Projekte „Griffbereit“ und „Rucksack“ seit zehn Jahren erfolgreich

Integration beginnt mit der Sprache: Das hat das Oldenburger Amt für Jugend und Familie früh erkannt. 2007 und 2008 hat die Stadt Oldenburg die Projekte „Rucksack“ und „Griffbereit“ ins Leben gerufen, die sich beide schwerpunktmäßig an Eltern mit Migrationshintergrund richten und die Mehrsprachigkeit fördern – und dies seit mittlerweile mehr als zehn Jahren. Dieses erfolgreiche Bestehen der Projekte ist am Donnerstag, 20. Dezember 2018, in einer Feierstunde im Kulturzentrum PFL mit rund 50 geladenen Gästen gewürdigt worden.

Dank an Elternbegleiterinnen
Sozialdezernentin Dagmar Sachse lobt insbesondere das Engagement der Elternbegleiterinnen (geschulte zweisprachige Mütter): „Sie tragen über ,Griffbereit‘ und ,Rucksack‘ dazu bei, dass Familien mit Migrationshintergrund im Stadtteil ankommen können.“ Denn die Elternbegleiterinnen seien häufig das Bindeglied zwischen der Familie, dem Sozialraum und der Gesellschaft.

In wöchentlichen Treffen bringen die Elternbegleiterinnen den Müttern, Vätern und Kindern die deutsche Sprache auf spielerische Art und Weise näher. So werden Lieder gesungen, Spiele gespielt und Aufgaben gelöst. Insgesamt gibt es aktuell 16 Gruppen in sechs Stadtteilen. Die jeweiligen Gruppen bestehen in der Regel aus fünf  bis zehn Personen und treffen sich für zwei Stunden in öffentlichen Einrichtungen.

Über die beiden Programme
Dabei richtet sich das Programm „Griffbereit“ an Mütter oder Väter mit ihren ein- bis dreijährigen Kindern. Neben der Sprache wird außerdem die frühkindliche Entwicklung durch kindgerechte Aktivitäten gefördert.  In den „Rucksack“-Gruppen tauschen sich die Mütter mit einer Elternbegleiterin aus und bekommen individuelle Tipps und Arbeitsmaterialien zur Förderung ihrer Kinder. Die Mädchen und Jungen, vier bis sechs Jahre alt, erhalten in den Kindergärten und durch die Mütter Zuhause eine Sprachförderung. Das läuft parallel ab und es findet es permanenter Austausch statt.  Eltern, Erzieherinnen und Erzieher werden so Partner für die Sprachförderung der Kinder.

„,Griffbereit‘- und ,Rucksack‘-Gruppen sind heute fester Bestandteil der frühkindlichen Förderung in der Stadt Oldenburg. Rund 1.200 Familien haben wir bislang begleitet“, betont Petra Bremke-Metscher, Projektleiterin Team Frühe Hilfen/Prävention bei der Stadt Oldenburg.

Über 50 Elternbegleiterinnen in zehn Jahren
Mehr als 50 Mütter wurden in den vergangenen zehn Jahren als Elternbegleiterinnen in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung ausgebildet. Derzeit sind zwei Koordinatorinnen, Tamara Bunjes und Jekatarina Nesukaitiene-Pomme, sowie 30 Elternbegleiterinnen an der Umsetzung von zwölf „Griffbereit“-  und vier „Rucksack“-Gruppen beteiligt.

„Die Umsetzung der Programme ist ein Gewinn für alle. Durch die Beteiligung der Eltern und ihrer Kinder an den Programmen findet Integration statt, die kaum jemand in diesem Umfang für möglich gehalten hat“, sagt Bremke-Metscher. So würde das Projekt „Rucksack“ dazu beitragen, dass Eltern, Elternbegleiterinnen, Erzieherinnen und Erzieher eine Erziehungspartnerschaft eingehen, die auch die interkulturelle Öffnung des Kindergartens unterstützen würde.

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