Peter Friedrich Ludwigs Hospital – Das PFL

„Hallo Mia, kommst du gleich mit ins PFL? Ich möchte mir noch ein paar Bücher ausleihen.“ „Moin Max. Wo möchtest du hin? Ins PFL? Was ist das denn und warum kann man sich da Bücher ausleihen?“ „Naja, eigentlich leihe ich mir die Bücher aus der Stadtbibliothek aus und die ist im PFL. Genauer gesagt steht PFL für Peter Friedrich Ludwig. Das Gebäude war früher mal ein Krankenhaus und hieß Peter Friedrich Ludwigs Hospital.“ „Na dann lass uns mal hingehen. Da bin ich aber gespannt.“

Am PFL angekommen

„Mensch Max, das ist ja ein riesiges Haus. Das sieht gar nicht nach einem Krankenhaus aus.“
„Weißt du, wie alt das Gebäude ist?“
„Ja Mia, das hat mir meine Oma alles erzählt. Das Haus wurde 1841 fertig gestellt und als Hospital eröffnet. Das Hauptgebäude sieht von oben wie ein E aus und ist noch genauso  erhalten geblieben, wie es erbaut wurde. Allerdings musste man im Laufe der Zeit noch anbauen und auch im Park wurden zusätzlich kleinere Gebäude gebaut, da der Platz für die Kranken nicht ausreichte.“
„Aber so wie das Gebäude aussieht, durften da sicher nur die Reichen und Adligen behandelt werden, oder?“
„Nein, ganz und gar nicht. Das Hospital hatte zu Beginn über 100 Betten und nahm alle Kranken auf. Es gab ja damals, vor allem zu Kriegszeiten, unglaublich viele Infektionskrankheiten und die Menschen mussten irgendwo versorgt werden. Aber natürlich kamen auch Herzöge dahin, wenn sie richtig krank waren.“

„Sag mal Max, war Peter Friedrich Ludwig eigentlich auch ein Herzog?“
„Ja genau Mia. Er regierte das Oldenburger Land von 1785 bis zu seinem Tode 1829. Das waren schwierige Zeiten damals. Vorher stand diese Gegend unter dänischer Herrschaft und da wurden sämtliche Einnahmen des Landes nach Dänemark geleitet. Das heißt, als Peter Friedrich Ludwig das Hospital bauen wollte, war kein Geld dafür da. Er musste erst einmal einen Fond anlegen, also so etwas wie ein riesiges Sparbuch, um genügend Geld zu sammeln.“
„Aber sagtest du nicht, das PFL wurde 1841 fertig gebaut? Wie kann das denn sein, wenn Peter Friedrich Ludwig schon 1829 gestorben ist?“
„Nun, wie gesagt fehlte ihm das Geld und so war es erst möglich den Bau zu beginnen, als genügend davon da war. Zu diesem Zeitpunkt hat dann aber schon sein Sohn, Paul Friedrich August, regiert und das Haus im Namen seines Vaters bauen lassen.“

„Damals war um das Gebäude herum nichts weiter gebaut?“
„Du musst ja bedenken, dass das Hospital außerhalb der eigentlichen Stadt stand. Wir können uns ja das nächste Mal auf die Suche nach den alten Stadtmauern machen. Vielleicht gibt es ja davon noch etwas. Jedenfalls hast du Recht, einen großen Garten hatten die hier damals wirklich. Zwei sogar, einen für Männer und einen für Frauen.“
„Ach stimmt ja Max, das wurde ja zu der Zeit alles noch richtig streng genommen. Weißt du denn auch, warum es heute kein Krankenhaus mehr ist?“

„Das sind wohl letztendlich vor allem wirtschaftliche Gründe. Es entstanden ja noch mehr und größere Krankenhäuser und da begann man schließlich in den achtziger Jahren die Häuser zusammenzulegen und das Krankenhaus umzusiedeln. Aber das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist nun ein Kulturzentrum. Hier ist jetzt die Stadtbibliothek drinnen und viele verschiedene Büros. Die KIBUM, die Kinder- und Jugendbuchmesse (Foto), findet hier regelmäßig statt und auch die Musikschule ist auf dem Gelände untergebracht. Da war ich vor kurzem zu einer Aufführung des Theatrix hier im PFL, das war richtig gut.“

„Hat man denn noch das Gefühl in einem ehemaligen Krankenhaus zu sein, wenn man durch die Gänge läuft? Oder hat sich das alles sehr verändert?“
„Tja Mia, das kann ich dir auch nicht so genau sagen. Aber wollen wir uns nicht gemeinsam auf die Suche begeben?
„Das klingt gut Max. Auf Entdeckertouren habe ich immer Lust!“