Viele Angebote zur Zweisprachigkeit in Oldenburger Kitas

Mehr Wertschätzung für Zweisprachigkeit: Um das zu erreichen, gibt es in Oldenburg gleich mehrere Angebote. So entstand im Rahmen des Sprachförderprojektes „Rucksack“ zum Beispiel die Idee von zweisprachigen Lesungen in Kindertagesstätten. Die beiden Elternbegleiterinnen und Stadtteilmütter Amal Halawe und Zahraa Kawaar – beide ausgebildete Lesepatinnen der Kinder- und Jugendbuchmesse KIBUM – lesen in der Kita Kennedystraße einmal in der Woche arabisch-deutsche Bücher vor. Passend zum Osterfest gab es am Montag, 18. April 2011, eine zweisprachigen Lesung unter dem Motto „Welche Sprache spricht der Osterhase?“ Doch nicht nur das: Eine mehrsprachige Bücherkiste sorgt dort bei den Jungen und Mädchen unterschiedlichster Nationalitäten für (Vor-)Lesespaß. 

Aber auch andere Kindertagesstätten, die in das Projekt „Rucksack“ integriert sind, bieten mehrsprachige Angebote und Aktionen für Kinder an:

  • Kinder der Grundschule Krusenbusch, des Kindergartens Heimeck sowie deren Müttern haben eine russisch-deutsche Theatergruppe gegründet. Die Gruppe hat bereits drei russische Volksmärchen einstudiert.
  • In der Kita Heimeck finden russisch-deutsche Vorlesestunden statt
  • In der Kita Dietrichsfeld gibt es türkisch-deutsche Vorlesestunden
  • Im Rahmen des 16. Präventionstages in Oldenburg am 30. und 31. Mai 2011 bieten Elternbegleiterinnen zweisprachige Vorlesestunden in den Grundschulen Schramperweg, Dietrichsfeld und Krusenbusch an.
  • In Zusammenarbeit mit der KIBUM 2011 planen Elternbegleiterinnen Lesungen in acht Sprachen (auf Russisch, Arabisch, Kurdisch, Türkisch, Georgisch, Spanisch, Italienisch, sowie der afrikanischen Sprache Wolof). Außerdem soll es zweisprachige Fingerspiele, Liederspiele und Bewegungsspiele geben.
  • Elternbegleiterinnen wollen zweisprachige Kinderbücher mit Märchen aus dem Heimatland erstellen.


Was ist das Projekt „Rucksack?
Das Projekt Rucksack dient der Elternbildung und Sprachförderung für Kinder von vier bis sechs Jahren. Ziel ist, dass Zweisprachigkeit mehr Wertschätzung erhält. Dies soll in Zusammenarbeit mit Elternbegleiterinnen, Eltern, Kindern und Erzieherinnen geschehen. Die Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund sollen dadurch in ihren Kompetenzen motiviert und gestärkt werden. „Wir sollten die großen Chancen der Zweisprachigkeit der migrantischen Familien nutzen, damit das Aufwachsen mit zwei Sprachen und Kulturen besser gelingt. Wenn Kinder ihre Mutter-, und Herzenssprache gut beherrschen, können sie die deutsche Bildungssprache auch besser erwerben. Wir erhoffen uns mit diesem Projekt einen besseren Start ins Schulleben und die Möglichkeit einer gelungenen Berufsbiografie“, so Tamara Bunjes und Marion Göhler vom Amt für Jugend, Familie und Schule.

Weitere Stimmen zum Projekt

Ayça Polat, ehemalige Integrationsbeauftragte der Stadt Oldenburg:
„Nach wie vor herrscht in der Öffentlichkeit viel Unwissen im Umgang mit Mehrsprachigkeit. Teilweise wird sogar davon ausgegangen, dass das Sprechen der Muttersprache ein Hindernis für den Erwerb der deutschen Sprache sei. Die Erfahrungen aus dem Projekt beweisen, dass Kinder spielend mit zwei oder sogar mehr Sprachen aufwachsen können.“

Gisela tom Dieck, Leiterin der Kindertagesstätte Kennedystraße:
„Die Zusammenarbeit im Projekt bewirkt, dass die verschiedenen Sprachwelten nicht miteinander konkurrieren, sondern dass die Kinder mit ihren Familien in deren Mehrsprachigkeit als kompetent wahrgenommen werden. Das ist eine Grundlage für die Entwicklung eines positiven Selbstbildes und den Erwerb der deutschen Sprache“

Kontakt und weitere Informationen

Bei Interesse können übrigens auch andere Kitas die zweisprachige Bücherkiste ausleihen.
Ansprechpartnerin ist:
Tamara Bunjes vom Amt für Jugend und Familie
Telefon: 0441 2176684
E-Mail: tamara.bunjes(at)stadt-oldenburg.de