem Weg zur inklusiven Übermorgenstadt gekommen sind.“

Ein wichtiger Baustein ist derzeit die Erstellung des kommunalen Aktionsplans Inklusion, den der Rat der Stadt Oldenburg 2012 beauftragt hat. „In zahlreichen Arbeitsgruppen wird an inklusiven Visionen und Maßnahmen gearbeitet. Sie werden dem Rat Anfang 2015 zur Beschlussfassung vorgelegt und sollen dann kommunal umgesetzt werden“, erläutert Susanne Jungkunz von der Fachstelle Inklusion. Sozialdezernentin Dagmar Sachse ergänzt: „In Oldenburg leben fast 14.000 Menschen mit Behinderungen, die einen Anspruch auf Selbstbestimmung, Diskriminierungsfreiheit und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe haben. Die Bewegung und Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion – also Teilhabe und Gerechtigkeit für alle – ist nicht mehr aus Diskussionen, Entscheidungen und Planungen wegzudenken.“

Das gilt auch für die erfolgreiche Arbeit des seit 2009 bestehenden Behindertenbeirats der Übermorgenstadt. Meike Dittmar, Mitglied des Leitungsteams des Beirats, unterstreicht: „`Nicht ohne uns über´ bringt diese Haltung auf den Punkt, also die Beteiligung von Betroffenen auf Augenhöhe.“ Der Behindertenbeirat ist in mehreren Ausschüssen des Rates vertreten und wird von der Verwaltung bei Vorhaben einbezogen. Eine nicht minder wichtige Aufgabe kommt auch der seit zwei Jahren aktiven und vielfältig zusammengesetzten Facharbeitsgruppe zu, die Oldenburger Schulen auf ihrem Weg in ein inklusives Bildungssystem begleitet. Die Mitglieder erarbeiten Handreichungen und Empfehlungen für Schulen, Eltern sowie für Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung. „Die Arbeit der Gruppe wird niedersachsenweit wahrgenommen“, freut sich Sachse. So zum Beispiel die Inklusionswoche 2014, die vom 5. bis 12. Mai in Oldenburg stattfand. Zahlreiche Initiativen, Einrichtungen und Akteure haben ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Die Stadt brachte sich mit mehreren Aktionen ein.

„Gelingende Inklusion lebt ganz besonders von der Beteiligung vielfältiger Gruppierungen. Das meint in Oldenburg: unabhängig von persönlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten, unabhängig vom Alter, von Behinderung, unabhängig von Herkunft und sozialem Status, vom Geschlecht oder der sexuellen Orientierung und Identität. Wir haben schon viel erreicht und noch viel mehr vor“, ergänzt Susanne Jungkunz.