Landesmuseum Natur und Mensch

„Schade, unsere geplante Fahrradtour muss heute wohl ausfallen. Bei dem Regen macht das ja keinen Spaß!“, sagt Mia enttäuscht. „Tja, Mia, dann weiß ich etwas anderes. Der Jonas hat mir in der Schule erzählt, er war am Familientag im Landesmuseum Natur und Mensch und hat Moorleichen und lebende Tiere gesehen. Komm, wir fragen Mama und Papa mal, ob wir zusammen dort hingehen wollen“, schlägt Max vor.
Gesagt, getan. Schnell sind sich alle einig, dass man den verregneten Sonntag doch sehr gut mit einem Besuch im Museum verbringen kann – dorthin ist es auch gar nicht weit, das geht gut zu Fuß.
„Papa, ich glaube aber, die Moorleichen sind nichts für Mia. Mädchen haben doch immer so schnell Angst!“, behauptet Max. „Na, junger Mann, tu man nicht so, du hast sie ja auch noch nicht gesehen. Dann wollen wir uns mal beeilen“, fordert Max’ Vater auf.

Wie an jedem ersten Sonntag im Monat findet auch heute eine Familienführung – extra für Kinder und Erwachsene – statt. Mia und Max, und natürlich auch die Eltern, dürfen Fragen stellen, so viele sie möchten. Mit einer kleinen Gruppe geht es durchs Aquarium.
„Wow, so viele verschiedene Fische leben in der Hunte! Sogar Haie, große Hummer und ein riesiger Hecht sind hier zu sehen. Und zu Hause muss ich einmal im Tierlexikon nachsehen, warum der Katzenhai wohl genau so heißt!“, sagt Mia begeistert.
„Du Leseratte. Ich werde lieber bei unserem nächsten Ausflug darauf achten, ob ich eine Blindschleiche oder einen Feuersalamander entdecken kann. Vielleicht lässt sich ja auch ein Tier fangen und wir bauen uns dann auch so ein Terrarium – mit echten Pflanzen und noch mehr Kröten“, erläutert Max. „Ach, weißt du Max, die Tiere lassen wir mal lieber in der Natur oder hier im Museum. Frösche und Kröten haben die Helbigs doch nebenan in ihrem Teich. Die kannst du dort sicher mal beobachten. So, ich werde jetzt mit deiner Mutter einen Kaffee in der Cafeteria trinken. Und ihr?“, fragt Max’ Vater.
„Ich will jetzt all die Dinge sehen, von denen Jonas mir erzählt hat. Und Mia nehme ich mit“, sagt Max energisch.

„Wir haben doch heute so lange gefrühstückt und nun sitzt ihr hier noch immer beim Kaffee. Bekommen wir auch etwas zu trinken?“ „Klar, ihr könnt euch einen Saft holen, aber dann müsst ihr uns erzählen, was ihr euch alles angesehen habt“, sagt Max’ Vater, als Max und Mia von ihrer Tour durch das Museum zurückkommen.
„Das Museum ist ja total groß, über drei Etagen mussten wir laufen. Wir sind erst einmal ins Moor gegangen – ja, so heißt eine Ausstellung wirklich. Max wollte unbedingt zuerst zu den Moorleichen, davon gibt es hier vier Stück. Alle liegen in einem riesigen Block aus echtem Moor; und bei einem Mann hat man so viele Untersuchungen gemacht, dass man weiß, was er vor seinem Tod gegessen hat und sogar, wie sein Gesicht früher ausgesehen hat“, berichtet Mia.
„Die Menschen haben so viele Sachen im Moor verloren – Lederschuhe, Halsringe und Broschen oder auch große uralte Räder aus Holz. Habt ihr gewusst, dass man vor 5000 Jahren schon mit einem Wagen gefahren ist? Wie viele Ochsen man wohl zum Ziehen des Wagens brauchte?“, fragt Max seine Eltern ganz aufgeregt.
„Naja, Max, so große Rinder sind schon sehr stark, da waren zwei Ochsen bestimmt genug“, sagte seine Mutter.

„Ich bin gleich in die Ausstellung ganz nach oben in den dritten Stock. Dort gibt es alles über die Landschaft „Geest“ zu sehen. Max ist lieber erst mal an der Küste geblieben, denn er wollte wissen, wie die Menschen früher an den Deichen gelebt haben“, erklärt Mia.
„Ja genau, Mia, in der Ausstellung steht eine Art richtiger Deich, mit echtem Gras und vielen verschiedenen Vögeln. Und das Tolle ist, man darf einiges hier im Museum sogar anfassen: In dem Deich gibt es einige Schubladen und wenn man die aufzieht, befinden sich Tiere, Pflanzen, Muscheln und Bodenarten darin. Und ein Modell mit einem Leuchtturm habe ich auch gesehen“, erläutert Max seiner Mutter.

„Ich habe echte Tierstimmen gehört. Oben in der Ausstellung „Geest“ kann man an einem Computer verschiedene Vögel aussuchen und dann den Ruf dieser Tiere anhören. Wie unterschiedlich das klingt! Vielleicht erkenne ich ja demnächst dadurch die Vogelstimmen bei uns im Garten“, berichtet Mia fasziniert.
„Das können wir auch einmal ausprobieren, Mia. Dann nehmen wir außerdem ein Fernglas und ein Bestimmungsbuch mit nach draußen. Dann können wir uns bei den Vögeln noch sicherer sein. Gibt es in dieser Ausstellung ganz oben nicht auch etwas aus der Steinzeit?“, hakt Max’ Mutter nach.

„Ich bin in ein Grab gegangen! Da staunst du, was, Max?! Die Archäologen hier am Museum haben ein Großsteingrab nachgebaut. Dafür hat man riesige Steine senkrecht zu einem Rechteck aufgestellt und darüber dann noch größere Steine als Dach gelegt. Und darin wurden dann die Toten begraben. In diesen Gräbern findet man auch Reste von den Gegenständen, mit denen der Mensch früher gearbeitet hat – kleine Messer aus Stein oder Töpfe aus Ton. Das ist richtig spannend. Vielleicht werde ich auch mal Archäologin!?“, überlegt Mia.
„Ich möchte ja lieber ein Jäger aus der Jungsteinzeit sein! Nach den Sommerferien haben wir das Thema „Leben in der Steinzeit“ in der Schule und dann kommen wir bestimmt mit der ganzen Klasse hier ins Museum. Ich möchte dann gern ein richtiges Steinbeil selbst machen – mit einer echten Steinspitze. Das kann ich dann auch mit nach Hause nehmen“, erklärt Max.
„Erwachsene dürfen hier auch etwas basteln, das hat meine Freundin Sarah mir erzählt. Das sind dann so Aktionstage. Dann kommen wir hier wieder her, ja?“, regt Mia an.

Was Max und Mia nicht wissen, ist, dass Max’ Eltern eines der Kinderbücher gekauft haben, die über die Ausstellungen erzählen. Mit vielen Bildern und spannenden und interessanten Geschichten. Da kann man selbst drin stöbern oder sich am Abend etwas vorlesen lassen.

Die Adresse

Landesmuseum Natur und Mensch
Damm 38-44
26135 Oldenburg
Telefon: 0441 9244-300

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