Viertes Stadtteilzentrum mit einem Stadtteilworkshop

Vierzig Bürgerinnen und Bürger kamen am 18. Mai 2016 ins Gemeindezentrum Nikolai-Kirche und nahmen am Stadtteilworkshop teil. Sie diskutierten über die Zukunft des Stadtteilzentrums, entwarfen Ideen und Visionen und entwickelten Umsetzungslösungen.

Das Fotoprotokoll zum Stadtteilworkshop finden Sie hier » (pdf, 3,1 MB)

Nunmehr beginnt die Entwicklungsphase des Rahmenplanes. Im Anschluss wird der vom Stadtplanungsamt auf Basis des Stadtteilworkshops erarbeitete Rahmenplan der Politik vorgestellt und zur Entscheidung vorgelegt. Vorab findet noch eine Informationsveranstaltung statt. Der Termin wird rechtzeitig hier auf dieser Seite bekanntgegeben.

Sie können sich auch noch gerne im Gemeindezentrum Nikolai-Kirche informieren. 

Bestandsaufnahme (Pläne):

Stadtteilzentren (Zahlen und Daten):

Rahmenplanung Stadtteilzentrum Mitte Hundsmühler Straße

1. Situation im Untersuchungsgebiet

Das Stadtteilzentrum Mitte Hundsmühler Straße liegt circa zwei Kilometer südwestlich der Oldenburger Innenstadt (Altstadt), südlich des Autobahnrings, und hat über die Hauptstraße eine Verbindung zur Innenstadt. Das Untersuchungsgebiet grenzt im Norden an den Niklasteich und im Süden an die Hinterbebauung des Tegelkamps. Es umfasst in der Breite einen Bereich von etwa 200 - 300 Meter beidseitig der Hundsmühler Straße.

Die Hundsmühler Straße (früher Hundsmühler Chaussee) beginnt an der Kreuzung Hauptstraße und endet heute an der Stadtgrenze beim Gesellschaftshaus Wöbken. Die Hundsmühler Straße hatte bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine untergeordnete Bedeutung und war ein nur kleiner Feldweg. Erst durch den Bau des Hunte-Ems-Kanals und dem späteren Ausbau zum Küstenkanal gewann sie an Bedeutung. Heute ist sie eine wichtige Ausfallstraße nach Wardenburg und über die Bundesstraße 401 nach Dörpen.

Im Zentrum des Untersuchungsgebietes, zwischen Hundsmühler Straße und Westfalendamm, befand sich früher eine Tonkuhle samt Ziegelei (Dampfziegelei Dinklage). Zusammen mit der zweiten Dinklageschen Ziegelei am Hausbäkerweg wurden 1927 mit 45 Mitarbeitern fast zehn Millionen Steine jährlich produziert. Nachdem die Tonvorkommen erschöpft waren, wurde die alte Tonkuhle einige Jahre lang als städtische Mülldeponie genutzt, bevor sie abgedeckt, mit Muttererde aufgeschüttet, bepflanzt und zu einem Naherholungsgebiet mit Fußball- und Bolzplätzen, Finnenlaufbahn, BMX-Anlage und Spielplatz mit Sportanlagen des TuS Eversten entwickelt werden konnte, während auf dem ehemaligen Ziegeleigelände ab 2006 das heutige Nahversorgungszentrum entstand.

1.1 Übergeordnete Konzepte und Programme

Der Anlass für die Erarbeitung der Rahmenplanung Mitte Hundsmühler Straße und die damit verfolgten Ziele ist der Beschluss des Stadtentwicklungsprogramms step2025 und des Wohnkonzepts 2025. Aber auch im Einzelhandelsentwicklungskonzept EEK werden strategische Planungen für die Stadtteilzentren formuliert. Die Aussagen dieser Konzeptionen zu den Stadtteilzentren werden im Folgenden als programmatische Aussage wiedergegeben.

1.1.1 step2025

Mit dem step2025 hat sich die Stadt Oldenburg sowohl im Leitziel 05 „Urbanität durch Konzentration, Mischung und Dichte“ als auch mit dem Leitziel 06 „Neues Wohnen in die Mitte“ zum Thema Wohnen und Versorgung positioniert. Oldenburg will das Wohnen vorrangig in der Innenstadt, innerhalb des Autobahnrings, in den Stadtteilzentren und entlang der Radialen fördern.

Dabei geht es um die Mischung unterschiedlicher Wohnungstypen und besonderer Wohnformen, aber auch um die Sicherung der preiswerten Bestände und Ausweitung des Wohnungsangebotes. Vor allem soll für untere Einkommensschichten bezahlbarer Wohnraum bereitgestellt werden. Der urbane Raum soll Kristallisationspunkt des öffentlichen Lebens werden. Dazu wurden im Handlungsfeld „Zentralität und Versorgung“ fünfzehn zentrale Versorgungsbereiche festgelegt und verschiedene Maßnahmen dargestellt.

Eine weitere Maßnahme ist die Entwicklung des Zukunftsortes *17 „Stadtteilzentrum“. Gerade die Entwicklung der zentralen Versorgungsbereiche zu Stadtteilzentren wurde von den Bürgern vielfach erwünscht. Die Bürger möchten sich mit ihrem Stadtteilzentrum identifizieren. Dabei geht es nicht nur um eine tragfähige Versorgungsstruktur, sondern auch um die Schaffung von kommunikativen und sozialen Angeboten, aber auch um eine Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten, so dass Orte der Begegnung entstehen. Zudem wird in den Rahmenplänen überlegt werden, welche, wo und wie Dienstleistungen sowie soziale Infrastrukturen in den Stadtteilzentren ergänzt werden können und wo das Wohnen und welche Mischung gefördert werden und wie die Erreichbarkeit verbessert werden kann.

Zum Erreichen dieser Ziele ist die Erstellung von Rahmenplänen für die jeweiligen Stadtteilzentren und die angrenzenden Bereiche in einem Radius von circa 200 Metern vorgesehen.

Das Stadtteilzentrum Mitte Hundsmühler Straße ist einer dieser Bereiche, für den eine entsprechende Rahmenplanung erstellt wird, um zu überprüfen, inwieweit die vom step2025 vorgegeben Ziele bereits heute erfüllt werden, wo Defizite und Entwicklungsmöglichkeiten liegen und wie eine Entwicklung im Sinne der Ziele aussehen kann.

1.1.2 Einzelhandelsentwicklungskonzept EEK

Die Fortschreibung des EEKs wurde im Jahr 2015 vom Rat der Stadt Oldenburg beschlossen. Insgesamt wurden dreizehn zentrale Versorgungsbereiche und fünf Nahversorgungszentren festgelegt. Die zwei Gebiete an der Hundsmühler Straße Nord und Süd wurden zu einem Stadtteilzentrum zusammengefügt.

Das Nahversorgungszentrum Hundsmühler Straße Nord liegt in Höhe Sodenstich. Die Abgrenzung umfasst einen kleinen Bereich von 150 Metern ab dem Ahlkenweg und endet kurz hinter dem Sodenstich. Hier stellen kleinere Läden und verschiedene Dienstleitungseinrichtungen sowie ein Lebensmittelmarkt (aktiv irma) die Nahversorgung im fußläufigen Bereich sicher. Da die Gebäude durchweg eine unterschiedliche Gestaltung aufweisen und die Hundsmühler Straße eine erhebliche Barriere darstellt fehlt hier ein städtebaulicher Zusammenhalt.

Der Nahversorgungsstandort Hundsmühler Straße Süd befindet sich etwa 350 Meter südlich davon zwischen Nikolaikirchweg und Tegelkamp. Hier gruppieren sich zwei Discounter (Combi und Lidl) und andere Einzelhandelsbetriebe, im Wesentlichen aus dem nahversorgungsrelevanten Bereich, aber auch ein Autohaus (Opel Heidrich) sowie ein Großhandel für Klempnerbedarf (Cordes & Graefe), um eine große Parkplatzfläche östlich der Hundsmühler Straße. Die funktionale Einfachbauweise der vornehmlich großflächigen Lebensmittelbetriebe grenzt sich deutlich von den umliegenden Gebäudestrukturen, meist Wohngebäude ab. Die Anordnung der Betriebe rund um den großen Parkplatz macht die starke Autokundenorientierung deutlich.

Beide Nahversorgungsstandorte zeichnen sich durch vielfältige Angebote des kurzfristigen Bedarfs und eine gute ÖPNV-(Bus-)Anbindung aus. Als Schwächen sind vor allem die Trennwirkung der verkehrsreichen Hundsmühler Straße und die damit verbundene geringe Aufenthaltsqualität auffällig.


1.1.3 Wohnkonzept 2025

Das Wohnkonzept 2025 formuliert eine Priorität der Verdichtung in integrierten Lagen innerhalb des Autobahnrings, im Umkreis der Stadtteilzentren und entlang der Radialen. Für die Bebauung entlang der Radialen sind drei, für die Stadtteilzentren, die an einer Radialen liegen, sind vier Vollgeschosse als Richtwert vorgesehen. Insbesondere bei Nutzungsänderungen von Flächen sollen die Möglichkeiten für eine urbane Verdichtung genutzt und Angebote für unterschiedliche Wohnformen geschaffen werden. Damit können viele auf dem Wohnungsmarkt feststellbare Nachfragegruppen befriedigt werden.

Das Stadtteilzentrum Mitte Hundsmühler Straße wird in dem Entwicklungskarte des Wohnkonzeptes der Kategorie „WS3 Bestandsverdichtung: Schaffung von Wohnraum im Bestand durch horizontale (flächige) und/oder vertikale Verdichtung (in die Höhe) an geeigneten Orten“ zugeordnet. Der Radius, in dem eine solche Verdichtung angestrebt ist, liegt bei 500 Meter beidseitig der Hundsmühler Straße. Ziel ist nicht nur eine Nutzungsmischung, sondern auch eine demographische Durchmischung in der Straße oder auch im einzelnen Gebäude.