Was ist der „Krusenbusch“ eigentlich?

Im Jahr 1998 wurde das Gelände des ehemaligen Verschiebebahnhofs Krusenbusch auf einer Fläche von 53 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Neuverordnung vom 26. November 2018 löst die alte Verordnung ab und ergänzt das Gebiet auf eine Gesamtfläche von 55,5 Hektar. Somit ist seine heutige Ausdehnung in länglicher Form auf einer Länge von 3,7 Kilometern und einer maximalen Breite von 230 Metern vorzufinden. Im Norden durch die Bundesautobahn A28 begrenzt, liegt das Naturschutzgebiet im süd-östlichen Teil der Stadt Oldenburg.

Im Norddeutschen Tiefland gelegen stellt das Naturschutzgebiet „Bahndammgelände Krusenbusch“ ein Reliktvorkommen dar. Die eigentlich zu erwartende (potentiell natürliche) Vegetation für diesen Naturraum wären Buchen- und Eichenmischwälder. Starke anthropogene Einflüsse und seine Nutzung als Verschiebebahnhof mit der späteren vollkommenen Aufgabe ermöglichten die Entstehung eines einzigartigen Mosaiks aus offenen und bewaldeten Flächen auf relativ kleinem Raum.

Randbereiche

Randbereiche des Naturschutzgebietes befinden sich noch auf natürlichem Geländeniveau und haben einen deutlich kleineren Abstand zum Grundwasser, als innenliegende. Der Charakter dieser Bereiche ist feucht bis nass und das Nährstoffvorkommen ist eher hoch (eutroph). Es befinden sich noch alte Moorkörper im Boden, teilweise liegen Flächen des Bodentyps Gley-Podsol vor. Je weiter man sich den aufgeschütteten Bereichen des alten Verschiebebahnhofs nähert, desto trockenere Eigenschaften findet man vor. Um einen geeigneten Untergrund für den Verschiebebahnhof herzustellen, wurden bis zu 5 Meter Sand, Bauschutt, Schotter und Schlacke auf den Niedermoorbodenkörper geschüttet. Diese Materialien weisen eine hohe Wasserdurchlässigkeit auf und wirken wie eine Drainage, welche zu den Randbereichen entwässert. Dadurch bedingte Auswaschungsprozesse führen zusätzlich zu einer Nährstoffarmut.
Stauende Bereiche mit einem hohen Lehmanteil unter den Aufschüttungen können kleinräumig jedoch trotzdem zu feuchteren Bedingungen führen. Sonst ist der Abstand zum Grundwasser deutlich vergrößert und für die meisten Pflanzen somit nicht nutzbar.
Neben der hohen Durchlässigkeit für Wasser, weisen die verwendeten Materialien eine geringe Wärmeleitfähigkeit auf. Diese Eigenschaft führt dazu, dass sich Offenbodenbereiche tagsüber stark erhitzen können.

Pflanzenvorkommen

Aufgrund dieser extremen Bedingungen im Kernbereich des Naturschutzgebiets konnten sich an Extremstandorte angepasste Pflanzen etablieren und sich Biotope größter Schutzwürdigkeit entwickeln.

Das Vorkommen von „Magerrasen“ ist stark zurückgegangent. So finden sich heute kaum mehr 10 Prozent dieses Biotoptyps vom eigentlichen Vorkommen wieder. Auch sandige Offenbodenbereiche, welche sich auf dem ehemaligen Gelände des Verschiebebahnhofs Krusenbusch befinden, sind eine Rarität geworden (Rote Liste der Biotoptypen in Niedersachsen). Nährstoffeinträge aus der konventionellen Landwirtschaft, intensiv genutzte Flächen, die Verwendung von Monokulturen und Hochleistungssorten greifen derart in die Natur ein, dass diesen Biotoptypen und ihren Lebensgemeinschaften die natürliche Existenz stark erschwert wird.

So liegt das Naturschutzgebiet „Bahndammgelände Krusenbusch“ nicht nur für die verschiedensten Pflanzenarten wie eine Insel in mitten einer überprägten Landschaft, sondern bietet auch zahlreiche Hautflügler wie Wespen- und Bienenarten hier einen selten gewordenen, speziellen Lebensraum, welche dem Gebiet einen hoch schutzwürdigen Charakter verleihen.

Aber was war eigentlich vor dem Naturschutzgebiet? Antworten finden Sie beim nächsten Code.