Pflegekinder – Pflegefamilie – Pflegekinderdienst

Wenn Eltern nicht mehr für ihre Kinder gut sorgen können, zum Beispiel weil sie schwer krank sind, Drogen nehmen, zuviel Alkohol trinken, das Kind massiv verletzen oder es nicht vor Gefahren schützen oder es nicht gut mit Essen und Trinken und Kleidung und anderen Dingen versorgen, kann ein Kind für eine Zeit oder auf Dauer in einer Pflegefamilie leben.

Wenn die Eltern wieder für das Kind sorgen können, geht das Kind wieder zu seiner Familie zurück. Ändern die Eltern ihr Verhalten nicht und können weiterhin nicht gut für ihr Kind sorgen, kann es sein, dass das Kind dann, bis es erwachsen ist, in der Pflegefamilie lebt und zu seiner Familie Kontakt über Besuche hat.

Es hat dann seine Eltern und vielleicht Geschwister, bei denen es zu Anfang aufgewachsen ist und gleichzeitig eine Pflegefamilie, in der es vielleicht auch mit anderen (Pflege-)Geschwistern lebt, die für es sorgen und von wo aus es in den Kindergarten und in die Schule geht.

Manchmal ist das Kind ein bisschen traurig und hin- und hergerissen, wo es leben will und ob es alle lieb haben kann. Das Amt für Jugend, Familie und Schule unterstützt das Kind und die Eltern und die Pflegeeltern dabei, dass es Kontakt gibt – und wenn alles gut läuft – die Eltern und die Pflegeeltern sich auch verstehen.

Pflegefamilien sind Familien oder auch einzelne Personen, die gerne mit Kindern zusammen leben, sie unterstützen und ihnen einen sicheren Ort zum Aufwachsen geben wollen. Sie versorgen und betreuen die Pflegekinder und helfen ihnen in der Schule, bei den Hausaufgaben, beim Finden von Kontakt zu anderen Kindern und sie schauen gemeinsam mit dem Kind, was es vielleicht auch gerne in der Freizeit macht und stärken seine Fähigkeiten.

Manchmal haben die Familien auch noch eigene – oft ältere Kinder – oder sie haben keine eigenen Kinder aber Lust mit Kindern zu leben und sie beim Aufwachsen zu begleiten. Die Pflegefamilien melden sich beim Amt für Jugend und Familie, das dann mit ihnen spricht und sich das Zuhause anschaut. Es wird angesehen wie und wo sie wohnen, ob sie genügend Zeit und Platz für ein Kind haben und ob sie verantwortungsvoll für ein Kind sorgen können.

Die Pflegeeltern müssen verstehen, dass jedes Kind leibliche Eltern hat und diese immer wichtig sind und geliebt werden und Kontakt bestehen soll. Sie begleiten das Kind in der schwierigen Zeit, wenn es von zu Hause weg geht, manchmal traurig ist und zeigen ihm sein neues Zuhause. Sie begleiten es so, wie eigene Eltern das tun würden.

Pflegekinderdienst (PKD)

Die Mitarbeiterinnen im Pflegekinderdienst suchen und bilden Pflegefamilien aus, lernen die zukünftigen Pflegekinder kennen und entscheiden, welche Pflegefamilie gut für das Kind sorgen kann. Dann lernen das Kind und die Pflegefamilie sich langsam kennen, es gibt mehrere Besuche und man unternimmt etwas gemeinsam. Die Eltern lernen die Pflegefamilie auch kennen, damit sie wissen, wer in Zukunft für ihr Kind sorgt.

Der Pflegekinderdienst besucht die Pflegefamilien und das Kind regelmäßig und spricht mit allen Beteiligten. Er hält Kontakt zu den leiblichen Eltern und begleitet manchmal die Besuchskontakte zum Beispiel auf einem Spielplatz oder im Amt für Jugend und Familie.

Der Pflegekinderdienst bespricht im Hilfeplangespräch mit Eltern, Pflegeeltern und Kindern, was erreicht werden soll, wie lange die Kinder in der Pflegefamilie leben werden und wie die Besuchskontakte stattfinden sollen.

Wenn es Konflikte gibt, ist der Pflegekinderdienst auch Ansprechpartner für die Sorgen und Wünsche der Pflegekinder. Er unterstützt auch die Pflegefamilie bei schwierigen Situationen und sucht mit allen Beteiligten nach Lösungen.

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