Der Kirchenraum

Durch eine weitere Tür kommen wir nun in die Kirche. Sie ist wunderschön. Was wirklich überraschend ist, ist dass die Kirche von innen rund ist. Außerdem hat die Kirche drei Etagen. Diese Etagen nennt man auch Emporen. Sie sind über ein Treppenhaus zu erreichen. Rundum sind zwölf Säulen zu sehen, die das Kirchengebäude tragen. Sie stehen für die zwölf Apostel. Aus unserem Religionsunterricht wissen wir, dass Apostel Boten von Jesus sind. 

Max und ich bemerken, dass wir nicht die einzigen Besucher am sind. Wir sehen eine Gruppe von Menschen und einen Mann, der scheinbar eine Kirchenführung leitet. Schnell huschen wir zwischen den weißen Bänken durch und stellen uns zu der Gruppe. Der Mann, vielleicht ein Pastor, ist gerade dabei, etwas über die Geschichte der Kirche zu berichten. Aufmerksam hören wir zu, damit wir euch noch einiges davon erzählen können:

Zuerst erwähnt der Mann, dass die Kirche eine evangelische Kirche ist und zwischen 1155 und 1234 als eine einschiffige Kirche gebaut wurde. Um 1400 wurde die Kirche umgebaut und erweitert und wurde somit zu einer dreischiffigen Kirche mit 19 Altären. „19 Altäre?“, flüstere ich. „So viele?“ "Psssst!“, sagt eine ältere Dame, die vor uns steht. 1511 wurde das Dach der Kirche durch Regen und Sturm so beschädigt, dass es neu gedeckt werden musste. 1527 wurden einige von den 19 Altären entfernt. 1795 wurde die Kirche bis auf die Außenmauern abgerissen und im Inneren entstand die Rundkirche mit einer Glaskuppel, von der wir beim Betreten der Kirche so fasziniert waren. Sie wurde seitdem kaum noch verändert.

Der Kirchenturm und die vier Ecktürme wurden erst 1885 bis 1887 gebaut. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Kirche zum Glück unversehrt. 1968 wurde der Innenraum der Kirche gedreht, um eine große Orgel einzubauen. Wir können euch sagen, die Orgel ist toll und soooo groß. Gerne hätten wir einmal darauf gespielt.

Nach ein paar Abschlussworten des Mannes gehen die Menschen auseinander und wir entdecken einen großen Kerzenständer, den wir wegen der ganzen Menschen die ganze Zeit nicht gesehen hatten. Daneben stehen Teelichter, die man anzünden kann, wenn man ein bisschen Geld in eine Dose wirft.

Dann finden wir ein Buch. Es scheint ein Buch zu sein, in das jeder Besucher etwas schreiben kann. Manche Leute haben geschrieben, wie sie die Kirche finden. Andere haben über Ängste und Hoffnungen geschrieben und wieder andere haben Grüße an andere gerichtet. Max schreibt, wie schön er die Kirche findet.

Wir gehen weiter nach vorne, zum Altar. Da stehen eine Kerze und ein Kreuz. Und eine Bibel liegt dort aufgeschlagen. Leider dürfen wir nicht dichter an den Altar heran, denn davor steht ein Verbotsschild. Über dem Altar geht eine kleine Treppe nach oben, die zur Kanzel führt. Von der Kanzel aus spricht der Pastor seine Predigt.

Habt ihr so eine Tafel wie im Bild rechts schon einmal gesehen? Die hängt normalerweise in jeder Kirche. Die linken Zahlen darauf geben die Nummern der Lieder im Gesangbuch an und die Zahlen rechts daneben die Liedstrophen, die im Gottesdienst gesungen werden.

Wir schauen uns weiter um und bemerken, dass die Sitzreihen mit Zahlen gekennzeichnet sind. „Was haben die Nummern bloß zu bedeuten?“, frage ich. „Ich weiß es nicht“, sagt Max, „aber der Mann, der eben die Führung geleitet hat, steht noch dort drüben. Vielleicht fragen wir ihn mal.“

„Entschuldigen Sie!? Können Sie uns vielleicht sagen, was die Zahlen auf den Sitzbänken zu bedeuten haben?“, frage ich. „Aber natürlich“, sagt der Mann sehr freundlich, „manchmal finden hier in der Kirche Konzerte statt und auf den Eintrittskarten stehen die Nummern der Plätze. So weiß jeder, wo er sitzt.“ „Vielen Dank!“, sagen wir fast im Chor.

Jetzt sind wir fast alleine in der Kirche, nur der Mann und eine ältere Frau, die vor ein paar Minuten die Kirche betreten hat, sind noch da. Die ältere Frau setzt sich in die vierte Reihe und betet. „Was macht man eigentlich so alles in einer Kirche?“, fragt Max. „Ganz schön viele Sachen passieren in der Kirche: Es wird getauft, geheiratet und beerdigt, Gottesdienste werden gefeiert, es finden Konzerte statt und Menschen gehen in die Kirche, um Ruhe zu haben, um alleine zu sein und um zu beten", sage ich.

Als wir die Lambertikirche verlassen, blicken wir uns noch mal um.

Die Adresse
St. Lamberti-Kirche
Markt 17
26122 Oldenburg

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