Stickstoffdioxidbelastung am Heiligengeistwall

Nach registrierten Überschreitungen des Jahresgrenzwertes für Stickstoffdioxid (NO2) in den Jahren 2010 bis 2018 hat sich die Luftschadstoffbelastung am Heiligengeistwall inzwischen deutlich verbessert. Die bereits für 2019 festgestellte Unterschreitung des NO2-Jahresgrenzwertes wird auch 2020 eintreten und wesentlich deutlicher ausfallen als im Vorjahr. Das lassen die bisherigen Messwerte des laufenden Jahres vermuten: Die von der Stadt Oldenburg vorgenommene Auswertung der vom Land Niedersachen (Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim) bereitgestellten Messdaten ergibt für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. August 2020 einen Mittelwert für den Luftschadstoff NO2 in Höhe von 28 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (μg/m³). Der EU-Grenzwert für NO2 im Jahresmittel beträgt 40 μg/m³.

Einen signifikanten, aber nicht übermäßig zu bewertenden Einfluss auf die günstige Entwicklung hatte sicherlich die Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zusammenhang mit der Coronapandemie. Während des sog. Lockdowns wurde am Heiligengeistwall ein Rückgang des Kfz-Verkehrs um mehr als 40% gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahres festgestellt. Dabei ging die Luftschadstoffbelastung mit Stickstoffdioxid um etwa 20% zurück. Dass hier keine Reduktion im Verhältnis 1:1 stattfand, liegt in der Natur der Sache und ist mit den sehr komplexen Entstehungs- und Ausbreitungsumständen zu erklären. Inzwischen (Stand September 2020) hat das Verkehrsgeschehen fast das übliche Niveau erreicht. Mit durchschnittlich rund 10.000 Fahrzeugen am Tag befahren in etwa genauso viele Fahrzeuge den Heiligengeistwall wie im Vorjahr.

Insgesamt ist die positive Entwicklung der Luftqualität am Heiligengeistwall durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren zu erklären: Begünstigt wurde die Entwicklung zum einen durch einen Rückgang der Kfz-Verkehrsmenge, eine Optimerung des Verkehrsablaufs und insbesondere durch ein besseres Abgasverhalten der weiter modernisierten Stadtbusflotte.

Eine Notwendigkeit, den bestehenden Luftreinhalteplan der Stadt Oldenburg (pdf 7,5 MB) fortzuschreiben, besteht daher nicht mehr. Das eingeleitete Änderungsverfahren wurde abgebrochen und wird nicht fortgesetzt.