Das Augusteum

Hallo, heute möchte ich weiter von unserem Streifzug durch die Geschichte Oldenburgs berichten. Gestern haben Max und ich uns das Augusteum angesehen. Ich muss zugeben, dass ich gar nicht wusste, wo sich das Augusteum befindet. Max, der den Stadtplan wohl als „Gute-Nacht-Lektüre“ studiert hat, konnte es mir genau sagen. Das Augusteum ist direkt neben dem Schlossgarten und ganz nah beim Schloss!

Jetzt weiß ich so einiges über das Augusteum: Interessant finde ich, dass das Augusteum das älteste Kunstmuseum in Norddeutschland ist und schon 1867 eröffnet wurde. Dass es das Augusteum überhaupt gibt, verdanken wir dem Hobby eines wichtigen Mannes: Der damals regierende Großherzog Nikolaus Friedrich Peter hatte eine besondere Leidenschaft für Gemälde. Während Max einfach seine gesammelten Abziehbilder von Fußballspielern in ein Album klebt, hatte der Großherzog mit den gesammelten Gemälden ein Platzproblem. Das Schloss wurde zu klein. Da kam ihm die Idee, für seine Kunstwerke ein Museum zu bauen, damit auch alle Bürger Oldenburgs seine schönen Bilder anschauen können. Nikolaus Friedrich Peter lag nämlich die Bildung seiner Bürger am Herzen. Es gab zwar schon das Theater und die Bibliothek, aber die Kunst fehlte. Das neue Kunstmuseum sollte nicht nur die Gemäldesammlung vom Großherzog zeigen, sondern auch Platz für die Ausstellungen des Oldenburger Kunstvereins bieten. Max und ich haben herausgefunden, dass es noch zwei weitere Vereine gab, die sich am Bau des Augusteums beteiligten: der Verein zur Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Großherzog Paul Friedrich August (daher hat das Augusteum auch seinen Namen) und der Verein für ein Carl Maria von Weber Denkmal in Oldenburg. Carl Maria von Weber war ein berühmter Komponist. Daher könnt ihr das Augusteum auch als „Multifunktionsgebäude“ bezeichnen: Kunsthalle, Gemäldegalerie und Gedenkstätte.

Die drei Vereine und der Großherzog Nikolaus Friedrich Peter hatten nicht viel Geld, wollten aber ein besonders schönes Gebäude. Schon 1861 riefen sie einen Wettbewerb für Architekten (das sind Bauplaner) aus. Es gab 26 Entwürfe für das Augusteum. Max und ich haben einige davon in verschiedenen Büchern gefunden. Da waren schon tolle Pläne dabei! Als sich die drei Vereine und der Großherzog für einen Entwurf entschieden hatten, bekamen sie noch einen weiteren genialen, aber günstigeren Bauplan. Dieser Plan wurde schließlich genommen. Der Bauplaner hieß Ernst Klingenberg.

Die Oldenburger Bürger waren damals über die Schönheit des Augusteums geteilter Meinung. Vielen war das Augusteum zu modern, sie mochten lieber Gebäude aus Backsteinen. Naja, wie gefällt euch denn das Augusteum?
Der Architekt Ernst Klingenberg machte gerne Urlaub in Italien. Den Stadtpalast in Florenz fand er so toll, dass er diesen als Vorbild für den Bau des Augusteums nahm. Die Oldenburger mussten sich erst noch an die gelben Klinkersteine gewöhnen.

Wenn ihr euren Kopf ganz nach oben streckt, seht ihr unter dem Dach eine Art Bordüre, einen so genannten Fries. Mit viel Fantasie könnt ihr erkennen, was er zeigt. Max und ich mussten uns noch durch ein Buch vergewissern, ob unsere Vermutung richtig war: Der Fries zeigt kleine Jungen, die eine Blütengirlande tragen.

Besonders riesig finde ich die Eingangstür. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich mit 1,49 Meter die Kleinste in der Klasse bin. Links und rechts neben der Tür sind jeweils zwei riesige Säulen. Darüber stehen zwei Skulpturen. Sie stellen die Malerei und die Bildhauerei dar.
Max musste mir helfen, die große und schwere Tür zum Augusteum zu öffnen.