Störstoffanteil in Biotonnen deutlich reduziert

AWB zeigt bisher nur selten die rote Karte

Die vom Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) der Stadt Oldenburg im Herbst 2018 gestartete Aufklärungskampagne „Kein Plastik in die Biotonne“ zeigt positive Wirkung. Der Anteil von Stör- und Fremdstoffen in der grünen Tonne konnte bereits spürbar reduziert werden. Dieses vorläufige Fazit zieht AWB-Leiter Volker Schneider-Kühn nach Ablauf der ersten drei Monate mit Kontrollen von Tonneninhalten.

Kontrollen mit viel Fingerspitzengefühl
Anlass für die Aufklärungsaktion sind verschärfte gesetzliche Vorgaben zum Störstoffanteil im erzeugten Kompost. Im Januar und Februar 2019 haben daher die Müllwerker des AWB über 12.000 Biotonnen, die Störstoffe wie insbesondere Plastiktüten enthielten, mit gelben Karten versehen. Die Nutzerinnen und Nutzer der Biotonnen wurden damit auf die „Fehlbefüllung“ hingewiesen. „Seit März versehen unsere Mitarbeiter nun stichprobenartig falsch befüllte Biotonnen mit roten Karten“, erklärt Schneider-Kühn und fügt hinzu: „Unsere Müllwerker kontrollieren mit viel Fingerspitzengefühl und lassen nur solche Behälter ungeleert, die deutliche Fehlbefüllungen aufweisen.“ Im März waren davon 536 Behälter betroffen. Bei 89.450 Leerungen sind dies rund 0,6 Prozent der bereitgestellten Behälter.

Kontrollen werden schrittweise intensiviert
„Dies ist ein sehr gutes Ergebnis und zeigt deutlich, dass die Aufklärungskampagne erfolgreich ist“, bilanziert Schneider-Kühn. Dies sei auch bei den Biomüllanlieferungen der Abfallsammelfahrzeuge am Kompostwerk zu merken. „Plastiktüten im Biomüll weichen mehr und mehr kompostierbaren Papiertüten“, hat der AWB-Leiter festgestellt.

Nun werden die Kontrollen schrittweise intensiviert. Dies betrifft insbesondere Großwohnanlagen, bei denen die „Fehlbefüllungen“ der Biotonnen noch deutlich höher sind als bei Ein- und Zweifamilienhäusern. „Unser Ziel ist es schließlich, Kunststoffe und andere Störstoffe wie zum Beispiel Glas und Metalle möglichst vollständig aus den Biotonnen zu eliminieren“, betont Schneider-Kühn.

Welche Optionen gibt es nach dem Erhalt einer roten Karte?
Die Nutzerinnen und Nutzer, deren Biotonnen nicht geleert wurden, haben folgende Möglichkeiten:

  • Die Grundstückseigentümerin beziehungsweise der Grundstückseigentümer sortiert die Störstoffe aus und stellt die Biotonne zur nächsten regulären Leerung der Biotonne wieder zur Abholung bereit.
  • Die Grundstückseigentümerin beziehungsweise der Grundstückseigentümer beklebt die Biotonne mit einer Einmalentsorgungsmarke, die unter anderem beim AWB erworben werden kann, und stellt sie zur nächsten regulären Restabfallabholung bereit. Die Einmalentsorgungsmarken kosten in Abhängigkeit des Behältervolumens nach aktueller Gebührensatzung zwischen 3,20 Euro für die 60 Liter-Biotonne bis 11,85 Euro für die 240 Liter-Biotonne.
  • Die Grundstückseigentümerin beziehungsweise der Grundstückseigentümer transportiert die Biotonne selbst zur Mechanischen Abfallbehandlungsanlage Neuenwege, Barkenweg 3, und kann sie dort zu den Kosten einer entsprechenden Einmalentsorgungsmarke entleeren.  

Wo bekomme ich Hilfestellung zur richtigen Entsorgung?
Wenn Sie Fragen zur richtigen Entsorgung haben, rufen Sie uns bitte an. Das ServiceCenter der Stadt Oldenburg (Telefon 0441 235-4444) und die Abfallberaterinnen und Abfallberater des AWB stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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