Im Augusteum

Drinnen angekommen traf uns fast der Schlag. Wie angewurzelt standen wir da, schauten nach links, nach rechts, nach oben, nach unten und hatten schließlich noch nicht alles gesehen. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr nicht wisst, wo ihr anfangen sollt?Ich versuche es mal für euch in Worte zu fassen: Die Eingangshalle ist riesengroß und hat sehr schöne verzierte Säulen. Im Treppenhaus seht ihr einen wunderschönen Fries mit Malereien. Der Fries zeigt die wichtigsten Maler und Künstler der Geschichte. Ihr könnt im Augusteum Bilder von Künstlern aus dem alten Griechenland bis zum 19. Jahrhundert finden (also bis zu der Zeit, in der das Augusteum gebaut wurde). Berühmt waren damals Künstler aus Griechenland, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Spanien. Wenn ihr im Treppenhaus steht, guckt mal vorsichtig nach oben! Seid dabei aber bitte achtsamer als Max, der ist beinahe die Treppe runter gefallen!

Auch an der Decke ist ein wunderschönes Gemälde. Es zeigt in der Mitte die Venus, das war die römische Göttin der Liebe. Hi, Hi, jetzt weiß ich, warum Max beinahe einen Sturzflug gemacht hat: Er war schlichtweg begeistert von der Schönheit der Venus.Naja, jedenfalls ist die Venus umgeben von Figuren aus der Malerei, der Architektur, der Bildhauerei und der Grafik. Der Eingangsbereich und das Treppenhaus waren aber nicht immer so schön, wie ihr es jetzt bestaunen könnt. Erst elf Jahre nach der Eröffnung hatte der Großherzog genug Geld, um das Augusteum auch von innen ausschmücken zu können. Die großherzogliche Familie konnte mit ihrem Hobby nicht aufhören: Sie sammelte weiter Gemälde. Mit der Zeit wurde selbst das Augusteum zu klein. Man schmiedete Pläne, ein weiteres Kunstmuseum zu bauen oder das Augusteum zu erweitern. Aber daraus wurde nichts.

Nach dem ersten Weltkrieg mussten die Großherzöge abdanken, das bedeutet, dass sie keine Macht mehr hatten. Jedenfalls wurde die großherzogliche Gemäldesammlung nach dem ersten Weltkrieg, das war 1918, aus Oldenburg herausgebracht. Der Stadt Oldenburg gelang es zum Glück, einen Großteil der Gemälde zurück zu kaufen. Die schönen Gemälde wurden zunächst im Schloss aufgehängt, erst viele Jahre später kamen sie zurück ins Augusteum. Die großherzogliche Sammlung wird heute die „Galerie Alter Meister“ genannt. Ihr könnt das Augusteum alleine, mit eurer Familie, euren Freunden oder mit eurer Schulklasse besuchen. Wenn ihr euch als Gruppe vorher anmeldet, könnt ihr mit einer Museumspädagogin erleben, wie Kinder früher lebten, wie sie spielten und vieles mehr. Und ganz nebenbei lernt ihr eine Menge über Kunst und Geschichte. Kommt doch einfach zur nächsten Ferienpassaktion ins Kunstmuseum!

Wir sehen uns dann!
Bis dahin, eure Mia.

Die Adresse
Das Augusteum
Elisabethstraße 1
26135 Oldenburg