Die Geschichte des Bahndammgeländes Krusenbusch

Im Jahr 1908 begannen die Bauarbeiten für den Verschiebebahnhof im Krusenbusch. Auftraggeber und Eigentümer war die Großherzöglich Oldenburgische Eisenbahn. Da der natürlich vorkommende Moorboden nicht als Untergrund für eine derart schwere Belastung geeignet war, wurde damit begonnen das Gelände aufzuschütten. Aus Delmenhorst, Hude und Ahlhorn wurden Sand, Bauschutt, Schlacke und Schotter angefahren und es entstand an einigen Stellen eine bis zu 5 Meter dicke Schicht. Dieser „Damm“ gab dem Bahndammgelände Krusenbusch später seinen Namen.

In den folgenden drei Jahren wurden insgesamt 44 Kilometer Gleise mit 210 Weichen verlegt, mehrere Stellwerke, Wassertürme, Werkstätten und ein Lokschuppen mit zwei Drehscheiben erbaut. Damit gehörte der Verschiebebahnhof bis in die 1960er Jahre mit zu den größten Verschiebe- und Rangierbahnhöfen Deutschlands.

Am 11. Juni 1911 wurde er offiziell in Betrieb genommen, doch die anfängliche Hochphase wurde schon in den 1920er Jahren durch die Erfindung der Druckluftbremse gedämpft. Es war nun möglich mit nur einer Person den gesamten Güterzug zum Stehen zu bringen. Bisher benötigte man pro Waggon einen Bremser. Viele Arbeitsplätze konnten so eingespart werden.

Kriegsjahre

Den ersten Weltkrieg überstand der Verschiebebahnhof unbeschadet, doch wurde er wiederholt zum Ziel der Alliierten im zweiten Weltkrieg. Nach dem Wiederaufbau und einer Erweiterung des „Damms“ durch kalkreichen Bauschutt aus Trümmern des zweiten Weltkriegs an seiner Westseite, wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

Durch den Bau des größten Verschiebe- und Rangierbahnhofs seiner Zeit in Hamburg Maschen und die Tatsache, dass zunehmend der Güterverkehr auf die Straßen verlegt wurde, verlor der Verschiebebahnhof Krusenbusch seine Bedeutung.

Nachkriegszeit

Ab 1976 wurde er nur noch als Abstellgleis verwendet, 1979 vollständig aufgegeben. Das Gelände wurde in den folgenden Jahren von der Bevölkerung für die Entsorgung von Müll, Unrat und Gartenabfällen genutzt. Erst zwischen 1993 und 1996 wurde der Gleisabbau durchgeführt. Ab 1995 bis etwa 1999 wurde dann teilweise das Schotterbett abgebaut. Ein vollständiger Rückbau erfolgte jedoch nie, so dass neben dem Sand noch Schotter und Schlackereste auf dem Gebiet verblieben. Auch findet man noch immer Reste von Bahnschwellen, Güterwaggons und andere Nachlässe.

Doch weitere Eingriffe blieben aus, sodass sich in der Zwischenzeit  nahezu ungestört von menschlichen Einflüssen seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten in diesem Gebiet ansiedeln konnten. Mit der Nutzungsaufgabe als Rangier- und Verschiebebahnhof konnten so Biotope entstehen, die speziellen Arten einen besonderen Lebensraum bieten.

Was finden wir heute auf dem Gelände für einen Lebensraum? Antworten finden Sie beim nächsten Code.