Neuer Wald am Hemmelsbäker Kanal

Stadt und Unterhaltungsverband Wüsting starten Aufforstung

Neuer Wald am Hemmelsbäker Kanal: Gemeinsam Zukunft pflanzen

Mit Spaten und Gummistiefeln ausgerüstet haben Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und der Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Wüsting, Ralf Haverkamp, am Donnerstag, 17. März 2022, den Startschuss für ein bedeutendes Aufforstungsprojekt gegeben: Auf einer 2,2 Hektar großen Fläche, die vom Hemmelsbäker Kanal und vom Deich östlich der Brücke am Hasenweg bis zur Stadtgrenze Oldenburgs reicht, entsteht ein neuer Wald. Im Verlauf des Frühjahrs 2022 wurden dort heimische Baumarten wie Flatterulmen, Schwarzerlen und Moorbirken, verschiedene Weiden sowie Straucharten wie Holunder, Schlehe und Weißdorn in die Erde gebracht. „Dieses wichtige Projekt hilft, die Effekte des Klimawandels effizient und langanhaltend abzumildern. Jeder Quadratmeter neuer Wald ist ein lebendiger Beweis unseres Engagements für eine lebenswerte Umwelt. Hier wird gemeinsam Zukunft gepflanzt“, betont Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

13 Tonnen CO2 pro Jahr

Der Unterhaltungsverband Wüsting hatte der Stadt Oldenburg die Grünlandflächen zur Entwicklung eines standortgerechten naturnahen Laubwaldes angeboten. „Dieses Angebot haben wir gerne angenommen“, sagt Krogmann. „Wir sind uns der Bedeutung der Waldentwicklung auch vor dem Hintergrund des Klimawandels bewusst. Wald leistet als CO2-Senker einen hohen Beitrag zum Klimaschutz. Überschlägig können auf der Aufforstungsfläche ungefähr 13 Tonnen CO2 pro Jahr gespeichert werden“, ergänzt Umweltdezernent Dr. Sven Uhrhan.

Hochwasserschutz unbeeinträchtigt

Der Unterhaltungsverband Wüsting als Eigentümer des Hemmelsbäker Kanals und der für die Aufforstung vorgesehenen Flächen sieht in Hinblick auf die Zielsetzungen des Programms „Niedersächsische Gewässerlandschaften“ und der EG-Wasserrahmenrichtlinie ebenfalls Synergieeffekte. „So wird ein weiterer Gewässerabschnitt des Hemmelsbäker Kanals unmittelbar mit der angrenzenden Aue vernetzt. Die zukünftige Beschattung durch den Auwald reduziert das Pflanzenwachstum im Gewässer, und die Sauerstoffzehrung wird reduziert“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Hans-Dieter Buschan. Für den Hochwasserschutz gebe es keine Beeinträchtigung, da der Retentionsraum zwischen Kanal und Deich auch weiterhin zur Verfügung steht.

Waldanteil in der Stadt steigt um 0,4 Prozent

Die Stadt Oldenburg verfolgt auf der Grundlage des Landschaftsplanes und der Landschaftsrahmenplanung seit Mitte der 1990er Jahre das Ziel, den geringen Waldanteil Oldenburgs zu erhöhen und den städtischen Wald in naturnahe Laubmischwälder zu entwickeln. Derzeit beträgt der Waldanteil an der Gesamtfläche des Stadtgebietes fünf Prozent. „Durch die Aufforstung am Hemmelsbäker Kanal wurde dieser Anteil um 0,4 Prozent erhöht“, freut sich Umweltdezernent Sven Uhrhan.  

Neben der Aufforstung mit ausgewählten Gehölzarten sind Maßnahmen zur stärkeren Vernässung einzelner Bereiche durch Abtrag des Oberbodens und der Entwicklung von zwei feuchten, temporär überfluteten Geländesenken geplant. Diese werden der freien Sukzession überlassen. Die Größe der Geländesenken beträgt jeweils circa 2.000 Quadratmeter. Die Planung der Maßnahme wurde von einem von der Stadt Oldenburg beauftragten Fachbüro übernommen. Die zu entwickelnde Fläche hat eine Gesamtgröße von rund 2,5 Hektar, die die Stadt langfristig gepachtet hat. Die Fläche wird zunächst durch einen Wildschutzzaun, später durch einen Schafzaun geschützt.

Kosten: Rund 75.000 Euro

Die anfallenden Kosten in Höhe von rund 75.000 Euro für Planung, Aufforstung und Pflege werden maßgeblich aus dem Preisgeld für die erfolgreiche Teilnahme der Stadt am Wettbewerb „Klima kommunal“ sowie durch die Verwendung von Ersatzgeldern für Eingriffe in Natur und Landschaft bestritten.

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