Stadt kauft Restfläche des ehemaligen Fliegerhorstes

Die Stadt Oldenburg wird für ihre strategische Stadtentwicklung die mittelbar noch im Besitz des Bundes befindliche Restfläche des ehemaligen Fliegerhorstes kaufen. Der Beschluss zum Abschluss des Kaufvertrages fiel am Montagabend, 28. Oktober 2013, in der nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses. Möglich wurde der Kauf erst dadurch, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages im März 2012 das Verfahren zur Verwertung von Konversionsflächen geöffnet und den Kommunen ein faktisches Vorkaufsrecht eingeräumt hat. Erste Stadträtin Silke Meyn zum bedeutenden Schritt: „Wir werden uns damit die letzte große verfügbare Fläche im Stadtgebiet für die zukünftige Entwicklung sichern. Das ist deshalb von so außerordentlicher Bedeutung, weil wir den Bedarf an Bau- und Gewerbeflächen, aber auch an neu zu schaffenden Grünflächen kaum noch decken können.“ Die Stadt und die vom Bund beauftragte Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) planen den Besitzwechsel zugunsten der Stadt für den 1. Januar 2014.

Projektplan über 20 Jahre
Stadtbaurätin Gabriele Nießen ergänzt: „Wir werden eine Gesamtstrategie für die Fläche mit Politik und Fachleuten in einer Arbeitsgruppe entwickeln, sobald der Kaufvertrag notariell beurkundet ist. Ziel ist ein Projektplan mit einer Zeitschiene über wahrscheinlich zwanzig Jahre. Wir müssen dabei kurz-, mittel- und langfristige Handlungsziele definieren und gemeinsam kluge Wege gehen. Denn eine solche städtebauliche Chance wird die Übermorgenstadt auf Jahrzehnte nicht mehr bekommen.“ Jürgen Hohmann, Leiter der Oldenburger Nebenstelle der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, zeigte sich erfreut über die erfolgreichen Kaufverhandlungen. Nach der Veräußerung der Donnerschwee-Kaserne sei es der BImA gelungen, ein weiteres und besonders großes Konversionsprojekt zu beenden. Klaus Wegling, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, fügt hinzu: „Wir bedanken uns für die fairen und vertrauensvollen Verhandlungen. Unsere Überlegungen sehen auch gewerbliche Entwicklungsmöglichkeiten für das Areal vor. Das ist für die Oldenburger Wirtschaft eine gute Perspektive.“

Kauf der Restfläche kostet rund eine Million Euro
Der ehemalige Fliegerhorst Oldenburg mit einer ursprünglichen Gesamtgröße von etwa 300 Hektar liegt zu rund 110 Hektar auf Flächen angrenzender Gemeinden; 190 Hektar befinden sich Oldenburger Stadtgebiet. Die Nutzung als Standort des Jagdbombergeschwaders 43 endete im September 1993, anschließend wurde das Gelände weiter bis in das Jahr 2007 für andere Zwecke militärisch genutzt. 2011 hatte die Stadt bereits eine größere Teilfläche mit rund 80 Hektar des Fliegerhorstes erworben, auf der sich heute der größte Solarpark Niedersachsens befindet. Der Kauf der verbliebenen knapp 110 Hektar auf städtischem Gebiet kostet die Stadt Oldenburg rund eine Million Euro, und zwar „wie die Flächen liegen und stehen“. Die in den nächsten Jahren auf die Stadt zukommenden Konversionskosten der Militärbrache werden von BImA und Stadt auf rund 9 Millionen Euro geschätzt. Diese Kosten entstehen der Stadt nach dem Ankauf für den notwendigen Abriss von Gebäuden, die Entsiegelung von Flächen und die Beseitigung von Kampfmitteln.