Die Gertudenlinde

Olaf der Dussel ist prompt gegen einen Baum gerannt. Ich musste so lachen, dass mir fast mein Brötchen aus der Hand fiel. Dann aber habe ich gesehen, dass dieser Baum so riesig ist, dass es gar nicht so schwer ist, dagegen zu rempeln. Ehrlich, so einen riesigen Baum habt ihr noch nie gesehen!
Dieser Baum ist aus dem Ableger einer Linde gepflanzt, die schon im Mittelalter dort stand und von vielen riesigen Pfeilern gestützt werden musste, damit sie nicht umfiel.

Es gibt sogar eine Sage, die von dieser Gertrudenlinde handelt:
Angeblich wurde die Linde von einem Mädchen gepflanzt, das für einen Diebstahl erhängt wurde, den es gar nicht begangen hat. Am Galgen rief sie, man solle einen Lindenzweig für sie verkehrt herum in die Erde stecken und wenn es zu einem Baum wächst, solle das ein Zeichen für ihre Unschuld sein. Geholfen hat ihr das allerdings nichts, denn sie wurde ja gehängt, aber der Baum ist eine schöne und alte Linde geworden.

In einem alten Reisebericht im Stadtarchiv konnten wir lesen, dass die erste Linde im Jahr 1656 auf 28 Säulen gestützt wurde (na, da war sie bestimmt schon drei- oder vierhundert Jahre alt!) und dass im Sommer am Baumstamm eine Kanzel stand, wo draußen Gottesdienste abgehalten wurden. Olaf findet das albern, aber ich stelle mir das ganz schön vor.

1960 wurde ein Ableger von der uralten Linde neu gepflanzt und die neue Linde steht nun dort am Eingang des Gertrudenkirchhofs. Ich bin nicht so gut im Rechnen, aber vielleicht habt ihr ja schon längst herausgefunden, wie alt diese neue Linde ist!
Der Umfang des Baumstammes beträgt 15-16 Oldenburger Fuß. Ha! Da staunt ihr, oder? Ein Oldenburger Fuß ist ungefähr 30 Zentimeter lang, und somit müsste der Umfang der Linde……. wartet mal…… Olaf hat es mir gerade gesagt: ungefähr viereinhalb Meter sein!