Umgang mit Schulversäumnissen in der Stadt Oldenburg

Politik und Verwaltung der Stadt Oldenburg haben sich in der Vergangenheit wiederholt mit der Problematik Schulverweigerung befasst. Bereits im Jahr 2003 wurde unter der Federführung des Amtes für Schule und Sport eine Arbeitsgruppe gebildet, an der sich Vertreterinnen und Vertreter der Schulen, der Bezirksregierung Weser-Ems, der Justiz und Polizei sowie des Stadtelternrates, Jugendamtes und Bundesgrenzschutzes beteiligten. Orientiert an den Eckpunkten des Programms der Niedersächsischen Landesregierung » zur Vermeidung von unentschuldigter Abwesenheit vom Unterricht hat diese Arbeitsgruppe Handlungsempfehlungen » (PDF) zum Umgang mit Schulversäumnissen in der Stadt Oldenburg entwickelt und den Institutionen zur Anwendung empfohlen.

Im Jahr 2006 wurde in Kooperation mit der Universität Oldenburg eine Untersuchung zu Schulversäumnissen » (PDF) in der Stadt Oldenburg durchgeführt. Ziel der Untersuchung war, den Umfang und die Ausprägungen von Schulversäumnissen zu ermitteln und Informationen zu Verfahrens- und Verhaltensweisen der Schulen im Umgang mit Schulverweigerung zu gewinnen. Die Untersuchung hat deutlich gezeigt, dass es eine hohe Zahl von Schülerinnen und Schülern gibt, die dem Unterricht regelmäßig fernbleiben.

Amt für Jugend und Familie entwickelt Handlungskonzept gegen Schulabsentismus

Um auf die angezeigten Handlungsnotwendigkeiten zu reagieren, wurde 2007 mit dem NiKo-Projekt eine Koordinierungsstelle Schulverweigerung eingerichtet, die in Kooperation mit drei Hauptschulen Beratung und Einzelfallhilfe angeboten hat und gemeinsam mit den Kooperationsschulen verbindliche Maßnahmenkataloge entwickeln konnte, die ein einheitliches und abgestuftes Vorgehen der Schulen bei auftretenden Schulversäumnissen vorsehen. Handlungskonzept gegen Schulabsentismus » (PDF)

2011 konnte mit allen Schulen in der Stadt Oldenburg eine Kooperationsvereinbarung getroffen werden, die die Umsetzung des Handlungskonzeptes gegen Schulabsentismus festhält.  [Link Handlungskonzept gegen Schulabsentismus

Viele der schulverweigernden Schülerinnen und Schülern erreichen keinen Schulabschluss oder brechen die Schule vorzeitig ab. Es kommt zu Ausgrenzungsprozessen, in deren Folge soziale Hilfesysteme in Anspruch genommen werden müssen (hohe Folgekosten).

Verfahrensabläufe wurden optimiert und abgestimmte, einheitliche und verbindliche Vorgehensweisen etabliert, die eine frühzeitige und gezielte Intervention möglich machen. Ziel ist es, durch geeignete Hilfen die betreffenden Kinder und Jugendlichen dabei zu unterstützen, wieder regelmäßig die Schule zu besuchen, ihren Schulabschluss zu erreichen beziehungsweise ein nachhaltiges Scheitern in der Schule oder einen Dropout zu verhindern und damit negative Folgewirkungen und Ausgrenzungsprozesse zu vermeiden.

Fachberatung und außerschulischer Lernstandort bieten Unterstützung

Seit dem 1. Januar 2011 gibt es ein standardisiertes, stärker und aufeinander abgestimmtes Bearbeitungsverfahren und Hilfesystem bei Schulpflichtverletzungen beziehungsweise schulvermeidendem Verhalten. Zentrales Element in diesem Verfahren ist die Fachberatung Schulverweigerung, die im Rahmen von Case Management niedrigschwellige Hilfen anbietet und den Familien, aber auch den Schulen und weiteren Institutionen beratend zur Seite steht.

Darüber hinaus wurde in Kooperation mit der VHS Oldenburg ein außerschulischer Lernstandort für schulverweigernde Schüler der Sekundarstufe I eingerichtet, der den betroffenen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, vorübergehend außerhalb der Schule ihrer Schulpflicht nachzukommen. Inhaltlich werden hier lernpädagogische Angebote, werkpraktische Angebote, Kreativ- und Freizeitangebote sowie sozialpädagogische Betreuung kombiniert. Alle Infos dazu finden Sie im Flyer der VHS »