Der große Mann zwischen den Wänden

Waldemar Otto – das ist der Künstler, der diesen großen Menschen zwischen den zwei Wänden geschaffen hat. Der Künstler arbeitet in Berlin und Worpswede. Worpswede ist nicht weit von Bremen entfernt. In früheren Zeiten hat Waldemar Otto Torsi gemacht. Torsi – das klingt erstmal komisch. Aber eigentlich sind es nur menschliche Figuren, die irgendwie „unfertig“ aussehen. Sie haben zum Beispiel keine Arme. Im Laufe seiner Arbeit hat sich Waldemar Otto aber auf etwas Anderes spezialisiert und das waren menschliche Figuren, die zwischen zwei Wänden stehen. Und genau so ein Kunstwerk steht seit 1981 vor dem Stadtmuseum in Oldenburg.

Dieses Kunstwerk ist drei Meter hoch und wirklich nicht zu übersehen. Beim genauen Hinschauen siehst du, dass der Mann zwischen den beiden Wänden keine Augen hat. Warum ist der Mann so dargestellt?
Der Künstler Waldemar Otto zeigt mit seiner Arbeit, dass jeder Mensch eingeengt ist. Er lebt eingeengt in der Gesellschaft. Überall gibt es Vorschriften und Regeln, die eingehalten werden müssen. Durch die Darstellung ohne Augen verweist der Künstler darauf, dass der Mensch diese Einschränkungen nicht mehr sieht beziehungsweise sie nicht mehr wahrnimmt. Er ist sprichwörtlich blind geworden.

Der Mann versucht zwischen den engen Wänden herauszutreten. Das siehst du auch sehr schön, wenn du mal von der Seite auf das Kunstwerk siehst. Die Hände sind gerade dabei sich an der Wand festzuhalten, um den Sprung nach draußen zu unterstützen.

Kurz und knapp

Von wem?  von Waldemar Otto
Wo?  am Stadtmuseum
Woraus?  aus Bronze
Von wann?  aus dem Jahr 1980, seit 1981 im Eingangsbereich des Stadtmuseums
Wie groß?  3 Meter hoch, 0,82 Meter breit und 1,65 tief