Das Standesamt

In welchen Fällen geht man eigentlich zum Standesamt?

• wenn ein Paar heiraten möchte
• nach der Geburt eines Kindes
• wenn ein Angehöriger verstorben ist
• wenn jemand aus der Kirche austreten will


Häufig gibt es im Standesamt auch Urkunden:

• wer heiratet, bekommt eine Eheurkunde,
• bei der Geburt eines Kindes heißt die Urkunde Geburtsurkunde und
• wenn jemand gestorben ist, gibt es eine Sterbeurkunde.

 

Das Standesamt in Zahlen

Spannend sind ja auch immer ein paar Zahlen. Wie viele Ehen werden eigentlich so in einem Jahr geschlossen? Wie viele gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden eingetragen? Wie viele Kinder geboren und wie viele Menschen sterben in einem Jahr? Oder wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat das Standesamt?

Im Jahr 2015 wurden zum Beispiel

  • 903 Ehen geschlossen,
  • 28 gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingetragen,
  • 3.361 Kinder geboren und
  • 2.673 Sterbefälle beurkundet.

Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben diese Ehen geschlossen, die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften eingetragen und vier Mitarbeiterinnen die Geburten und Sterbefälle beurkundet.

Was braucht ein Paar, um zu heiraten?

Erstmal braucht man einen Mann oder eine Frau, den oder die man heiraten möchte und der oder die das auch möchte. Dann muss man grundsätzlich mindestens 18 Jahre alt sein. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann kommt das Paar gemeinsam zum Standesamt. Dort informieren wir vom Standesamt über die formalen Dinge. Das heißt, dass wir zum Beispiel erläutern, welche Papiere mitgebracht werden müssen:

  • das sind immer die gültigen Personalausweise oder Reisepässe des Paares
  • das ist ein Nachweis über die jeweiligen Eltern durch eine beglaubigte Abschrift des Geburtsregisters
  • und möglicherweise zusätzlich ein Nachweis über den Familienstand.

Durch das Vorlegen dieser Unterlagen können wir sichergehen, dass nicht eine Person des Paares bereits verheiratet ist oder dass zum Beispiel Geschwister heiraten. Wenn alle Papiere zusammen sind, kann man die Hochzeit anmelden. Wir im Standesamt nennen das die „Anmeldung der Eheschließung“. Hierbei wird dann auch der genaue Termin der Hochzeit festgelegt.

Die Hochzeit oder die Eheschließung selbst

Es gibt eine kleine Rede von uns und dann erklärt das Paar seinen Willen zum Heiraten. Anschließend stellt der Standesbeamte fest, dass die beiden aufgrund dieser übereinstimmenden Erklärung rechtmäßig verbundene Eheleute sind! Durch diesen Ausspruch ist das Paar dann verheiratet. Das Brautpaar bekommt eine Eheurkunde. Wenn bei der Hochzeit eine Namenserklärung abgegeben wurde, beispielsweise dass beide jetzt den Namen des Mannes als gemeinsamen Familiennamen tragen, gibt es darüber auch noch eine Bescheinigung. Neben der Trauung im Standesamt kann man auch in der Kirche heiraten, aber das ist eine andere Geschichte.

Schicke Kleidung

Da sich immer weniger Brautpaare kirchlich trauen lassen, wird die Kleidung bei standesamtlichen Trauungen immer schicker. Die Bedeutung der Trauung bei uns im Standesamt wird größer. Lange weiße Hochzeitskleider und festliche Anzüge sind auch bei uns nicht mehr selten. Die Atmosphäre ist sehr feierlich. Meistens sind die Eltern des Paares, die Trauzeugen, die Kollegen und die Freunde des Paares dabei. Vielleicht hast du schon einmal gesehen, dass eine solche Hochzeitsgesellschaft aus dem Standesamt kam!

Wenn ein Mann einen Mann oder eine Frau eine Frau heiratet …

Seit dem 1. August 2001 kann auch ein Mann einen Mann oder eine Frau eine Frau heiraten. Formal nennt man diese Art der Eheschließung „Begründung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft“. Ansonsten ist auch hier schicke Kleidung und eine feierliche Stimmung angesagt und die Zeremonie unterscheidet sich kaum von der einer Eheschließung.

Wenn ein Kind geboren wird ...

Innerhalb einer Woche nach der Geburt eines Kindes muss dieses bei uns im Standesamt gemeldet werden. Wir nennen das die „Geburtsanzeige“. Bei der Geburt eines Kindes in einem Krankenhaus übernimmt das Krankenhaus diese Aufgabe für die Eltern. Auch für diese Meldung des neuen Kindes brauchen wir Unterschriften, wenn es um den Vornamen des Kindes geht. Es ist dann ein so genannter Vornamenszettel auszufüllen. Wenn die Eltern des Kindes nicht verheiratet sind, genügt grundsätzlich die Unterschrift der Mutter. Bei verheirateten Eltern müssen sowohl Vater als auch Mutter unterschreiben. Die Eltern sollten sich also schon vor der Geburt überlegen, welchen Vornamen oder welche Vornamen ihr Kind tragen soll. Außerdem sind – je nach Familienstand – noch ein paar weitere Unterlagen erforderlich: zum Beispiel, wenn die Eltern verheiratet sind, das Stammbuch, das das Ehepaar am Tag der Hochzeit erhalten hat. Dieses wird einfach mit im Krankenhaus abgegeben und mit der Geburtsanzeige zum Standesamt gebracht. Im Stammbuch stehen alle Daten, die wir benötigen, um die Geburtsurkunde zu erstellen. Wenn du in Oldenburg geboren wurdest, dann waren deine Eltern bestimmt im Standesamt am Pferdemarkt, um deine Geburtsurkunde abzuholen. Frag sie doch mal, wie lange es gedauert hat, bis sie sich über deinen Vornamen einig waren und von wem du den Namen bekommen hast.

Wenn ein Mensch stirbt …

Wenn ein Mensch in Oldenburg verstirbt, wird uns das in den allermeisten Fällen von einem Bestatter gemeldet. Er gibt uns dann auch die Angaben, die wir für die Sterbeurkunde benötigen. Denn erst nach Ausstellen der Sterbeurkunde kann die Beerdigung erfolgen. Es ist also notwendig, trotz aller Trauer dem Bestatter die Unterlagen (oft ist das Stammbuch notwendig) zeitnah zu geben, damit er sich dann um die Formalitäten kümmern kann.

Freie Entscheidung – die Kirche

Jeder Mensch der einmal in die Kirche aufgenommen wurde, kann frei entscheiden, ob er weiter der Religionsgemeinschaft, wie die Kirche auch genannt wird, angehören will. Sofern er sich dagegen entscheidet, kann er bei uns im Standesamt aus der Kirche austreten. Diesen Austritt vollzieht jemand, indem er oder sie vor einem unserer Standesbeamten erklärt, dass er oder sie der Religionsgemeinschaft nicht mehr angehören will. Über diese Kirchenaustrittserklärung gibt es dann eine Bescheinigung, und es erfolgt eine Mitteilung über den Kirchenaustritt an das Melderegister.