Nadorst – zweiter Stadtteil mit einem Stadtteilworkshop

Stadtteilworkshop - Bürger arbeiten mit - Spitzenmäßig!!

 

 

 

 

Am Donnerstag, 9. Juli 2015, fand in der Begegnungsstätte St. Marien ein Stadtteilworkshop für das Stadtteilzentrum Nadorster Straße - Nord statt.

 

 

Das Stadtteilzentrum umfasst den in der Karte dargestellten Bereich.

Zum Stadtteilworkshop waren alle, Bürgerinnen und Bürger, egal ob groß oder klein, Vertreter der Kirchen, Kaufleute, Werbegemeinschaften, Vereine des Stadtteilzentrums eingeladen.
37 Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung gefolgt und haben ihre Ideen und Visionen vorgestellt, diskutiert und Umsetzungslösungen entwickelt.

Das Fotoprotokoll zum Stadtteilworkshop finden Sie hier » (PDF, 124 KB).

Nunmehr beginnt die Entwicklungsphase der Rahmenpläne. Im Anschluss werden die von den Planern auf der Basis der Bürgerworkshops erarbeiteten Rahmenpläne der Politik vorgestellt und zur Entscheidung vorgelegt. Vorab findet noch eine Informationsveranstaltung statt. Der Termin und der Ort werden rechtzeitig hier auf dieser Seite bekannt gegeben.

 

Stadtteilzentrum Nadorster Straße - Nord

Das Stadtteilzentrum „Nadorster Straße Nord“ liegt ca. 1,2 km nördlich der Oldenburger Innenstadt (Altstadt) innerhalb des Autobahnrings und hat über den Pferdemarkt eine direkte Verbindung zur Innenstadt. Das Untersuchungsgebiet beginnt in Höhe der Lambertistraße und umfasste den Bereich von etwa 200 m beidseitig der Nadorster Straße. Im Norden reicht es bis zur Klävemann-Siedlung.

Drei Buslinien verbinden das Stadtteilzentrum unmittelbar mit der Innenstadt und dem Bahnhof. Mit dem autogerechten Ausbau der Nadorster Straße sind die ursprünglich vorhandenen Vorgärten zugunsten von Kfz-Stellplätzen und Linksabbiegespuren verschwunden. Mit dieser letzten grundlegenden Umgestaltung des öffentlichen Straßenraumes hat sich auch das heutige Straßenbild eingestellt, das noch immer sowohl durch die ursprüngliche Bebauung als auch durch vielfältig gestaltete Neubauten gekennzeichnet ist.

Übergeordnete Konzepte und Programme

Der Anlass für die Erarbeitung der Rahmenplanung Nadorster Straße - Nord und die damit verfolgten Ziele ist der Beschluss des Stadtentwicklungsprogramms step2025 und des Wohnkonzept 2025. Aber auch im Einzelhandelentwicklungskonzept (EEK) 2007 werden strategische Planungen für die Stadtteilzentren formuliert Die Aussagen dieser Konzeptionen zu den Stadtteilzentren werden im Folgenden als programmatische Aussage wiedergegeben.

1. Stadtentwicklungsprogramm - step2025

Mit dem step2025 hat sich die Stadt Oldenburg sowohl im Leitziel 05 „Urbanität durch Konzentration, Mischung und Dichte“ als auch mit dem Leitziel 06 „Neues Wohnen in die Mitte“ zum Thema Wohnen und Versorgung positioniert. Oldenburg will das Wohnen vorrangig in der Innenstadt, innerhalb des Autobahnrings, in den Stadtteilzentren und entlang der Radialen fördern.

Dabei geht es um die Mischung unterschiedlicher Wohnungstypen und besonderer Wohnformen, aber auch um die Sicherung der preiswerten Bestände und Ausweitung des Wohnungsangebotes. Vor allem soll für untere Einkommensschichten bezahlbarer Wohnraum bereitgestellt werden. Der urbane Raum soll Kristallisationspunkt des öffentlichen Lebens werden. Dazu wurden im Handlungsfeld „Zentralität und Versorgung“ 15 zentrale Versorgungsbereiche festgelegt und verschiedene Maßnahmen dargestellt.

Eine weitere Maßnahme ist die Entwicklung des Zukunftsortes *17 „Stadtteilzentrum“. Gerade die Entwicklung der zentralen Versorgungsbereiche zu Stadtteilzentren wurde von den Bürgern vielfach erwünscht. Der Bürger möchte sich mit seinem Stadtteilzentrum identifizieren. Dabei geht es nicht nur um eine tragfähige Versorgungsstruktur, sondern auch um die Schaffung von kommunikativen und sozialen Angeboten, aber auch um eine Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten.

Zum Erreichen dieses Ziels ist die Erstellung von Rahmenplänen für die jeweiligen Stadtteilzentren und die angrenzenden Bereiche in einem Radius von ca. 200 m vorgesehen. Ziel sollen die Entwicklung der Stadtteilzentren als Kristallisations- und Lebensmittelpunkt, die Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten, die Schaffung von Orten der Begegnung sowie eine mögliche Verbesserung der Erreichbarkeit sein. Zudem soll in den Rahmenplänen überlegt werden, welche, wo und wie in den Stadtteilzentren Dienstleistungen sowie soziale Infrastrukturen ergänzt werden können und wo das Wohnen und welche Mischung gefordert werden soll.

Das Stadtteilzentrum Nadorster Straße-Nord ist einer dieser Bereiche, für den eine entsprechende Rahmenplanung erstellt wird, um zu überprüfen, inwieweit die vom step2025 vorgegeben Ziele bereits heute erfüllt werden, wo Defizite und Entwicklungsmöglichkeiten liegen und wie eine Entwicklung im Sinne der Ziele aussehen kann.

2. Einzelhandelsentwicklungskonzept (EEK)

Im EEK von 2007 hat die Stadt Oldenburg 14 zentrale Versorgungsbereiche festgelegt (mit 17 Gebieten, da drei Zentren geteilt sind). Diese bilden die Grundlage für das Konzept der Stadtteilzentren.

Mittlerweile ist die Fortschreibung des EEK schon so weit fortgeschritten, dass dieses als Grundlage für die Beschreibung des zentralen Versorgungsbereiches Nadorster Straße Nord herangezogen wird.

Demnach sind die wichtigsten Magnetbetriebe in diesem zentralen Versorgungsbereich die zwei vorhandenen Lebensmittelbetriebe an der Einmündung Hochheider Weg. Der umliegende Bereich entlang der Nadorster Straße vom Buttelweg bis zur Bogenstraße ist stark frequentiert und durch eine lose Verteilung diverser Angebote der unterschiedlichen Bedarfsbereiche mit ergänzenden Dienstleistungsangeboten  geprägt und stellt sich als Kristallisationspunkt des Stadtteilzentrums dar.

Insgesamt wird festgestellt, dass der zentrale Versorgungsbereich eine lineare, langgezogene Struktur aufweist. Daher wird im EEK eine Aufwertung des Kerns mit den beiden großen Lebensmittelbetrieben und der davor liegenden Tankstelle empfohlen, um hier eine attraktive Mitte zu schaffen. Zudem wird angeregt, dem gesamten Straßengefüge ein einheitliches Bild zu geben, um hier den bereits funktional bestehenden Zusammenhang auch räumlich besser zu verdeutlichen.

Zur Stärkung der Stadtteilzentren trägt eine nachhaltige Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Dienstleistung, Nahversorgung und die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten bei. Dafür ist im Einzelfall auch der Einsatz städtischer Fördermittel sinnvoll. Als wichtige Projektpartner sind hier die großen Wohnungsgesellschaften zu gewinnen, die positive Effekte für ihre Bewohner und die Sozialstruktur erkennen, aber auch private Investoren anzusprechen. Ebenso wird zur Förderung des zentralen Versorgungsbereichs in dessen Umfeld eine stärker verdichtete (Wohn-) Bebauung, als die bestehende Struktur, angestrebt.

3. Wohnkonzept 2025

Das Wohnkonzept 2015 formuliert eine Priorität der Verdichtung in integrierten Lagen innerhalb des Autobahnrings, im Umkreis der Stadtteilzentren und entlang der Radialen. Für die Bebauung entlang der Radialen sind drei Vollgeschosse, für die zentralen Versorgungsbereiche, wie die Nadorster Straße Nord, vier Vollgeschosse als Richtwert vorgesehen. Insbesondere bei Nutzungsänderungen von Flächen sollen die Möglichkeiten für eine urbane Verdichtung genutzt und Angebote für unterschiedliche Wohnformen geschaffen werden. Damit können viele auf dem Wohnungsmarkt feststellbare Nachfragegruppen befriedigt werden.

Das Stadtteilzentrum Nadorster Straße-Nord wird in der Entwicklungskarte  des Wohnkonzeptes als Kategorie „WS3 Bestandsverdichtung: Schaffung von Wohnraum im Bestand durch horizontale (flächige) und / oder vertikale Verdichtung (in die Höhe) an geeigneten Orten“ dargestellt. Der Radius, in dem eine solche Verdichtung angestrebt ist, liegt bei 500 m beidseitig der Nadorster Straße-Nord. Ziel ist nicht nur eine Nutzungsmischung, sondern auch eine demographische Durchmischung in der Straße oder auch im einzelnen Gebäude.

4. Leerstandskonzept

Das Leerstandskonzept hatte im Januar 2012 unter anderem auch die Leerstände im Stadtteilzentrum Nadorster Straße-Nord ermittelt. Zum damaligen Zeitpunkt gab es 30 Leerstände, vorwiegend an der Nadorster Straße.
Aus der aktuellen  Vor - Ort - Leerstandserhebung im Zuge der Rahmenplanung wurden Leerstände nur teilweise erkennbar. Wohnungsleerstände wurden hier mittlerweile nicht mehr festgestellt, es stehen lediglich einzelne Geschäfte in der Erdgeschosszone der Nadorster Straße leer, jedoch an anderen Standorten als zuvor. Der Umfang des Leerstandes ist gering und stellt kein strukturelles Problem diese Stadtteilzentrums dar.