Alexanderstraße Nord – dritter Stadtteil mit einem Stadtteilworkshop

Stadtteilworkshop - mal ganz anders

 

 

 

 

Akteure aus dem Stadtteil diskutieren, entwickeln Ideen und Lösungsmöglichkeiten -

 

Das Stadtteilzentrum umfasst den in der Karte dargestellten Bereich.

 

 

Am Mittwoch, 14. Oktober 2015, fand im Gemeindehaus der Martin –Luther Kirche ein Stadtteilworkshop für das Stadtteilzentrum Alexanderstraße Nord statt.

Zum Stadtteilworkshop waren alle Bürgerinnen und Bürger, egal ob groß oder klein, Vertreter der Kirchen, Kaufleute, Werbegemeinschaften und Vereine des Stadtteilzentrums eingeladen.

Die Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung leider nicht gefolgt, dafür aber die Akteure des Stadtteils. Sie haben Ideen und Visionen vorgestellt, diskutiert und Umsetzungslösungen entwickelt.

Das Fotoprotokoll zum Stadtteilworkshop finden Sie hier » (PDF, 1,7 MB).

Nunmehr beginnt die Entwicklungsphase der Rahmenpläne. Im Anschluss werden die von den Planern auf der Basis der Bürgerworkshops erarbeiteten Rahmenpläne der Politik vorgestellt und zur Entscheidung vorgelegt. Vorab findet noch eine Informationsveranstaltung statt. Der Termin und der Ort werden rechtzeitig hier auf dieser Seite bekannt gegeben.  

Bestandsaufnahme (Pläne):


Stadtteilzentren (Zahlen und Daten):

Rahmenplanung Stadtteilzentrum Alexanderstraße Nord

Stand 15. September 2015

1. Situation im Untersuchungsgebiet

Das Stadtteilzentrum „Alexanderstraße Nord“ liegt circa drei Kilometer nördlich der Oldenburger Innenstadt (Altstadt), nördlich des Autobahnrings, und hat über die Alexanderstraße und den Pferdemarkt eine direkte Verbindung zur Innenstadt. Das Untersuchungsgebiet beginnt in Höhe der Siebenbürger Straße sowie der Feldstraße und umfasst den Bereich von etwa zwei- bis dreihundert Meter beidseitig der Alexanderstraße. Im Norden reicht es bis zum nördlichen Bereich des kleinen Bürgerbusch.

Die Alexanderstraße galt ursprünglich als wichtigster Straßenverlauf innerhalb Oldenburgs, da sie als „Friesische Heerstraße“ über Wiefelstede nach Jever führte. Die Bebauung im Bereich der Alexanderstraße Nord hat sich kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges (Zeilenbebauung westlich der Alexanderstraße) im Wesentlichen jedoch nach dem zweiten Weltkrieg durch intensive Wohnungsbautätigkeit entwickelt.

Drei Buslinien verbinden heute das Stadtteilzentrum unmittelbar mit der Innenstadt und  dem ZOB am Hauptbahnhof.

1.1 Übergeordnete Konzepte und Programme

Der Anlass für die Erarbeitung der Rahmenplanung Alexanderstraße Nord und die damit verfolgten Ziele ist der Beschluss des Stadtentwicklungsprogramms step2025 und des Wohnkonzepts 2025. Aber auch im Einzelhandelsentwicklungskonzept EEK 2007 bzw. in der Fortschreibung des EEKs (Entwurf 2015) werden strategische Planungen für die Stadtteilzentren formuliert. Die Aussagen dieser Konzeptionen zu den Stadtteilzentren werden im Folgenden als programmatische Aussage wiedergegeben.

1.1.1 step2025

Mit dem step2025 hat sich die Stadt Oldenburg sowohl im Leitziel 05 „Urbanität durch Konzentration, Mischung und Dichte“ als auch mit dem Leitziel 06 „Neues Wohnen in die Mitte“ zum Thema Wohnen und Versorgung positioniert. Oldenburg will das Wohnen vorrangig in der Innenstadt, innerhalb des Autobahnrings, in den Stadtteilzentren und entlang der Radialen fördern.

Dabei geht es um die Mischung unterschiedlicher Wohnungstypen und besonderer Wohnformen, aber auch um die Sicherung der preiswerten Bestände und Ausweitung des Wohnungsangebotes. Vor allem soll für untere Einkommensschichten bezahlbarer Wohnraum bereitgestellt werden. Der urbane Raum soll Kristallisationspunkt des öffentlichen Lebens werden. Dazu wurden im Handlungsfeld „Zentralität und Versorgung“ fünfzehn zentrale Versorgungsbereiche festgelegt und verschiedene Maßnahmen dargestellt.

Eine weitere Maßnahme ist die Entwicklung des Zukunftsortes *17 „Stadtteilzentrum“. Gerade die Entwicklung der zentralen Versorgungsbereiche zu Stadtteilzentren wurde von den Bürgern vielfach erwünscht. Der Bürger möchte sich mit seinem Stadtteilzentrum identifizieren. Dabei geht es nicht nur um eine tragfähige Versorgungsstruktur, sondern auch um die Schaffung von kommunikativen und sozialen Angeboten, aber auch um eine Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten.

Zum Erreichen dieses Ziels ist die Erstellung von Rahmenplänen für die jeweiligen Stadtteilzentren und die angrenzenden Bereiche in einem Radius von ca. zweihundert Metern vorgesehen. Ziel sollen die Entwicklung der Stadtteilzentren als Kristallisations- und Lebensmittelpunkte, die Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten, die Schaffung von Orten der Begegnung sowie eine mögliche Verbesserung der Erreichbarkeit sein. Zudem soll in den Rahmenplänen überlegt werden, welche, wo und wie Dienstleistungen sowie soziale Infrastrukturen in den Stadtteilzentren ergänzt werden können und wo das Wohnen und welche Mischung gefördert werden soll.

Das Stadtteilzentrum Alexanderstraße Nord ist einer dieser Bereiche, für den eine entsprechende Rahmenplanung erstellt wird, um zu überprüfen, inwieweit die vom step2025 vorgegeben Ziele bereits heute erfüllt werden, wo Defizite und Entwicklungsmöglichkeiten liegen und wie eine Entwicklung im Sinne der Ziele aussehen kann.

1.1.2 Einzelhandelsentwicklungskonzept EEK

Im EEK von 2007 hat die Stadt Oldenburg vierzehn zentrale Versorgungsbereiche festgelegt (mit siebzehn Gebieten, da drei Zentren geteilt sind). Diese bilden die Grundlage für das Konzept der Stadtteilzentren im step2025 und Wohnkonzept 2025.

Mittlerweile ist die Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes schon weit fortgeschritten und soll in Kürze verabschiedet werden. Diese dient als Grundlage für die Beschreibung des zentralen Versorgungsbereiches Alexanderstraße Nord. Der zentrale Versorgungsbereich Alexanderstraße Nord liegt nördlich des Bahnübergangs und erstreckt sich auf eine Länge von ca. fünfhundert Metern. Auf östlicher Seite befinden sich ein Discounter und ein neuer Einzelhandelsbetrieb, ein Drogeriemarkt und ein weiterer Discounter. Auf westlicher Seite sind im Bereich der Liegnitzer Straße konzentriert soziale Einrichtungen anzutreffen.

Städtebaulich liegt eine lose Bebauung vor. Im Bereich der Liegnitzer Straße wird die Bebauung als stark renovierungsbedürftig eingeschätzt, jedoch gleichzeitig als Bestandteil des gewachsenen Versorgungszentrums gesehen.

Es wird ein starkes Angebot für die Nahversorgung und durch soziale Dienstleistungen hervorgehoben. Des Weiteren wird städtebaulich die attraktive Neugestaltung des Lebensmittelmarktes, moderne Gestaltung im zentralen Bereich und die zentrale Bushaltestelle betont. Gleichzeitig sind eine abnehme Dichte zu den Rändern mit geringer Frequenz und zunehmenden Leerstand zu bemängeln. Die Alexanderstraße wird als Barriere in einem schlechten Zustand  gesehen.

Zur Stärkung der Stadtteilzentren tragen eine nachhaltige Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Dienstleistung, Nahversorgung und die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten bei. Als wichtige Projektpartner sind hier die großen Wohnungsgesellschaften zu gewinnen, die positive Effekte für ihre Bewohner und die Sozialstruktur erkennen, aber auch private Investoren anzusprechen. Ebenso wird zur Förderung des zentralen Versorgungsbereichs in dessen Umfeld eine stärker verdichtete (Wohn-) Bebauung, als die bestehende Struktur, angestrebt.

1.1.3 Wohnkonzept 2025

Das Wohnkonzept 2025 formuliert eine Priorität der Verdichtung in integrierten Lagen innerhalb des Autobahnrings, im Umkreis der Stadtteilzentren und entlang der Radialen. Für die Bebauung entlang der Radialen sind drei Vollgeschosse, für die zentralen Versorgungsbereiche, wie die im Bereich Alexander Straße Nord, im östlichen Abschnitt der Straße vier Vollgeschosse als Richtwert vorgesehen. Insbesondere bei Nutzungsänderungen von Flächen sollen die Möglichkeiten für eine urbane Verdichtung genutzt und Angebote für unterschiedliche Wohnformen geschaffen werden. Damit können viele auf dem Wohnungsmarkt feststellbare Nachfragegruppen befriedigt werden.

Das Stadtteilzentrum Alexanderstraße Nord wird in dem Entwicklungskarte des Wohnkonzeptes als Kategorie „WS3 Bestandsverdichtung: Schaffung von Wohnraum im Bestand durch horizontale (flächige) und/oder vertikale Verdichtung (in die Höhe) an geeigneten Orten“ dargestellt. Der Radius, in dem eine solche Verdichtung angestrebt ist, liegt bei 500 m beidseitig der Alexanderstraße Straße Nord. Ziel ist nicht nur eine Nutzungsmischung, sondern auch eine demographische Durchmischung in der Straße oder auch im einzelnen Gebäude.


1.1.4 Leerstandskonzept

Bei einer Erkundung vorhandener Gebäudeleerstände im Jahre 2012 wurden für das Stadtgebiet außerhalb des Autobahnringes zwei unterschiedliche Lagenleerstände festgestellt:

1. Ausfallstraße (Alexanderstraße, Scheideweg)

2. Streulagen in den Siedlungsgebieten

Die Leerstandquote betrug allerdings nur ein Prozent, was sich nachteilig auf die Möglichkeit des Umzugs oder der Neuansiedlung zum Beispiel von Gewerbe auswirkt. Für einen funktionierenden Wohnungsmarkt sind fluktuationsbedingte Leerstände bis zu drei Prozent notwendig sie beinhalten Neubau, Modernisierung und Reparaturen im Bestand. Sinkt der Leerstand aufgrund steigender Nachfrage und sinkendem Angebot unter drei Prozent, so kommt die Umzugskette ins Stocken.

Aus der aktuellen Vor-Ort-Leerstandserhebung im Zuge der Rahmenplanung wurden gewerbliche Leerstände nur teilweise erkennbar. Wohnungsleerstände konnten nicht ermittelt werden.