Eine erfundene Geschichte rund um die Geschwister Hans und Ursula Landsberg

Wenn du willst, kannst du hier eine Geschichte lesen, die rund um die Geschwister Hans und Ursula Landsberg erzählt wird.

Die Geschwister Hans und Ursula Landsberg sind nach England ausgewandert, um Hitler und seinen Anhängern zu entkommen. Als das passierte, war Hans gerade einmal zehn Jahre alt, seine Schwester Ursula war 14. Leider weiß man nicht allzu viel darüber, wie die Flucht und die Auswanderung von den Geschwistern genau war. Wir können uns deshalb nur vorstellen, wie es gewesen sein könnte. Die Geschwister Landsberg gab es wirklich, aber die Einzelheiten, die du hier in der Geschichte lesen kannst, sind erfunden!

Die Geschichte

In der Schule saß Hans neben Jan, seinem besten Freund. Jan war einer der wenigen Klassenkameraden, die noch mit ihm spielten. Denn seit einiger Zeit war für Hans alles anders. Und zwar nur, weil Hitler und seine Leute, die Nationalsozialisten, in Deutschland an die Macht gekommen waren. Seitdem wurden Menschen einer bestimmten Religion, nämlich die Juden, verfolgt. Hans und seine Familie waren auch Juden. „Mit dir will ich nichts zu tun haben! Du bist doch nur ein Jude!“, beschimpften ihn einige Jungen. Auch Jan musste sich solche Beschimpfungen anhören, denn auch seine Familie hatte den jüdischen Glauben. „Hör einfach nicht hin“, sagte er jedes Mal zu Hans, wenn wieder eine solche Bemerkung kam.
Doch das „nicht Hinhören“ reichte nicht, um die Nationalsozialisten von ihrer Hetzerei abzubringen. Eines Nachts passierte etwas Schreckliches.
Es klingelte an der Tür und Hans wurde von groben und lauten Befehlen mehrerer Männer geweckt. Die ganze Familie wurde hinaus auf die Straße geschickt und zusammen mit anderen Menschen verhaftet und weggebracht. Niemand wusste warum das geschah, doch alle hatten Angst. War das etwa alles nur, weil sie Juden waren?
Die Nacht verbrachten sie auf dem Boden eines Gefängnisses zusammen mit anderen Gefangenen. Es war kalt und sie taten vor Angst kein Auge zu. Die Gefangenen redeten kaum, denn fast niemand wagte zu sprechen. Die düsteren Männer wachten vor den Gitterstäben.
Am nächsten Morgen wurden Hans, Ursula und ihre Mutter wieder frei gelassen. „Alle Männer bleiben hier!“, schrie einer der düsteren Männer und schon wurden sie hinaus gedrängt, ohne ein Wort der Erklärung. Hans wollte einfach nur weg von diesem schrecklichen Ort, dem Gefängnis, aber sie konnten doch nicht ohne den Vater gehen! Doch es gab keine Wahl.
Zu Hause versuchte die Mutter die beiden Geschwister zu beruhigen: „Bestimmt kommt er bald wieder nach Hause.“ Doch Hans merkte, dass auch seine Mutter riesige Angst hatte. Was machten Hitlers Leute jetzt wohl mit ihm? Würden sie noch einmal zu ihnen nach Hause kommen?
Die Stimmung war seitdem ganz furchtbar. Allen war die Verzweiflung anzusehen. Jeden Abend lag Hans in seinem Bett und betete, dass sein Vater wieder nach Hause käme. Oft kramte er sein Tagebuch hervor und schrieb hinein.

Wenige Tage später wurde in der Schule verkündet, dass jüdische Kinder nicht mehr in normale Schulen gehen durften. Sie sollten von nun an auf eine Schule gehen, die nur für Juden bestimmt war. „Sie wollen uns nicht mehr dabei haben“, erklärte ihm Ursula beim Abendessen wütend und angstvoll zugleich. Vor einiger Zeit hatte ihre Lehrerin sie dazu aufgefordert, von nun an immer in der letzten Reihe der Klasse zu sitzen, weil sie Jüdin sei. „Ich finde, es gibt niemand fieseren, als die Nationalsozialisten“, rief Hans erbost, doch die Mutter hielt ihm schnell den Mund zu: „Psst!“, zischte sie energisch, „so etwas darf man nicht sagen, sonst wird man verhaftet.“

„Es ist zu gefährlich für uns, hier zu leben“, sagte die Mutter eines Tages. „Für uns gibt es nur eine einzige Möglichkeit: Wir müssen weg aus Deutschland.“
Hans kannte einen Jungen, der vor ein paar Jahren mit seiner Familie nach Südamerika gegangen war und Hans’ Onkel war vor einiger Zeit nach Palästina geflüchtet. Seine Nachbarin, die ihm immer Bonbons geschenkt hatte, musste mit ihrer Familie nach Holland flüchten. Aber das Auswandern wurde immer schwieriger. Erwachsene brauchten für die Ausreise bestimmte Papiere, die ihnen die Nationalsozialisten nicht gaben. Außerdem wollten die anderen Länder keine Flüchtlinge mehr aufnehmen und schlossen ihre Grenzen. Für Kinder sollte es jedoch bald Transporte nach England geben. Die Mutter hatte von einem Bekannten davon gehört. Nun versuchte sie mit aller Kraft, zwei Plätze für ihre Kinder in solch einem Transport zu bekommen. Und tatsächlich bekam die Mutter einen Platz für Ursula und Hans in dem ersten Kindertransport nach England. „Das ist eure Chance! Da fahrt ihr mit!“, bestimmte die Mutter. „Aber ich will nicht weg, ich will hier bleiben“, wollte Hans am liebsten sagen, doch er schluckte nur. Er wusste, dass es sein musste.

Auf nach England

Schon einige Tage später wurden die Koffer gepackt. Als die Mutter die beiden zum Zug brachte, sprach keiner ein Wort und die Mutter schluchzte.
Alle Kinder auf dem Bahnsteig bekamen ein Schild um den Hals gehängt, auf das eine Nummer gedruckt war. „Damit ihr nicht verloren geht!“, erklärte die Mutter eindringlich. „Das dürft ihr nicht abnehmen!“ - „Machen wir nicht.“ Hans hielt sein Schild ganz fest.
„Ich komme mit Papa nach, sobald ich kann“, versprach sie. „Ihr werdet sehen, in England wird alles besser.“ Erst war Papa weg und jetzt sollte Hans sich auch noch von seiner Mutter trennen? Er klammerte sich an ihr fest und schrie, die Mutter weinte auch. Sie küsste ihre Kinder ein letztes Mal. Dann drückte sie ihn fort, doch es fiel ihr nicht leicht. „Pass auf deinen Bruder auf“, flüsterte sie Ursula zu. „Ihr müsst immer schön zusammen bleiben, hört ihr?“ Sie drückte die beiden Kinder in den Zug, wo sie in ein Abteil gedrängt wurden.

Ein Schaffner pfiff und der Zug fuhr ab. Die Mutter winkte kräftig und lief dem Zug noch so weit sie konnte hinterher. „Tschüß Mama, tschüß!“, rief Hans und presste seine Nase so fest an die Fensterscheibe, dass es schmerzte. Der Zug fuhr schneller und schneller, dann war der Bahnhof verschwunden.
Hans und Ursula saßen in einem Abteil mit anderen Kindern. Ein noch sehr kleines Kind weinte ununterbrochen, andere lasen Bücher oder starrten einfach aus dem Fenster. Der Zug fuhr nach Hamburg, wo sie in einen anderen Zug umstiegen. Von da aus fuhren sie schließlich über Holland nach England.
Als sie über die holländische Grenze fuhren, fing eine Gruppe älterer Kinder an zu jubeln. „Wir sind frei!“, riefen sie immer wieder. Und Ursula flüsterte ihrem kleinen Bruder zu: „Jetzt sind wir in Sicherheit.“
Die Fahrt dauerte Ewigkeiten. Hans freundete sich mit einem Jungen an und plauderte ein wenig mit ihm. Er war aufgeregt und ein bisschen freute er sich auch auf England. Es sollte dort so anders und vornehm sein.
Ursula aber sagte während der ganzen Fahrt fast kein Wort.
Mit einem Schiff kamen sie am nächsten Morgen, am 2. Dezember 1938, in England an. „Hans, wir sind da!“ Ursula rüttelte an seinem Arm und riss ihn aus dem Schlaf. „Nimm deine Sachen, wir gehen an Deck!“ Es wurde gerade hell und sie sahen endlich den Hafen. Der Wind pfiff Hans um die Ohren und es war sehr kalt. Doch er war so aufgeregt, dass er all das kaum spürte.
Am Hafen mussten sich alle Kinder in Reihen versammeln, um auf ihre Pflegeeltern zu warten. Hans und Ursula mussten lange warten. „Die Pflegefamilie passt nur so lange auf euch auf, bis wir zu euch kommen können“, hatte die Mutter gesagt. Trotzdem war es ein merkwürdiges Gefühl, als irgendwann ein Mann kam und sie beide mitnehmen wollte. Sie hatten großes Glück, dass er beide Geschwister aufnehmen wollte. Als sie am Hafen gewartet hatten, mussten sie miterleben, wie manches Geschwisterpaar getrennt worden war. Die Pflegefamilie hatte dann wohl schon genug eigene Kinder und konnte nur ein Pflegekind aufnehmen.
Der Mann sah sanft und freundlich aus, doch sein lächelnder Mund gab nur Töne von sich, die Hans nicht verstand. Hans konnte natürlich kein Englisch verstehen. Und Ursula wusste nur einige Worte, um sich zu verständigen. So sagten die beiden nichts.
Der Mann hieß Mr. Barker. Sie fuhren mit dem Auto zu einem kleinen Haus. Ursula nahm Hans bei der Hand und sagte: „Komm, das ist jetzt unser neues zuhause“. Hans war unglaublich mulmig zu Mute. „Ist es nicht“, dachte er im Stillen.

Angekommen

Nun waren sie also allein in England. Die Familie, die Hans und Ursula aufgenommen hatte, bestand aus Mr. und Mrs. Barker und deren Tochter Ann. Sie war etwa in Ursulas Alter und hatte liebe große Augen. Sie schenkte Hans zur Begrüßung ein rotes Spielzeugauto und für Ursula hatte sie ein selbst gemachtes Perlenarmband. „Sie weiß, dass wir nicht viel von zu Hause mitnehmen konnten“, vermutete Ursula und legte stolz ihr neues Armband an. „Das ist sehr nett von ihr, uns etwas zu schenken.“ Doch Hans konnte sich nicht so recht über das Auto freuen.

Am ersten Abend konnte er nicht einschlafen und auch Ursula lag wach in ihrem Bett. Sie hatten ein gemeinsames Zimmer, in dem zwei Betten standen. Außerdem hatten zwei kleine Schreibtische darin Platz.
„Ich kann nicht schlafen“, flüsterte Hans seiner Schwester zu. „Ich will nach Hause.“ Doch seine Schwester antwortete nicht. Es herrschte eine Weile Ruhe. Es war so ungewohnt still in diesem Haus und die Bettwäsche roch so anders, als gewohnt. Er vermisste seine Eltern. „Ursula, ich will nach Hause!“, wiederholte er. „Sei mal froh, dass du noch lebst!“, herrschte ihn seine Schwester an. Nach einer Pause erklärte sie entschuldigend: „Immerhin sind wir jetzt in England. Hier kann uns nichts mehr passieren.“ „Aber Mama und Papa schon“, erwiderte Hans mit gedrückter Stimme. Er lag noch sehr lange wach.

Die Pflegefamilie gab sich sehr viel Mühe, doch Hans war immer traurig und sehr still. Auch die kommenden Nächte konnte Hans nicht einschlafen und oft weinte er, bis sich seine Schwester zu ihm legte und sich an ihn kuschelte. Eigentlich war Hans kein Baby mehr und schon ziemlich gerissen. Aber hier, in England und ohne die Eltern, fühlte er sich so klein wie noch nie. Manchmal kam Mrs. Barker abends an sein Bett, strich ihm mit ihren großen Händen mütterlich über seinen Kopf und las ihm ein Bilderbuch vor. Hans verstand anfangs nicht sehr viel von dem Buch, weil es ja auf Englisch war. Deshalb sah er sich hauptsächlich die Zeichnungen darin an. Aber dass Mrs. Barker da war und an seinem Bett saß, tat gut.
Sie kümmerte sich sehr gut um die beiden neuen Pflegekinder und bestand darauf, dass sie ihrer Mutter oft Briefe nach Deutschland schrieben.

Immer, wenn ein Brief der Mutter ankam, freuten sich die Geschwister riesig. In ihrem zweiten Brief schrieb sie: „Vater ist wieder zu Hause und wir kommen so schnell es geht zu euch! Wir haben euch sehr lieb!“ Was für ein Glück! Sie hatten ihn freigelassen. Die Geschwister jubelten und konnten es kaum erwarten. An diesem Tag lachte Hans zum ersten Mal seit der Abreise aus Deutschland. Er war sich nun ganz sicher: „Bald sind wir alle wieder zusammen!“ Schon bald war Weihnachten und bis dahin würden die Eltern sicherlich hier in England sein. Ein Weihnachten ohne seine Eltern konnte er sich nicht vorstellen.

Ursula hatte sich bald mit der Tochter Ann angefreundet. Hans fühlte sich jedoch oft einsam und sehnte sich nach seinem zuhause, seinen Eltern und seinem Freund Jan. Eines Tages kam Mr. Barker mit einem Stapel englischer Comics und Kinderbücher nach Hause, die er Hans schenkte. Von nun an verbrachte er die Tage damit, darin zu blättern.

Die Weihnachtszeit begann und die Eltern kamen noch immer nicht. Sie schrieben einen Brief und versprachen: „Wir holen das alles nach, versprochen!“ Es war ein sehr trauriges Weihnachten und auch die Familie Barker konnte die Geschwister nicht aufheitern. Aber sie gaben sich solche Mühe, dass Ursula sich ab und zu ein Lächeln abzwang.
Nach wenigen Wochen sollten Hans und Ursula eine englische Schule besuchen. Sie hatten beide etwas Angst davor. Schließlich konnten sie bisher nur einige englische Sätze sprechen, die ihnen die Pflegefamilie beigebracht hatte.
Doch so schlimm wurde es gar nicht. Hans freundete sich schnell mit einem Jungen an, der ebenfalls aus Deutschland geflüchtet war. Er wohnte nicht bei einer Pflegefamilie, sondern in einem Kinderheim. Auch mit den anderen englischen Kindern verstand Hans sich nach einiger Zeit sogar ganz gut. Trotzdem hatte er immer das Gefühl, als ob sie in ihm einen Sonderling sahen, der anders war als sie.
„Mr. und Mrs. Barker staunen jeden Tag, wie gut wir schon Englisch sprechen. Auch Hans macht sich gut und ist meistens brav“, schrieb Ursula ihren Eltern in einem Brief. Und wirklich, es war erstaunlich, wie schnell die beiden Geschwister die englische Sprache lernten.

Der Frühling kam und die Zeit verging. Hans hatte Angst, seine Eltern langsam zu vergessen und er schrieb ihnen, so oft es ging. Fast sein ganzes Taschengeld, das er von den Barkers bekam, gab er für Briefmarken aus.
Ursula musste schließlich, im April 1938, ihren 15. Geburtstag ohne die Eltern feiern. Obwohl sie selten ihre Gefühle zeigte, wusste Hans, dass sie darüber sehr traurig war. Er schenkte ihr zum Geburtstag eine selbst gemachte Zeichnung: Das Bild zeigte sie selbst, Hans, die Mutter und den Vater. Alle hielten sich an den Händen und sahen sehr glücklich aus. Gerührt legte Ursula die Zeichnung mit einem leisen „Danke“ unter ihr Kopfkissen.

Und dann wurde es Sommer. Allerdings war es längst nicht so warm, wie in Deutschland. Als Hans eines Tages das gemeinsame Zimmer betrat, sah er Ursula auf ihrem Bett sitzen: Sie hatte die Zeichnung in den Händen und war gerade dabei, sie gemächlich in kleine Stücke zu zerreißen. „Was machst du da?“, rief Hans entsetzt. Ursula antwortete mit bitterer Stimme: „Die kommen nicht mehr. Mach dir keine Hoffnungen!“ Hans hatte das Gefühl, als ob sein Hals einen Knoten bekam. Er war wütend, dass seine Schwester so dachte und rief: „Hör sofort auf damit! Sie werden kommen!“ Sie sah ihn traurig an und erwiderte mit zögernder Stimme: „In meiner Klasse sind zwei deutsche Mädchen. Beide haben gerade eine Nachricht erhalten, dass ihre Eltern eingesperrt oder tot sind.“ Hans spürte, wie ihm die Tränen in die Augen schossen. Er hatte die ganze Zeit versucht, nicht an so etwas zu denken. Nun spürte er die riesige Angst der letzten Monate umso mehr. Was, wenn Ursula Recht hatte und die Eltern es nicht schaffen würden? „Sie werden kommen!“, schrie er und rannte aus dem Zimmer. Er weinte fürchterlich. Und er hoffte so sehr, bald wieder einen Brief von seinen Eltern zu bekommen.

Das Wunder

Die Unsicherheit quälte Hans ganz gewaltig und manchmal verlor er jede Hoffnung, seine Eltern jemals wieder zu sehen. Wer wusste schon, ob sie überhaupt kommen würden. Einmal zerschmiss er vor Wut darüber beim Abendessen eine Tasse. Zuerst schimpfte Mrs. Barker mit ihm, doch dann nahm sie seinen Kopf in ihre Hände und schaute ihn mit ihren hellen Augen verständnisvoll an. Sie wusste wohl, warum er so außer sich war. Sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn und zusammen sammelten sie die Scherben auf und warfen sie in den Müll. Hans fing an, Mrs. Barker sehr lieb zu gewinnen.

Einige Wochen später passierte ein großes Wunder, mit dem niemand mehr so richtig gerechnet hatte. In einem Brief kündigten die Eltern tatsächlich ihre Ankunft an: „Unsere Ausreise ist so gut wie sicher! In einigen Tagen sind wir bei euch!“ Es war einfach unglaublich. „Ich hab´s gewusst, ich hab´s immer gewusst!“, rief Hans und Ursula drückte ihren kleinen Bruder so fest an sich, dass er fast keine Luft mehr bekam. Dicke Freudentränen rannen über ihr Gesicht. „Sie kommen endlich! Ich kann es nicht glauben!“, schluchzte sie glücklich. Auch die Familie Barker war sehr gerührt und zur Feier des Tages gab es am Abend ein Festessen.

Und wirklich, schon einige Tage später standen die Eltern vor der Tür. Das Wiedersehen war so wunderschön, dass sie alle kaum etwas sagen konnten. Sie umarmten sich und ließen einander nicht mehr los.

Die Familie Barker hatte sich mittlerweile um eine Unterkunft für die Landsbergs gekümmert, in der sie fürs Erste wohnen konnten. Als sie dort am Abend ankamen und alle am Tisch saßen sagte die Mutter: „Meine Lieben, ich weiß, es war eine schreckliche Zeit, aber es war nun mal die einzige Möglichkeit. Und das Wichtigste ist: Wir haben es geschafft!“

Die Quellen für diesen Text:

  • Paulsen, Jörg (2001): Erinnerungsbuch. Ein Verzeichnis der von der nationalsozialistischen Judenverfolgung betroffenen Einwohner der Stadt Oldenburg 1933-1945. Edition Temmen Verlag, Bremen.
  • Die freundliche Auskunft von Jörg Paulsen
  • Leverton, Bertha; Lowensohn, Shmuel (1990): Ich kam allein. Die Rettung von zehntausend jüdischen Kindern. Deutschsprachige Ausgabe (1994): Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG, München.
  • Turner, Barry (1990): Kindertransport. Eine beispiellose Rettungsaktion. Deutschsprachige Ausgabe (1994): Bleicher Verlag, Gerlingen.

Verfasst von Julia Krekeler