Kein Plastik in die Biotonne

In der Stadt Oldenburg werden Bioabfälle aus privaten Haushalten seit vielen Jahren durch den Abfallwirtschaftsbetrieb Oldenburg (AWB) haushaltsnah über die Biotonne getrennt abgeholt. Parallel können Grünabfälle durch die Bürger separat an zwei Wertstoffannahmestellen abgegeben werden. Die Sammelmengen an Bioabfall und Grüngut sind in den letzten Jahren sehr gut. In 2016 wurde mit circa 174 Kilogramm pro Einwohner und Jahr in der Stadt Oldenburg eine im Vergleich mit ähnlich strukturierten Sammelgebieten überdurchschnittliche Menge an organischen Abfällen separat erfasst.

Ein Hoch auf hochwertigen Kompost
Der AWB stellt aus den Bio- und Grünabfällen hochwertigen Kompost her. Die Kompostierung ist das älteste und einfachste Recyclingverfahren der Welt. Kompost ist in der Landwirtschaft oder in Ihrem eigenen Garten und Balkonkasten ein hochwertiger Dünger und Bodenverbesserer. Der aus Bioabfällen hergestellte Kompost unterliegt auch in Oldenburg der Gütesicherung der Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V. Um dieses RAL-Gütezeichen zu erhalten und damit den hergestellten Kompost wieder in den Naturkreislauf zurück zu bringen, sehen die Bestimmungen hohe Qualitätsanforderungen vor. Eine wichtige Anforderung dabei ist die Menge der sogenannten Störstoffe im Kompost. Der Grenzwert für dieser Störstoffe ist seit Juni 2018 wesentlich verschärft worden.

Was sind eigentlich Störstoffe im Bioabfall?

Dies sind zum Beispiel:

- Metalle
- Glas
- Hartkunststoffe
- Kunststofftüten (Plastiktüten)
- sonstige Kunststofftüten- oder Folien
- abbaubare Kunststofftüten, sogenannte Biokunststofftüten
- sonstiges, Rest

Da in Deutschland etwa 60 Prozent der erzeugten Komposte in der Landwirtschaft eingesetzt werden, sind aber noch weitere Regelungen zu berücksichtigen. Hierzu zählen im wesentlichen gesetzliche Verordnungen zu sogenannten Biostoffen und zu Düngemitteln. Auch Kompost zählt zu den Düngemitteln und unterliegt damit den genannten Bestimmungen. Auch hier sind die Störstoffe ein wichtiger Bestandteil der Verordnungen. Denn: Möchten Sie Plastik auf den Feldern sehen, auf denen das Gemüse wächst, dass Sie essen wollen?

Was genau ist das Problem?

Schaut man sich nun die Menge an Störstoffen im Oldenburger Bioabfall an, insbesondere die Plastik- und Folientüten, besteht die Gefahr, dass die Anforderungen an das RAL-Gütezeichen im Oldenburger Kompost nicht eingehalten werden können. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass der Störstoffanteil in Oldenburg besonders hoch ist. Wird am Kompostwerk Bioabfall mit hohem Störstoffanteilen angeliefert, können die geforderten Qualitäten des Kompostes nicht oder nur mit erheblichem und kostenintensivem Aufwand erreicht werden. Damit besteht die Gefahr, dass aus hochwertigem Kompost wieder Abfall wird und so der Naturkreislauf nicht geschlossen werden kann – und ein wichtiges Produkt der Natur verloren geht.

Und was ist mit Biokunststofftüten?
Biokunststofftüten aus biologisch abbaubaren Werkstoffen sind dabei ein besonderes Problem. Diese kaufen Sie in guter Absicht, aber Sie sollten keine Biokunststofftüten zur Sammlung von Bioabfällen nutzen und in Ihre Biotonne geben. Biokunststofftüten benötigen einen deutlich längeren Abbauzeitraum, als die tatsächliche Durchlaufzeit (Rottezeit) der Bioabfälle im Kompostwerk. Die Biokunststofftüten sind im Kompostwerk nicht zu verarbeiten und daher ebenfalls Störstoff im „fertigen“ Kompost.

Welche Lösung gibt es?

Eine möglichst sortenreine Erfassung der Bioabfälle auf Ihrem Grundstück bekommt eine immer größere Bedeutung. Deshalb gilt:

  • Werfen Sie bitte keine Störstoffe, auch keine Biokunststofftüten, in die Biotonne.
  • Wenn Sie Ihre Küchenabfälle mit Biokunststofftüten sammeln, entleeren Sie zunächst den organischen Inhalt der Biokunststofftüte in die Biotonne und entsorgen Sie anschließend die nun leere Biokunstofftüte über den Restabfallbehälter.
  • Nutzen Sie Papiertüten für die Sammlung oder wickeln Sie Ihren Bioabfall in Zeitungspapier ein, denn Papier ist bei der Kompostherstellung kein Problem.

Wie sichern wir gemeinsam die Qualität?

Zielsetzung muss sein, dass der AWB auch langfristig in der Lage ist, die steigenden Qualitätsanforderungen an den Kompost zu erfüllen und mit Qualitätskompost über ein gütegesichertes Produkt verfügt. Die Getrennterfassung der Grünabfälle auf den Wertstoffannahmestellen ist mit Blick auf den Störstoffeintrag schon jetzt problemlos.

Eine konsequent gute Erfassung der Bioabfälle muss und kann nur bei Ihnen an der „Biotonne“ passieren. Sie sind sich nicht sicher, was alles in die Biotonne darf? Gerne helfen wir Ihnen weiter und informieren Sie ausführlich. Neben dem telefonischen Kontakt bieten wir Ihnen verschiedene Flyer und Aufkleber an.

Was bedeutet die gelbe, was bedeutet die rote Karte?

Die Mitarbeiter des AWB werden vom 14. Januar bis zum 28. Februar die Biotonnen stärker kontrollieren. Wenn dann festgestellt wird, dass sich in der Biotonne Störstoffe befinden, wird sie mit einer „gelben Karte“ gekennzeichnet. Die NutzerInnen der Biotonne werden so darauf hingewiesen, dass ihr Behälter nicht richtig befüllt ist. Die Biotonne wird in der „Gelben Phase“ aber noch geleert. Die Abfallberatung des AWB berät Sie gerne, wie Sie Ihre Biotonne richtig befüllen – auch direkt an Ihrem Abfallbehälter.

Was bedeutet es, wenn die Biotonne mit einer „Rote Karte“ gekennzeichnet ist?

Ab dem 4. März 2019 werden die Mitarbeiter des AWB die „rote Karte“ verteilen. Das bedeutet, der Inhalt der Biotonne ist mit Störstoffen verunreinigt. Die Biotonne wird daher nicht geleert.

Welche Möglichkeit haben NutzerInnen dann?

1. Sofern die Störstoffe aus der Biotonne entfernt werden, erfolgt eine Leerung der Tonne zur nächsten regulären Bioabfallentsorgung.

2. Mit einer Einmalentsorgungsmarke für Restabfall, die auf die Biotonne zu kleben ist, wird die mit Störstoffen versehene Biotonne bei der nächsten regulären Restabfallentsorgung geleert. Einmalentsorgungsmarken sind bei diesen Stellen erhältlich »

3. Die mit Störstoffen versehene Biotonne kann gegen Gebühr in Höhe einer entsprechenden Einmalentsorgungsmarke bei der Mechanischen Abfallbehandlungsanlage in Neuenwege, Barkenweg 3, angeliefert und geleert werden.

Soweit muss es aber nicht kommen. Machen Sie mit bei der Aktion für eine saubere Biotonne!

Welche große Bedeutung dieses Thema mittlerweile hat, zeigt auch ein Beitrag des Norddeutschen Rundfunks (N3-Fernsehen). N3 hat vor dem Hintergrund der Aktion des AWB am 13. November 2018 in der Sendung „Panorama 3“ einen Beitrag ausgestrahlt, in dem die Thematik behandelt wird. Den Beitrag finden Sie hier ».

Aber nicht nur in Oldenburg wird nach Lösungen für eine saubere Biotonne gesucht. Der Zweckverband Kreis Olpe und die Abfallwirtschaftsgesellschaft Landkreis Vechta mbH, lassen bereits jetzt falsch befüllte Biotonnen stehen. Entsprechende Informationen finden Sie hier ».

Wenn Sie Fragen zur richtigen Entsorgung haben, rufen Sie uns bitte an. Das ServiceCenter der Stadt Oldenburg (Telefon 0441 235-4444) und die Abfallberater des AWB stehen Ihnen gerne zur Verfügung.