Sozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie Sicherheitskräfte agieren Hand in Hand

Bahnhof: Keine signifikante Zunahme von Straftaten

Wie sicher sind der Oldenburger Hauptbahnhof und sein Umfeld? Sind zusätzliche Maßnahmen notwendig? Und welche Rolle spielen dabei soziale Aspekte? Diese Fragen hat das Sozialdezernat Mitte Dezember 2019 zusammen mit weiteren Institutionen erörtert. Teilgenommen an dem Treffen haben Vertreterinnen und Vertreter der Bundes- und Landespolizei aus Oldenburg, des Bahnhofsmanagements und der DB Sicherheit, der Bahnhofsmission, der Stadt Oldenburg sowie der Diakonie und Suchthilfe-Einrichtung STEP. Anlass waren verschiedene Vorfälle, die sich in den Wochen zuvor am Bahnhof ereignet hatten.

Situation „relativ entspannt“
Von allen Beteiligten wurde die Gesamtsituation im und vor dem Oldenburger Bahnhof als „relativ entspannt” wahrgenommen. Dieser Eindruck wurde sowohl seitens der Bahn als auch von den jeweiligen Polizeidiensten bestätigt. Es wurde betont, dass es weder aktuell noch in der zweiten Jahreshälfte 2019 signifikante Steigerungen der Zahl von Belästigungen oder Straftaten gegeben habe. Die im November 2019 registrierten Vorfälle, bei denen Polizisten sowie Mitarbeiter der Bahnsicherheit und der Bahnhofsmission angegangen worden waren, sind demnach hauptsächlich einer Person mit einer dazugehörigen Gruppe zuzuschreiben, die sich immer wieder, trotz Platz- und Aufenthaltsverbot, auffallend aggressiv und gewaltbereit gezeigt hatte. Hier gab es inzwischen eine Festnahme und eine Verurteilung.

Kooperatives Miteinander
Dass einzelne Personen oder Gruppierungen auffällig werden, komme immer wieder einmal vor, hieß es in der Runde. Diese Unruhestifterinnen und Unruhestifter würden sich jedoch nicht dauerhaft am oder im Bahnhof aufhalten. Straßensozialarbeit, Bahnhofsmission und Sicherheitskräfte seien stets mit einem wachen Auge unterwegs. Um zu verhindern, dass sich Störenfriede an einem Ort etablieren, werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft: Diese reichen von Angeboten der Straßensozialarbeit oder der Bahnhofsmission bis zu sicherheits- und ordnungsrechtlichen Maßnahmen. Sozialdezernentin Dagmar Sachse sagte: „Ich begrüße es sehr, dass die Tätigkeiten der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure vor Ort gut aufeinander abgestimmt sind und es ein kooperatives Miteinander gibt.“

Unterstützungsangebote durch Straßensozialarbeit und Bahnhofsmission
Die Versorgung wohnungsloser und suchterkrankter Menschen, die sich im Bahnhofsbereich aufhalten, findet durch die Straßensozialarbeit und die Bahnhofsmission statt, die Betroffene zudem auch an andere Einrichtungen weitervermitteln. Zur Arbeit der Straßensozialarbeit gehört unter anderem die regelmäßige Präsenz sowie die Ansprache von Menschen, die sich dort aufhalten und zum Beispiel Alkohol oder Drogen konsumieren, die am Boden sitzen, die betteln oder ähnliches. „Dieser Personenkreis wird direkt angesprochen. Es wird versucht, eine Beziehungsebene aufzubauen, und es wird Unterstützung angeboten“, erläutert Meike Dikosso, Fachdienstleiterin im Amt für Teilhabe und Soziales. Im weiteren Verlauf werden die entsprechenden Hilfeeinrichtungen vorgestellt, gegebenenfalls auch gemeinsam aufgesucht. „Wir suchen gemeinsam mit den Menschen nach Lösungswegen, um die soziale Integration zu fördern, ihre Lebensqualität zu verbessern und sie möglichst in eine Tagesstruktur zu bringen“, so Dikosso.